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    Schnelle Meister

    Wie viel Bürgermeister ist gut für eine Gemeinde? Martin Ausserdorfer, neuer Bürgermeister von St. Lorenzen, sagt: „Wir brauchen keine Vollzeit-Bürgermeister.“

    von Silke Hinterwaldner

    Martin Ausserdorfer ist nicht nur ein Mann der großen Worte, sondern auch ein Mann der Tat. Das hat er in den Wochen nach der Gemeindewahl eindrucksvoll bewiesen. Innerhalb kurzer Zeit hat der noch recht junge Bürgermeister von St. Lorenzen eine Koalition mit der Liste Gemeinsam zurechtgezimmert und so – fast – alle im Gemeinderat und in seiner Gemeinde zufrieden gestellt.

    Die ersten Sitzungen des Rates haben gezeigt, dass diese Entscheidungen gut waren. Sein programmatischer Bericht wurde am Montagabend einstimmig genehmigt. „Die Kräfte bündeln und gemeinsam nach vorne schauen“, sagt Martin Ausserdorfer, das ist seine Vorstellung von politischer Gemeindearbeit.

    Und er geht auch noch einen Schritt weiter. Ausserdorfer erklärt: „Wir brauchen keine Vollzeit-Bürgermeister. Viel wichtiger ist es, da zu sein, wenn es wirklich wichtig ist.“

    Auch er selbst handhabt es so: Ausserdorfer leitet die BBT-Infostelle in Franzensfeste und ist Mitglied des BBT-Aufsichtsrates, er ist Präsident der STA und seit kurzem auch Bürgermeister von St. Lorenzen.

    Um das alles zu schaffen, hat er für sich selbst einen ehrgeizigen Plan entworfen. Beim BBT hat er Arbeitszeit reduziert und für seine Tätigkeit als Bürgermeister von St. Lorenzen verzichtet er auf einen Teil des Gehaltes – genauer gesagt auf 15 Prozent der Bruttoentschädigung.

    Dem Bürgermeister stehen in St. Lorenzen 4.500 Euro brutto zu. Nach dem Verzicht auf einen Teil des Gehaltes und alle Abzüge eingerechnet, bleiben Ausserdorfer jetzt 1.900 Euro netto, die er von der Gemeinde St. Lorenzen ausbezahlt bekommt.

    „Die Tätigkeit als Bürgermeister ist in meinen Augen kein Vollzeit-Job“, sagt er, „dafür muss man keine 40 Stunden pro Woche investieren. Wer zu viel Zeit als Bürgermeister hat, sucht sich oft auch unnötig Probleme.“

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