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    Die Telefon-Falle

    Bei Anruf Falle! Der Landesbeirat für Kommunikationswesen warnt vor gerissenen Telefonverkäufern. Die Angerufenen fallen immer wieder darauf herein und stimmen unbewusst Verträgen zu, die sie allzu oft bereuen.

    Derzeit überziehen einzelne Telekommunikationsanbieter unser Land wieder mal mit einer Welle von aggressiven Telefonverkäufen. Die Angerufenen werden dabei in die Irre geführt weil der Anruf so klingt als käme er von Telecom, dem einstigen Alleinanbieter auf dem italienischen Telefonmarkt. Der Anrufer spricht von vorteilhaften, ja fast zwingend zu akzeptierenden Neuerungen zum laufenden Vertrag, und durch die Änderung werde das bestehende Abo günstiger. Ein Muss quasi, den Vertragsänderungen zuzustimmen.

    In der Meinung, Vertrag und Anbieter bleiben dieselben, geben die Ahnungslosen oft ihre persönlichen Daten preis, vielfach auch Daten der jüngsten Telefon-Rechnungen: Ohne zu wissen, dass der Anruf von einem anderen Anbieter kommt, der im Begriff ist, seinen Telefonvertrag zu übernehmen. Mit den persönlichen Daten des Angesprochenen und der Aufzeichnung des Verkaufsgesprächs in der Hand ist der Anrufer befugt, den bestehenden Telefonvertrag des Kunden zu übernehmen.

    Manchmal geht das Spiel soweit, dass es zur unliebsamen Unterbrechung des Telefondienstes kommt. Der alte Anbieter kappt nämlich die Leitung sobald er vom Mitbewerber darüber informiert wird, dass der Kunde zu ihm übergelaufen ist. Das Freischalten der Leitungen geht leider oft viel langsamer als das Aufschwatzen eines Abos am Telefon.

    Der Kommunikationsbeirat kann einer Gesetzeslage, die mündliche Vertragsabschlüsse am Telefon toleriert, nichts Gutes abgewinnen. Ihm sind nämlich sogar Fälle bekannt, wo die Anrufer gar nicht ermitteln, ob sie mit einem Minderjährigen oder einem Mitbewohner des Vertragsinhabers im Gespräch sind oder – im Falle von Unternehmen – mit Mitarbeitern, die keine Prokura zu Vertragsabschlüssen für die Firma besitzen.

    Laut Kommunikationsbeirat sollten die Telefonkunden einen Grundsatz stets beherzigen: Am Telefon keine persönlichen Daten oder Vertragsdetails nennen. Denn jedes am Telefon formulierte Angebot darf und soll man in schriftlicher Form einfordern, ehe man seine Zustimmung erteilt.

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    Kommentare (5)

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    • MarkP

      Würde das Gesetz rein telefonische Vertragsabschlüsse ohne schriftliches Beiwerk verbieten, gäbe es das Problem einfach nicht.

      • EIner wie ihr

        …. dann kommen die halt ins Haus und gaukeln einem vor eine Zweigstelle der Telekom zu sein. Ist mir persönlich auch schon passiert. Da mir das Ganze komisch vorgekommen ist habe ich bei der Telekom angerufen und siehe da, der „Neuanbieter musste kurz an die frische Luft und ist daraufhin einfach verduftet.

        • MarkP.

          Das ist aber schon ein gewaltiger Unterschied, ob einer vor der Tür vor dir steht, als wenn es beim Telefonat es reicht, wenn du irgendwann im Laufe des Gespräches „ja“ sagst, und sie es zu deinen Ungunsten zusammenschneiden.
          Daß die Gauner alles versuchen ist klar, aber muß man es ihnen auch so einfach machen? Das war mein Gedankenanstoss.

    • Gerhard Meran

      Wir müssen endlich weg von dieser Bananenrepublik Italien, Dann können wir unseren Telefondienst selbst organisieren. Also Los von Rom und dem politischen „Sauhaufen“ (siehe Bozen und Meran), das fordern immer mehr Südtiroler.

    • pervinca

      Der Staat sollte uns vor solchen Machenschaften mit guten Gesetzen schützen

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