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    An Tür und Angel

    An Tür und Angel

    Welche Worte LH Arno Kompatscher dem Staatspräsidenten Sergio Mattarella in einem kurzen Vier-Augen-Gespräch mit auf den Weg gegeben hat.

    TAGESZEITUNG Online: Herr Landeshauptmann, Staatspräsident Sergio Mattarella hat die Präsidenten der Regionen am Donnerstag nach Rom geladen. Wie war das Treffen?

    Arno Kompatscher: Es war das erwartete förmliche Gespräch. Erstmals seit seinem Amtsantritt hat Mattarella die Regierungschefs zu einem Gedankenaustausch empfangen. Es war genau vorgegeben, wer zu Wort kommen soll.

    Nämlich?

    Zunächst erklärte der Präsident der Regionenkonferenz, Sergio Chiamparino, wie wichtig eine stärkere Rolle der Länder und Regionen sei – und er erteilte der zentralistischen Verfassungsreform eine klare Absage. Chiamparino begann seine Rede mit einem scherzhaften Vergleich: nämlich, dass er, als er zur Schule ging, zwar abgeschrieben habe, aber wenn, dann nur von den Besten. Und diesem Beispiel folgend sollte man sich an dem Modell der deutschen Bundesländer orientieren. Auch der Präsident der Lombardei, Roberto Maroni und Debora Serracchiani, Präsidentin von Friaul-Julisch Venetien und somit Sprecherin der Regionen mit Sonderstatut, schlugen in dieselbe Kerbe. Serracchiani sagte, die Autonomien seien bereit, Verantwortung zu übernehmen, bräuchten aber auch die entsprechenden Ressourcen dazu. Man sei bereit, die Autonomien weiter auszubauen. Der Präsident Apuliens, Michele Emiliano, verwies darauf, dass die Regionen im Süden bezüglich der Bekämpfung der Korruption sich ihrer Eigenverantwortung bewusst seien, aber auch darauf bauen, vom Staat nicht im Stich gelassen zu werden.

    Wie hat Mattarella reagiert? 

    Der Staatspräsident unterstrich, dass eine bessere Einbeziehung der Regionen in Entscheidungsprozesse notwendig sei. Sein Credo: Überall dort, wo die mittlere Regierungsebene zwischen Staat und Gemeinden einen guten Austausch pflegt, funktioniere die Zusammenarbeit am besten. Ansonsten hat er sich eher zurückgehalten.

    Haben Sie mit dem Präsidenten auch persönlich gesprochen?

    Ja, ich war einer der wenigen, der die Möglichkeit dazu bekommen hat. Die Südtiroler sind halt gerne die Schnellsten (lacht), Ich habe Mattarella kurz vor seinem Abschied angesprochen und ihm erklärt, dass Südtirol etwas Besonderes unter den Sonderautonomien sei. Zudem habe ich ihn nach Südtirol eingeladen. Der Staatspräsident kennt unser Land sehr gut und versicherte, er werde versuchen, noch heuer im Sommer oder im nächsten Jahr auf Urlaub nach Südtirol zu kommen. Es hat ja bereits Tradition, dass Staatspräsidenten hier ihre Ferien verbringen.

    Interview: Matthias Kofler

     

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