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    Was tun gegen Fettleibigkeit?

    Was tun gegen Fettleibigkeit?

     

    In Südtirol leiden schätzungsweise 3.500 Personen an schwerer Fettleibigkeit. Der Südtiroler Sanitätsbetrieb klärt auf.

    Bezogen auf die wirtschaftlichen Auswirkungen kostet Fettleibigkeit (Adipositas) laut jüngsten Veröffentlichungen annähernd soviel wie Rauchen oder Waffengewalt, Krieg und Terrorismus zusammen.

    In Italien leiden derzeit 3,6 Millionen Erwachsene zwischen 18 und 65 Jahren, 1,8 Millionen Personen über dem 65. Lebensjahr und 115.000 Kinder, zwischen 8 und 9 Jahren, an Adipositas; davon sind ca. über 500.000 schwer adipös. Ein Großteil davon leidet zusätzlich an Komplikationen wie Diabetes Mellitus Typ 2 (ca. 26%), Bluthochdruck (ca. 51%), Arthritis (ca. 40%) und Krebserkrankungen (ca. 52%), besonders im Bereich der Speiseröhre, Brust und Dickdarm.

    Eine fettleibige Person hat außerdem eine kürzere Lebenserwartung. Im Vergleich zu einer Person mit Normalgewicht ist die Lebenserwartung bei einer Person mit Übergewicht bis zu 8 Jahren und wenn zusätzlich Diabetes oder eine kardiovaskuläre Erkrankung besteht, bis zu 19 Jahren kürzer.

    In Südtirol leiden schätzungsweise 3.500 Personen an schwerer Adipositas. Bei mehrfachem Versagen der konservativen Therapie, Ernährungs- und Bewegungstherapie, kann bei einer hochmotivierten Person mit einem Body-Maß-Index (BMI) über 40 bzw. einem Body-Maß-Index zwischen 35 und 40 mit Begleiterkrankungen, die bariatrische Chirurgie (Adipositaschirurgie) als Therapieoption in Erwägung gezogen werden. Das Wort bariatrisch stammt aus dem Griechischen bari – Gewicht und atri – Behandlung.

    “Wir hatten in diesen Jahren hervorragende Ergebnisse bezüglich Gewichtsverlust und Kontrolle der Nebenerkrankungen, aber vor allem konnten wir eine allgemeine Besserung der Lebensqualität feststellen. Die bariatrischen Eingriffe sind aber keine Alternative für jene, welche keine Diät befolgen wollen. Auch nach einer Operation müssen unsere Patienten eine niedrig kalorische Kost befolgen, Vitamin- und Mineralsupplemente einnehmen und sich lebenslang regelmäßigen Kontrollvisiten unterziehen” unterstreicht Michael Kob.

    Die bariatrische Chirurgie wird auch bei einem Patienten mit schwerem Übergewicht, als eine der effektivsten Therapien mit Typ 2 Diabetes mellitus, erachtet.

    In Italien werden jährlich ungefähr 8000 adipositas-chirurgische Eingriffe durchgeführt, sehr viel weniger als eigentlich erwartet.

    Im Krankenhaus Bozen wurden seit Oktober 2009 mehr als 210 Patienten einer bariatrischen Operation (Magenband, Sleeve Gastrectomy und Magenbypass) unterzogen – in den letzten drei Jahren beinahe 50 Eingriffe jährlich.

    Im März 2015 wurde das “Zentrum für die Behandlung der morbiden Adipositas im Krankenhaus Bozen” offiziell durch die Italienische Gesellschaft für die Chirurgie der Adipositas und der metabolischen Erkrankungen (SICOB) akkreditiert, eine Auszeichnung welche derzeit nur 27 Strukturen in Italien besitzen.

    Ein interdisziplinäres Team des Gesundheitsbezirkes Bozen betreut alle Aspekte der Adipositaschirurgie, welche von der Beurteilung der Eignung und der Vorbereitung der Patienten für den Eingriff, über den eigentlichen chirurgischen Eingriff und der postoperativen Assistenz bis hin zu den langfristigen Kontrollvisiten und Nachuntersuchungen reichen.

    Dieses Team besteht aus den Ärzten Dr. Martin Müller, Chirurg der Abteilung allgemeine Chirurgie, geleitet vom Primar Dr. Federico Martin, Ernährungsmediziner Dr. Michael Kob vom Dienst für Klinische Ernährung, geführt vom Primar Prof. a. c. Dr. Lucio Lucchin, Dr.in Mariantonietta Mazzoldi, Direktorin des psychologischen Dienstes und Dr. Stefano Benvenuti, Abteilung für Gastroenterologie, geschäftsführende ärztliche Direktorin Dr.in Lucia Piazzi.

    Das Team wird am diesjährigen Weltkongress der “Internationalen Föderation für Adipositaschirurgie” (IFSO) in Wien ein Video und einen wissenschaftlichen Poster über die Tätigkeiten in Bozen präsentieren.

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    Kommentare (12)

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    • HORST

      jaja, so ist das auf der Welt. Die einen müssen sich das Fett absaugen lassen weil sie zu viel fressen (krankheitsbedingte Patienten ausgenommen) und die anderen kapp 1 Mrd. Menschen leiden unter der Nahrungsmittelknappheit. Die Nahrungsproduktion bedarf keiner quantitativen Steigerung sondern einer gerechteren Verteilung.

      • MarkP.

        Die Nahrungsproduktion braucht mal zuallererst eine strentere Kontrolle vom Gesetzgeber bezüglich der ganzen Inhaltsstoffe. Denn was da alles chemisch zusammengewürfeltes auf den Markt geworfen wird, ist weder für den Fettleibigen noch für den Hungerknochen gesund.

        Oft ist es nicht nur die Menge, sondern auch WAS man isst.

        • Guenther

          Das merkt man leider erst später was man da alles verabreicht bekommt.

          Man braucht nur schauen wie ungesund dir Südtiroler Vorzeigeprodukte Wein und Speck sind.
          Nein danke.

          • Andreas

            Dann erklär mal wie ungesund die sind.
            Ich nehme mal an Du hast keine Ahnung, aber bist zufrieden, wenn etwas schlecht machen kannst.

          • Woll. Pertinger

            Die Südtiroler trinken viel Wein und essen viel Speck. Und sie sind seltsamer Weise die langlebigsten, gesündesten und am wenigsten fettleibigen innerhalb des italienischen Staatsgebietes. Anscheinend hält das ungesunde Essen gesund.

          • Leo

            Kann mich nicht erinnern, dass einer von euren Körnerfressern ältern gewordern ist, oder sogar heute noch lebt, nur weil er keine Speck ist und keine Wein trinkt. Geniesst das leben und schaut mal in den Spiegel. Ihr schaut aus, wie gespiebene Gerste und wie gesagt, älter werdet ihr auch nicht. Wie auch, so wie ihr abgekämpft aussieht. Grüne Pfeiffen!!!

            • Mark P.

              Hat sich hier jemand als Körnerfresser oder Grüner hier geoutet? Kann ich niergends lesen.

              Zuviel vom Lebensmittel „Phantasie“ gegessen heute?

    • Yannis

      Südtiroler Speck, das dürfte sich längst schon bis in hinterste Ecke Südtirols durchgesprochen haben,
      wird aus EU Massen-Schweinemast Fleisch hergestellt und ist keinen Deut besser als das Schnitzel vom Discounter
      um die Ecke.
      Der Wein soll besser sein als irgend ein anderer aus der EU ? überall werden dieselben Pestizide, Herbizide etc. gespritzt und von Alk her gesehen genauso ungesund wie jeder andere Alkohol.

    • martin

      Die Massentierhaltung für die Fleischindustrie bedarf Futtermittel, die in Kalorien gerechnet 12 Milliarden Menschen ernähren könnten.

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