Du befindest dich hier: Home » Kultur » Malteser Ritterorden

    Malteser Ritterorden

    In der Kirche St. Johann in Bozen. Links von Bischof Ivo Muser Delegat Carl Baron Eyrl und leicht verdeckt Ordenskaplan Johannes Noisternigg, rechts Frà Matthew Festing, Fürst und Großmeister des Souveränen Malteser Ritterordens, der Großkomtur Frà Ludwig Hoffmann und Vizedelegat Hans Christoph Baron Hohenbühel (hinter dem Großhospitalier des Ordens) (Fotos: Fritz Egget)

    In der Kirche St. Johann in Bozen. Links von Bischof Ivo Muser Delegat Carl Baron Eyrl und leicht verdeckt Ordenskaplan Johannes Noisternigg, rechts Frà Matthew Festing, Fürst und Großmeister des Souveränen Malteser Ritterordens, der Großkomtur Frà Ludwig Hoffmann und Vizedelegat Hans Christoph Baron Hohenbühel (hinter dem Großhospitalier des Ordens) (Fotos: Fritz Egget)

    Auf Einladung der Bozner Delegation des Souveränen Malteser Ritterordens fand sich am 3. Juli der Großmeister des Malteserordens zu einem Kurzbesuch in Bozen ein.

    Der Delegat Carl Baron Eyrl und sein Stellvertreter, Hans-Christoph Baron Hohenbühel, konnten Seine Hoheit und Eminenz Frà Matthew Festing in der Kirche St. Johann im Dorf in Bozen herzlich willkommen heißen. Mit der beinahe vollständig vertretenen Ordensregierung, dem Souveränen Rat, den Südtiroler Ordensmitgliedern und Volontären sowie ranghohen Vertretern des Ordens aus den Nachbarländern und des öffentlichen Lebens konnten Bischof Ivo Muser und Ordenskaplan Johannes Noisternigg die hl. Messe feiern.

    Bischof Ivo Muser betonte in seiner Predigt, dass der Wahlspruch der Malteser „tuitio fidei et obsquium pauperum“ (Pflege des Glaubens und der Einsatz für den Armen Christi, den Kranken und Bedürftigen) die konkrete Tat, das konkrete Handeln und Tun anspricht. Dieses konkrete Tun habe den Orden in seiner 900 jährigen Geschichte geprägt und möge auch die heutigen Mitglieder bestärken, in diesem Geiste fortzufahren.

    Der Besuch Frà Matthews in Bozen stand am Rande eines offiziellen Besuches des Fürsten und Großmeisters des Malteserordens im Trentino, wo er auf der Malga Belèm bei Slaghinaufi auf der Hochebene von Lavarone und bei der Friedensglocke in Rovereto der Gefallenen des Ersten Weltkrieges gedachte. An beiden Orten wurden die Ordensfahne gehisst und Kränze niedergelegt. An der südlichen Front Österreich-Ungarns hatte der Malteserorden zwischen 1915 und 1918 bei Gionghi ein großes Feldlazarett für täglich zweihundert Verletzte unterhalten. An seiner Stelle befindet sich heute ein Soldatenfriedhof für 746 Gefallene des Ersten Weltkrieges.

    Bischof Ivo Muser und Ordenskaplan Johannes Noisternigg begrüßen den Großmeister des Malteserordens Frà Mathew Festing.

    Bischof Ivo Muser und Ordenskaplan Johannes Noisternigg begrüßen den
    Großmeister des Malteserordens Frà Mathew Festing.

    Im Anschluss an die Hl. Messe traf der unter der Hitze etwas leidende hohe Gast bei einem Empfang im Hotel Mondschein mit den Mitgliedern des Malteserordens in Bozen zusammen. In seinen kurzen Grußworten zeigte er sich von der Schönheit der Kirche von St. Johann beeindruckt und versprach mit einem Augenzwinkern einen erneuten Besuch bei kühleren Temperaturen. Der im Range eines Staatsoberhauptes stehende Fürst Frà Matthew Festing stammt aus England und wurde in Nachfolge des Iren Andrew Bertie auf Lebenszeit zum Großmeister des Malteserordens gewählt. Die völkerrechtliche Souveränität des Ordens, die derzeit von 104 Staaten der Erde diplomatisch anerkannt wird, ist oft Grundlage für wichtige karitative und friedensstiftende Hilfen in der Welt. Der Einsatz des Ordens für Lepra- und Aidskranke, Flüchtlinge, Erdbebengeschädigte und Bedürftige findet ebenfalls weltweite Anerkennung. In jüngster Zeit leisten Volontäre des Ordens mit der italienischen Küstenwache auch auf der Insel Lampedusa täglich einen 24-stündigen Dauereinsatz. In Österreich und Deutschland ist die Unfallhilfe der Malteser bekannt.

    Schon einmal hatte ein Großmeister Bozen, den Vinschgau und den Ritten besucht. Frà Andrew Bertie hielt sich 1998 zu einem mehrtägigen Privatbesuch in Südtirol auf. Er traf damals mit der erst am 30. Jänner 1997 neugegründeten Südtiroler Delegation des Ordens zusammen und bereiste die historischen Stätten des Wirkens des Malteserordens in Südtirol zwischen dem 13. und 18. Jahrhundert. Fünf Jahre nach seinem Tode wurde kürzlich für ihn in Rom der Seligsprechungsprozess eröffnet. Die Bozner Delegation konnte sich seither, in den vergangenen zwei Jahrzehnten, festigen und zählt heute 26 Mitglieder und rund 80 Helferinnen und Helfer. Alljährlich begleitet die Delegation trotz bescheidener finanzieller Mittel jeweils acht bis zehn Betreute nach Lourdes und Loreto.

    Clip to Evernote

    Kommentare (4)

    Lesen Sie die Nutzerbedingungen

    • Informiert

      Großmeister? Einer soll euer Meister sein, heißt es in den Evangelien.
      Das sind kostümierte Gartenzwerge, wichtigtuerische Heuchler und Knechte der Finsternis!
      Einfach lächerlich deren Gehabe.
      Lest mal Matthäus 23 und wendet das achtfache „Wehe euch“ des Gottessohnes auf diese Pseudochristen an!

      • "Kostümierter Gartenzwerg"

        Geschätzter „Informiert“, der Hohn und Spott dieser Wortmeldung mag auch für andere lustig sein, so wie für Dich. Verspottet, verhöhnt und lächerlich gemacht zu werden, ist aber ein unangenehmes Gefühl. Dennoch schöpfen Christen gerade daraus auch wieder Hoffnung und Kraft (Matth 5), weil sie sich als Erniedrigte mit Jesus verbunden fühlen können (Matth 23), weil Spott und Hohn eben oft Wegbegleiter des rechten Weges sind (Matth. 5).
        Spräche „Informiert“ aus ernsthafter Sorge um das Seelenheil der Malteser, wüsste er, dass sich dieses Jesuswort nicht gegen die Malteser richtet, sondern gegen jene, die sich als Lehrer gegenüber andere erheben. Der Malteser lehrt aber nicht, sondern er dient dem, der Hilfe benötigt.

        Es stimmt zwar, dass der Oberste des Ordens „Großmeister“ genannt wird, aber auch, dass die Mönche des Ordens sich mit Frà (frater, Bruder) anreden, wie in Matth. 23 verlangt. Entgegen den Schriftgelehrten und Pharisäern erheben die Malteser jedoch keinen Anspruch auf die Lehre, da es in dieser Frage nur einen Rabbi gibt. Der Malteser sieht sich vielmehr als Diener der Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Treue, also das, was Matth. 23 verlangt.

        All das ist ein Anspruch des Bemühens und kein Ausweis desselben, das heißt, dass der Einzelne auch in seinem Tun versagen kann. Natürlich kann es daher auch im Orden „Heuchelei und Ungehorsam gegen Gottes Gesetz“ (Matth. 23, 28) geben, aber es ist nicht das, was die Ordensmitglieder anstreben. Im Gegenteil.

        Wenn der Malteserorden „die Denkmäler der Gerechten“ (Matth 23, 30) schmückt, dann gewiss nicht aus Selbstsucht oder Heuchelei. Es gibt heute wahrlich bessere Methoden sich in Szene zu setzen, zumal die Gräber der Gefallenen von 1918 ohnehin von nur wenigen besucht werden.

        Was den Vorwurf der liturgischen Kleidung anbelangt. Diese mahnt zur Bescheidenheit; ob manche so etwas als „lächerliches Gehabe“ interpretieren oder nicht, sei denen überlassen. In der Kirche, wo das Kleid getragen wird, kommt es darauf nicht an.

    • Verwunderlich

      ich kenn mich nicht aus…. aber jeder kann glauben was er will….

    • Agathe

      Als pseudo-kirchliche Seifenoper könnte man das ganze Maskerade-Spektakel bezeichnen, wenn nicht handfeste politische und wirtschaftliche Interessen dahinter wären, die beinhart verfolgt werden.

    Kommentar abgeben

    Du musst dich EINLOGGEN um einen Kommentar abzugeben.

    2013 ® © Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH/Srl - Alle Rechte vorbehalten. Impressum | AGB | Kontakt

    Nach oben scrollen