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    Geldschöpfung aus dem Nichts

    Die Informationskampagne der Bewegung Human Economy ist am Laufen. Man will die Südtiroler über das auf Schulden basierte Geldsystem aufklären. DAS VIDEO.

    Am Donnerstag hat die Südtiroler Initiativ-Bewegung Human Economy im ganzen Land – an über 30 Standorten vor Banken – Flugblätter ausgeteilt. Dadurch wollte man Informationen über das auf Schulden basierte Geldsystem geben.

    „Wir konnten viele Gespräche mit interessierten Menschen führen. Man ist sehr besorgt über die derzeitige nationale und internationale Entwicklung, die mit dem Geldsystem direkt zusammenhängt“, so die Bewegung.

    Am Donnerstag, 16. Juli, findet eine Flugblattaktion vor allen öffentlichen Institutionen wie Gemeinden, Bezirksgemeinschaften, Gericht, Polizei, Agentur der Einnahmen usw. statt. „Damit nachher keiner mehr sagen kann ‚das habe ich nicht gewusst’“, so Human Economy.

    Ende Juli soll dann ein alternatives Geldsystem für Südtirol vorgestellt werden. Das Motto: „Freikauf von Italien durch eine eigene Zentralbank.“

    IM VIDEO ZEIGT HUMAN ECONOMY AUF, WIE DIE GELDSCHÖPFUNG AUS DEM NICHTS FUNKTIONIERT.

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    Kommentare (18)

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    • Josef

      Schuldgeld ist ganz was normales und schon sehr lange praktiziert.
      Früher wurden eben Wechsel abgetreten. das elektronische Bankgeld ist nur eine Fortentwicklung.

      • Bernhardl

        Der stark überhöhte Zinsen, Renditen, ecc. bedeuten Wucherei?

      • Josef Kaufmann

        Lieber Josef,

        Sie haben vollkommen recht, das Schuldgeldprinzip wird schon seit nunmehr ca 6000 Jahren praktiziert, abwechselnd als materielles Warengeld (Gold, Muscheln…) oder als wertloses Vertragsgeld (Tontafeln in Summer, Papiergeld, Buchgeld..). Doch immer wurde das Geldsystem nach dem zyklisch notwendigen Crash (alle 70-80 Jahre) als NULLSUMMENSPIEL neu aufgezogen, mit der VERKOPPELUNG von Produktion und Verteilung von Gütern und Dienstleistungen.

        Ein NULLSUMMENSPIEL bedeutet; dass die Gewinne der einen immer die Verluste der anderen sind (siehe aktuelle Situation der europäischen Nord- und Südländer). Schöne Beispiele sind Poker oder Monopoly. Das Prinzip dahinter, egal wie viele Spieler daran beteiligt sind und wie gut sie spielen, am Ende gewinnt immer nur einer und alle anderen Mitspieler verlieren ihren Einsatz ganz nach dem Motto „THE WINNER TAKES IT ALL“

        Der Fehler im Geldsystem ist nicht so sehr die Erschaffung des Geldes aus dem Nichts (FIATGELD) und dessen Wertlosigkeit, wie viele vermuten, sondern die Tatsache, dass dieses Geld als SCHULD/KREDIT erschaffen wurde, der getilgt werden muss und dazu noch mit Zinsen. Diese Zinsen sind aber in der gerade vorhandenen Gesamtgeldmenge nicht vorhanden und müssen über eine Neuverschuldung immer erst geschaffen werden, welche wiederum Zinsen einfordern. (Alle Weltreligionen haben Zinsen schon als Teufelswerk bezeichnet – warum wohl?) Also laufen die Geldforderungen immer der gerade existierenden Geldmenge davon und zwar exponentiell.

        Erschwerend kommt hinzu dass die Guthaben in der Gesellschaft sehr ungleich verteilt sind (siehe Studie OXFAM. 1% der Weltbevölkerung besitzt nächstes Jahr soviel wie der ganze Rest)

        Ein weiterer Fehler im Geldsystem, unabhängig ob Warengeld oder Fiatgeld, besteht darin, dass wir über das Tool Geld Produktion und Verteilung von Waren und Dienstleistungen miteinander verkoppelt haben. Das bedeutet, man kann nur das Geld im Konsum, also der Verteilung von Waren und Dienstleistungen, ausgeben, welches man in der Produktion verdient hat. Geht beispielsweise ein Unternehmen Pleite, können sich die Arbeiter die Waren der anderen Unternehmen nicht mehr leisten und ziehen somit auch diese Unternehmen mit nach unten (KONJUNKTURZYKLUS – aktuelle in Griechenland und Italien wunderbar zu sehen).

        In den nächsten Pressemitteilungen werden Möglichkeiten erläutert, wie man diese Probleme sehr elegant umgehen kann, mit intelligenten Buchungen und neuen Geldsystemen. Keine Nullsummenspiele mehr, Entkoppelung von Produktion und Verteilung und die Möglichkeit von asymmetrischen Preisen sind in diesen neuen Ansätzen inkludiert!

        Bleiben sie als dran. Es lohnt sich!! 😉

        • Vingscher

          Lieber Josef Kaufmann

          Ihrem Sprachgebrauch nach könnte man fast meinen Sie seien tatsächlich Ökonom. Inhaltlich entbehren Ihre Aussagen jedoch jeglicher Logik. Teilweise sind sie sogar so abstrus, dass sie mir ein Lächeln aufs Gesicht zaubern, ganz so wie wenn mir meine drei-jährige Tochter die Welt erklärt. Jedoch entweicht mein Lächeln so schnell wie es gekommen war, muss ich doch mit Entsetzen feststellen, dass die angeführte Argumentation den Gedanken einer erwachsenen Person entsprang.

          Liebe Grüsse eines Scharlatan-verabscheuenden Südtirolers

    • Puschtrabui

      Südtiroler Zentralbank aber bitte ohne Politikpostenschacher, ohne Sparkasse mit deren Bankiers und Aufsichtsräte 😉

      • Bernhardl

        Die Sparkasse hat im letzten Jahrzehnt viele 100 Millionen Euro falsch investiert. Oder wurden die Gelder wissentlich einigen zugespielt?

        • Puschtrabui

          jedenfalls sind die Millionen jetzt irgendwo anders, das System Geld und Schulden funktioniert immer so, wenige immer mehr und die meisten immer weniger von den Scheinen die aus dem Nichts erfunden wurden und keine Garantien hat.

        • Josef Kaufmann

          Zitat […Die Sparkasse hat im letzten Jahrzehnt viele 100 Millionen Euro falsch investiert….].

          Lieber Bernhardl,

          Die Sparkasse hat, wenn schon, aus dem Nichts erschaffene Kredite an Leute vergeben, deren Bonität (Rückzahlungsfähigkeit) fragwürdig war. Die Krise hat das Ausfallrisiko dieser Kredite noch vergrößert.

          Das Geld der Anleger ist hingegen in Sparkasseaktien angelegt, aber nie verleihen. Die Aktienwerte haben lediglich durch diese Gerüchte an Wert verloren. Nun hoffen alle Verantwortlichen, dass die Gerüchte aufhören und die Wirtschaft wieder wächst, dann würde auch das Vertrauen in die Sparkasse zurückkehren und der Wert der Aktien wieder anziehen (so die Hoffnung)! Egal ob nun die Kredite einbringlich sind oder nicht. Im Übrigen wurden Kredite sogar weiterverkauft!!!

          Was geschah wirklich bei der Sparkasse? Wer kann als einziger Geld erzeugen? Richtig „BANKEN“ und zwar alle Banken, auch die Sparkasse! Wenn aber niemand mehr Kredite nehmen will, werden Kredite auch an Unternehmen und Menschen vergeben, die weniger kreditwürdig sind. Solange diese brav ihre Zinsen zahlten, war die Sparkasse durchaus im Interesse der Bankenaufsicht. Jetzt, wo die Raten weniger gut einbringlich sind, wird dem Bankvorstand und Aufsichtsrat der schwarze Peter zugeschoben, in dem man sagt, sie hätten das Risiko falsch eingeschätzt!!

          • Luis

            Wachstum gibt es nicht andauernd. Was soll noch jedes Jahr wachsen? Zuerst muss zurückgestuft, zurück geschnitten werden damit etwas wachsen kann.
            Das selbe Spiel wie mit den Zinsen und Zinseszinsen.
            Es gibt kein ewiges Wachstum, heute befinden sich viele in der Rezession in einer „Schrumpfung“.

        • Luis

          Angeblich, alleine 2012,2013,2014, sind es in Summe 500-600 Millionen.

    • Vingscher

      Was genau ist denn euer Vorschlag? Die Einlagereserve der Banken auf 100% hochzuschrauben? Plädiert ihr für ein Geldsystem nach dem Vorbild der Vollgeld Initiative, für welche in der Schweiz gerade Unterschriften gesammelt werden?

      Im Prinzip ist euer Vorschlag nicht ganz verwegen und auch unter Ökonomen diskutiert.

      In der Ökonomenstimme hat Mark Joób zwei Artikel zum Vollgeld publiziert. Die Artikel sind sicherlich in Richtung Pro-Vollgeld verzerrt, bieten jedoch einen Einblick der weit über eure, etwas populistische Darstellung hinausgeht.

      http://www.oekonomenstimme.org/artikel/2014/01/vollgeld-eine-vernuenftige-alternative-zum-bestehenden-geldsystem/

      http://www.oekonomenstimme.org/artikel/2015/04/vollgeld-und-der-schweizer-franken/

      Was ihr in eurer Darstellung komplett verschweigt, sind die positiven Seiten des jetzigen Systems. Unter dem aktuellen System reagieren Banken durch Bilanzverkürzungen und Bilanzverlängerungen auf aktuelle konjunkturelle Entwicklungen. So ist im aktuellen System eine temporäre Diskrepanz zwischen Sparen und Investieren möglich. Ein Aspekt der in der Diskussion zu oft vernachlässigt wird.

      Ich hoffe ihr werdet in Zukunft ein faires Pro und Contra liefern, denn das Thema ist eigentliche zu spannend um es für irgendwelche verschwörungstheoretischen Überlegungen zu verbraten.

    • HORST

      Hochkomplexes und spannendes Thema mit welchem wir uns ständig auseinander setzen müssen. An der Komplexität dieses Themas scheitern viele, mich eingeschlossen. Solche Vorträge geben immer Denkanstöße, was ich prinzipiell gut finde.

      Andreas Popp mit seinem Plan B wäre hier sicherlich erwähnenswert, wobei das „soziale Bodenrecht“ hier natürlich einen Streitpunkt bildet.

      Was jeder Mensch aber kann ist sich die Geschichte anzuschauen, da diese bekanntlich die Wurzeln unserer Zukunft bildet. Ist ein Staat verschuldet hatte er bisher immer 3 Möglichkeiten von vorne anzufangen (auch Mischformen):
      – Hyperinflation
      – Schuldenschnitt
      – drastische Besteuerung von Vermögen

      Was ich aber sicher aus meiner bescheidenen Position heraus erkennen kann ist das es SO sicherlich nicht weitergehen kann (lässt sich anhand dieser Grafik gut veranschaulichen):

      http://www.dizrespect.com/wp-content/uploads/2011/09/boersengeschaefte.jpg

    • Josef

      Auf dieser Seite werden Schulden grundsätzlich als schlecht dargestellt. Das ist meiner Ansicht eine falsche Herangehensweise. Investitionen haben ja oft einen Ertrag und der der finanziert, soll auch einen Teil des Risikos vergütet erhalten.
      Umgekehrt verliert der Kreditgeber ja auch sein Geld, wenn kein ausreichender Ertrag erwirtschaftet wird.
      Zinsen stellen immer eine Vergütung für das Leihen dar. Was soll daran schlecht sein?

      Zinsen und Geld – anders als das von der hiesigen Seite- dargestellt wird, sollen zu- und abnehmen dürfen.

      Was wäre denn der Vorteil, wenn abgezählte Geldscheine und Münzen vorlägen?
      Dies würde dann zu einer Verzerrung führen.

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