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    Doktor Who?

    Doktor Who?

    Mithilfe eines Beschlussantrags wollen die Grünen den falsch verwendeten Doktortiteln einen Riegel vorschieben.

    Von Anton Rainer

    Ironie oder Beweisführung? Ausgerechnet am Ende des Beschlussantrags, mit dem die Grünen die missbräuchliche Verwendung des Doktortitels in Südtirol anprangern – steht es schwarz auf weiß:

    Gezeichnet: Dr. Heiss, Dr. Dello Sbarba, Dr.in Foppa.

    „Was soll ich sagen“, lacht Brigitte Foppa auf Nachfrage der TAGESZEITUNG, „ich habe schon so oft darum gebeten, dass man die Titel unter unseren Anträgen weglässt. Aber sogar auf den Türschildern schreibt man uns falsch.“ Tatsächlich erleben Brigitte Foppa und Riccardo Dello Sbarba eine Realität, die sich in Südtirols akademischen Kreisen zu Unrecht eingeschlichen hat:

    Obwohl die beiden Abgeordneten (im Gegensatz zu ihrem Kollegen Hans Heiss) niemals promoviert haben, bestehen die Angestellten des Landtags auf dem falschen Titel – der seinen Ursprung in einem Übersetzungsfehler hat.

    Denn: Jeder akademische Abschluss, der in Italien vergeben wird, verleiht seinem Träger den „Dottore“, selbst nach einem dreijährigen Bachelor-Abschluss darf man sich damit schmücken. Genauere Unterscheidungen finden sich höchstens in den beigestellten Attributen – die bei der Übersetzung ins Deutsche oft (nicht ganz uneigennützig) „vergessen“ werden.

    Bildungsinstitutionen kritisieren die in Südtirol einzigartige Problematik seit langem, erst vor wenigen Monaten berichtete die TAGESZEITUNG über die umstrittene Praxis. Der Grünen-Antrag mit dem Titel „Schluss mit der akademischen Falschmünzerei“, soll das Thema nun ein für alle Mal klären – und jenen Landtagsabgeordneten, die sich fälschlicherweise mit dem Dr.-Titel schmücken, eine Vorbildfunktion nahelegen.

    Immerhin, so der Beschlussantrag: „Als Mann sollte man zur Einsicht kommen, dass schon viel gewonnen wäre, wenn es unsereinem stets gelänge, ein „Herr“ zu sein.“

     

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    Kommentare (43)

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    • Stephan Mair

      Ludwig Steiner ist gestorben.
      Danke!

      • kleiner Mann

        Und wer ist Ludwig Steiner?

        • THEMA

          Wieso sind Sie so dumm ?

          • barfusler

            So wie Du THEMA schreibst und mit dem „kleinen Mann“ sprichst kann es nicht anders sein als dass Du ohne deinen Doktortitel ganz schön nackt dastehst.

            • THEMA

              Schauen Sie, guter Mann, man kann auch ohne akademischen Titel intelligent sein. Ich bin ein lebendes Beispiel.Aber wenn jemand nicht weiss wer der Botschafter Steiner war, dann hapert es wirklich mit der Intelligenz. Auch etwas einfältige Leute hätten zumindest in Wikipedia nachgeschaut bevor sie ihre Dummheit publik machen.

          • kleiner Mann

            🙂 kann sein ! Aber was hat Ludwig Steiner mit diesem Art. zu tun – ich kann die Zusammenhänge nicht verbinden = also werde ich wohl dumm sein . . was soll´s das Leben geht trotzdem weiter !

          • le meauw

            a) Warum sich nach außen hin gebildet gebende Menschen in Blockbuchstaben schreiben ist mir ein Rätsel.
            b) Wer nicht zwischen Intelligenz und Wissen unterscheiden kann, sollte seine Mitmenschen nicht als dumm bezeichnen.
            c) Der Zusammenhang zwischen Ludwig Steiner und diesem Thema ist auch mir nicht ersichtlich.

    • uschi glas

      „bestehen die Angestellten des Landtags auf dem falschen Titel“

      bestehen auf DEN Titel

    • Roland P

      Es handelt sich dabei um eine Unart, die seit Jahren bereits behoben werden sollte. Ein Doktortitel, der mit „Dr.“ abgekürzt wird, steht nämlich nur den Absolventen eines Doktoratsstudiums (PhD) zu. Sogar die Universität Bozen weist auf ihrer website darauf hin, dennoch hält sich diese Praxis weiterhin hartnäckig. Am interessantesten ist es, wenn ein Südtiroler Student im Ausland ein Magisterstudium abschliesst, also „Mag.“ ist, sich den Titel in Italien anerkennen lässt, damit zum „Dott.“ wird und ihn dann wiederum freizügig ins Deutsche zu übersetzen versucht und schwupps wird daraus ein neuer akademischer Titel (Dr.), bei dem er genau wissen sollte dass er ihn nicht zu tragen berechtigt ist. In Österreich und Deutschland hätte die missbräuchliche Verwendung von akademischen Titeln strafrechtliche Relevanz, nicht jedoch in Italien. Am Ende scheitert die korrekte Verwendung von akademischen Titeln wohl meist am Ego der ehrenwerter Studierten… Bescheidenheit ist eine Zier, doch weiter kommt man ohne ihr!

      (http://www.unibz.it/de/students/studycareer/academic_titles/default.html)

    • THEMA

      Die übliche Wichtigtuerei der Politiker. Der Landtag hat darüber nichts zu entscheiden, und es gibt kein Gesetz das den „Dr“ verbietet. Also nur Zeit und Geldverschwendung in sinnlosen Diskussionen.

    • barfusler

      Vielleicht wäre es einfach mal vernünftig den Dr. Titel überhaupt zu streichen. Wenn natürlich jemand nicht wirklich was auf die Reihe bringt, verleiht so ein Dr. zumindest einen recht vorteilhaften Schein.

    • richtig

      Richtig so – jeden Bachelor oder Magister als Dr. schimpfen zu müssen, während echte Dr.-Träger mind 8 Jahre für den Dr.-Titel hinarbeiten müssen?!
      Bravo Grüne, endlich traut sich mal jemand in ein Wespennest zu stechen…

    • svp - 70 jahre käse

      Mir gefällt Dipl.-Ing. gut, besser als Mag.
      Wie darf sich ein Dipl.-Ing., die der sich 6 bis 8 Jahre oder mehr nach den langen alten Studienplänen gebüffelt haben in Italien nennen?
      Wie dürfen sich die Mag. mit 4 Jahren nennen? Alles ein Einheitsbrei.

    • anonym

      ich bin auch ein mag. und lass mir den titel nicht anrechnen
      bin ich dann ein arsch?

    • anonym

      schuler hat keinen titel und langzeitstudent kurz ähn achmammer auch nicht

    • Luis

      Diese falschen, richtigen Doktoren am Titelbild von „Schneewittchen und den sieben Zwergen“ tragen zur Italianisierung Südtirols bei.

    • Christoph

      ….deshalb ist es verständlich, dass man im Internet vergeblich sucht, wann und vorallem an welcher Uni und in welchem Fach gewisse Damen und Herren von Rang und Namen angeblich promoviert haben !!!

    • Dr. andy

      immer wieder mal bekommt man Briefe und Emails von Italienern, die einem zum Dottore machen, nur um einem zu schmeicheln und einem was andrehen zu können…
      wäre das dann ja auch strafbar…
      ach… das ganze mit dem „rumgedoktore“ überlassen wir doch lieber den Krankenhausärzten, mag noch soviel Dr. DrDr. Dott. vor einem Namen stehen – aufs Klo müssen sie alle gleich…

    • nairb

      Kleiner Auszug aus Wikipedia. Die widmen Südtirol einen ganzen Absatz:

      Die Freie Universität Bozen schreibt auf ihrer Webseite, “ […] dass auch nach erfolgreicher Anerkennung der österreichische Grad zu führen ist; innerhalb Italiens kann alternativ auch der dottore (dott.) geführt werden. Der Doktor (Dr.) bleibt auch in diesem Fall den Absolventen eines Promotionsverfahrens vorbehalten. Trotzdem ist die Übersetzung von dottore in Doktor eine in Südtirol seit Jahrzehnten weit verbreitete Gewohnheit – die zwar in Italien bisher nicht sanktioniert wurde, im Ausland aber bereits zu rechtlichen Schwierigkeiten geführt hat; die Mehrheit der Absolventen von Bachelor- oder Masterstudiengängen führt einen Namenszusatz, der „Dr.“ enthält, und lässt sich mit „Doktor“ ansprechen.

      […] Vor allem in der Politik werden solche übersetzte Dr.-Titel getragen, wo es auch üblich ist, sich nach dem Abschluss von zwei Bachelor-, Master- oder Magisterstudiengängen als DDr. zu bezeichnen oder als Politikerin den Grad dottoressa mit Dr.in abzukürzen.
      Im Südtiroler Landtag trugen 2008-2013 21 von 35 Mitgliedern einen Dr.-Grad. Von den 17 Landtagsabgeordneten, welche nach der Wahl 2013 ein Dr. vor dem Namen führten, haben lediglich zwei promoviert.

      Auf der Website der Südtiroler Landesregierung bzw. des Südtiroler Landtages trugen 2013 sieben der acht Regierungsmitglieder Doktorgrade, von denen keiner auf eine Promotion zurückzuführen war.

      Seit 2014 führen sechs der acht Regierungsmitglieder in deutschsprachigen Texten Dr. und auf Italienisch dott. bzw. dott.ssa vor dem Namen.“

      Ich finde es ist höchste Zeit mit den falschen Titeln aufzuräumen und das Tragen dieser auch unter Strafe zu setzen. Gerade das Land sollte als Beispiel vorangehen und damit meine ich nicht nur den Landtag!

    • bubo

      „Frag doch deinen Arzt oder Apotheker “ ober er ein wissenschaftliches Doktorat (PhD) hat. Ich kenne keinen einzigen.

    • So-sehe-ich-das

      Lassen wir ihnen doch den Dr.Titel. Sollen sie doch damit glücklich werden.
      Schließlich waren die Deutschen auch mal „Papst“ 😉 😉

    • bernhard

      Felix Landtag bzw. Grüne! Wenn es keine größeren Probleme mehr im Land gibt, können die Gewählten sich für ihr immer noch fürstliches Gehalt mit solchen „Gazzate“ beschäftigen und Beschlussanträge schreiben. Beschäftigungstherapie sozusagen, damit sie wissen, wieso sie überhaupt auf der Welt (bzw. im Landtag) sind!!

    • anonym

      bubo
      ein doktor der gesamten heilkunde hat gleich die promotion

      und ein apotheker
      hat mag. pharm (es sei denn er hat das doktorat)

      und dann muss er jha die staathsbrüfung ablegen

    • wellen

      Meiner Erfahrung nach legen grad solche Leute Wert auf gefakte Titel, die sonst in der Bedeutungslosigkeit versinken würden.
      Wahre Größe ist bescheiden.

    • Ulrich

      Das Problem könnte auch auf andere Berufsgruppen ausgeweitet werden.
      Wie viele schmücken sich in Südtirol mit dem doppelten Titel Avvocato/Rechtsanwalt, obwohl sie keine Zulassung in Österreich, Deutschland oder Schweiz besitzen und sich somit „lediglich“ Avvocato nennen dürften. Ferner, wäre hier auch das Thema der niedergelassenen Anwälte anzusprechen, die kein Examen im System abgelegt haben, sondern sich den Titel eines anderen Systems (z.B. den spanischen Abogado, wo kein Staatsexamen vorgeschrieben ist) erworben haben und dann anerkennen lassen, um wie Anwälte zu operieren, die ein Examen abgelegt wurde.
      Aus Abogado wird dann Rechtsanwalt und Avvocato, was beides nicht rechtens ist…
      (So, das muss mindestens einmal am Tag raus … Danach geht es mir besser)

    • devilhard

      In Italien stellt das Anführen falscher akademischer Titel bereits eine Straftat dar (siehe Strafgesetzbuch).

      Ich vermute aber mal, dass bisher einfach noch niemand in Südtirol angezeigt wurde.
      Sollte es allerdings zu einer Anzeige kommen, sehe ich keinen Grund, warum die Angeklagten nicht verurteilt werden sollten:
      * In Italien gibt es keine offizielle Übersetzung der dottore-Titel ins Deutsche
      * Will man seinen Titel auch in Deutsch führen, so ist der gleichwertige Titel (also beispielsweise Magister) zu verwenden, alles andere fällt unter Täuschung. (Stichwort auch Bologna-Prozess)
      * Ich kenne keine Rechtsnorm, die besagen würde dass es zu keiner Straftat kam, nur weil es hierzulande mittlerweile Usus wurde.

      • Dott.

        Solange Italien keine rechtliche Übersetzung des dott. ins Deutsche liefert, ist eine Übersetzung in Mag. genauso unrechtens wie in Dr, nicht nur, sondern auch widersinnig, da der Mag. In Italien nicht existiert. Es wäre genauso Täuschung, würde sich ein sizilianischer dott. plötzlich Mag. nennen.
        Da man vor den Vornamen in Italien soweit mir bekannt so ziemlich alles setzen darf, sehe ich keine Straftat im Befolgen eines Gewohnheitsrechtes.

        Es mag über den Gebrauch von Mag. und Dr. in Italien verschiedene Meinungen geben, aber die studierten „Herren“ Grünen sollten nicht die Bürger angreifen, die sich in einem zu wenig geklärten rechtl. Rahmen bewegen, sondern das Recht auf deutsche Sprache in Südtirol einklagen und eine Lösung finden, die dem Südtiroler dottore gegenüber etwa dem Modeneser oder Florentiner dottore Gleichstellung verschafft.
        Die Übersetzung von Titeln ist immer schwierig bei unterschiedlicher Qualität. Von mir aus könnte man sie auch gänzlich streichen, wenn man sieht, wer sich nach so kurzer Studienzeit schon mit Titeln schmückt, selbst manchem echten Dr. fehlt ein akademischer Anspruch. Dennoch bin ich dafür, dass dottore vorerst sprachlich korrekt in Doktor übersetzt wird.
        Der Meistertitel gehört in andere Bereiche, an die Uni gehört der Doktor. Gerne können sich die österreichischen und deutschen Magister auch Doktor nennen, hätte kein Problem damit. Aber als dott. möchte ich nicht zum Meister oder Magister werden.

    • Gregor Beikircher

      Hört endlich auf mit dieser Titelreiterei. Wer keinen rechtlich erworbenen akdemischen Titel hat, soll ihn nicht angeben dürfen. Und wer einen echten Doktortitel erworben hat, soll als oslcher benannt werde, allerdings auch nur dort, wo es gemäß und vorgesehen ist. All die überschriebenen dott., mag. usw. sind eigentlich klar rechtlich geregelt und dürften niemals vorneweg als Dr. benannt werden, auch wenn sie es noch so gerne möchten. Schließlich steht hinter jedem ordentlichen Doktoratsstudium auch eine gewisse wissenschaftliche Leistung., die ja nicht jede/r, die sich Dr. nennen, erarbeitet hat.

    • Gregor Beikircher

      Korrektur einiger Tippfehler: ….. Wer keinen rechtlich akademiischen Titel hat, soll ihn nicht angeben dürfen. Und wer einen echten Doktortitel erworben hat, soll als solcher benannt werden, allerdings auch nur dort, wo es gemäß und vorgesehen ist. ………

    • kleiner Mann

      hmmm, also kann ich mich mit meinem, in Rumänien erworbenen akademischen Titel weiterhin Dr. nennen ? Gefällt mir . . .ist nämlich sehr, sehr wichtig dass Dr. vor meinem Namen steht

    • THEMA

      Und täglich grüsst das Murmeltier ! Jedes Jahr, in der saure Gurkenzeit, finden sich Wichtigtuer
      die sich masslos erregen. Wahrscheinlich um in die Zeitung zu kommen. Das Beste dabei ist aber
      dass selbst diese Leute ihren Protest mit ihrem Dr. unterschreiben. Selten so gelacht.

    • le meauw

      Wie schauts mit den ganzen Lehrern in den Oberschulen aus, die (unter anderem auch von öffentlicher Stelle) mit Professor angesprochen werden, obwohl sie zum Teil noch nicht einmal einen akademischer Titel innehaben?

    • Kassandra

      Ausnahmen sind Ärzte. Auch ohne Forschungsdoktorat schließen sie ihr Studium, das aber auch nicht den üblichen „Bologna-Regeln“ unterliegt, mit einer Promotion ab und führen den Dr. Titel also völlig zu recht. Wo kämen wir da hin wenn der „Doktor“ kein Dr. mehr ist.
      🙂

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