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Angekündigter Rausschmiss

Angekündigter Rausschmiss

Das Protokoll der Aktionärsversammlung beweist: Bereits im April waren Land und öffentliche Körperschaften über die Strategie des Brennercom-Verwaltungsrates informiert. Wer hat hier nicht aufgepasst?

Von Anton Rainer

Eine Beziehung geht frühestens dann in die Brüche, wenn man sich gegenseitig nicht mehr zuhört. Im Sorgerechtsstreit für die Brennercom war es für Vater Land und Mutter Athesia spätestens am 27. April 2015 soweit.

An jenem Donnerstag lädt der Brennercom-Verwaltungsrat um Ferdinand Willeit und Michl Ebner zur jährlichen Aktionärsversammlung.

Treffpunkt: Der Firmensitz in der Bozner Pacinottistraße, 12:00 Uhr – Ein einstündiger Routinetermin, an dem sämtliche Gesellschafter der Brennercom teilnehmen.

Auch das Land und auch die kleineren öffentlichen Körperschaften Selfin und Stadtwerke Brixen, deren Beteiligungen erst am vergangenen Freitag für erloschen erklärt wurden.

Eine Stunde lang dauert die in gerade einmal drei Protokoll-Seiten zusammengefasste Versammlung ­– doch wer die Niederschrift genau liest, entdeckt darin den faktischen Beginn jener „Kriegserklärung“, die das Land im Juni vermeintlich vollkommen unvorbereitet trifft. Während des Berichts des Aufsichtsrates spricht Brennercom-Präsident Ferdinand Willeit nicht nur über ein äußerst erfolgreiches Geschäftsjahr (mehr als eine Million Euro Gewinn, starkes Wachstum in den wichtigsten Marktsegmenten) – er kann sich auch eine Spitze gegen den Hauptaktionär nicht verkneifen. Im Protokoll heißt es:

„Zum Aktionär Autonome Provinz Bozen berichtet der Präsident, dass laut einem Staatsgesetz die Telekommunikation nicht strategisch ist und sie deshalb aus der Brennercom aussteigen müssten. (sic!)“

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