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    „So ein Gesetz braucht es nicht“

    „So ein Gesetz braucht es nicht“

    Ein Gesetz soll Autobesitzern künftig vorschreiben, zu welchem Karosseriebauer sie ihr Fahrzeug bringen müssen. Mit 4.000 Unterschriften gegen den Gesetzesentwurf wehrt man sich in Südtirol, sie wurden dem SVP-Kammerabgeordneten Daniel Alfreider überreicht. „Unsere Kunden bestehen auf eine freie Entscheidung und hohe Qualitätsstandards“, betont Gregor Gross, Obmann der Karosseriebauer.

    „Am Ende würden alle draufzahlen: die Kunden, die Karosseriewerkstätte und die heimische Wirtschaft“, ist sich Manfred Huber, Präsident des Südtiroler Autogewerbeverbundes SAG, sicher. Seit Monaten kämpfen die italienischen Karosseriewerkstätten gegen ein Gesetzesdekret, das den Kunden die Wahl der Reparaturwerkstatt vorenthält. Künftig möchten die Versicherungsgesellschaften alleine bestimmen, welcher Handwerker zu welchen Konditionen und Preisen eine Arbeit übertragen bekommt.

    „Eine solche Regelung käme einer völligen Bevormundung der Kunden gleich“, ist sich Huber sicher. „Von freiem Willen keine Spur. Jeder sollte aber die Möglichkeit haben, sich im Schadensfall an die Werkstatt seines Vertrauens zu wenden.“

    Vehement gegen eine solche Regelung spricht sich auch Gegor Gross, Obmann der Karosseriebauer im lvh-Wirtschaftsverband für Handwerk und Dienstleister, aus. „In unseren Werkstätten wird qualitativ hochwertig gearbeitet. Mit einer solchen Regelung müssten wir aber zu Konditionen arbeiten, die uns den Erhalt dieser Qualitätsstandards nicht mehr erlauben. Doch nicht nur Qualität und Vertrauen bleiben auf der Strecke, vor allem auch die Sicherheit des Fahrzeuges auf der Straße kann nicht mehr gewährleistet werden.“ Sorgen macht sich Gross auch um zahlreiche Arbeitsplätze, die dabei auf dem Spiel stehen: In den 130 Südtiroler Karosseriewerkstätten werden durchschnittlich fünf Mitarbeiter beschäftigt. „Wenn der Gesetzesvorschlag in dieser Form umgesetzt wird, werden wir nicht alle Arbeitsplätze halten können“, erklärt Gross.

    Deswegen haben Südtirols Karosseriebauer eine Unterschriftenaktion durchgeführt, mit der sie in Rom Druck machen wollen. Unter dem Titel „Ich habe das Auto, das Modell, die Farbe, die Versicherung und den Mechaniker gewählt. Warum sollte ich nicht auch meinen Karosseriebauer wählen dürfen?“ haben sich zahlreiche Kunden gegen das geplante Gesetz ausgesprochen. Wie sehr den Südtirolern ihre Entscheidungsfreiheit am Herzen liegt, zeigt die beeindruckende Anzahl der Willensbekundungen: „Über 4.000 Unterschriften konnten allein in den Werkstätten gegen diesen Gesetzesentwurf gesammelt werden“, berichtet Manfred Huber. „Hinter jeder davon steckt ein erzürnter und entmündigter Kunde.“

    Die Unterschriften wurden nun dem SVP-Kammerabgeordneten Daniel Alfreider übergeben, um den Ernst der Lage zu unterstreichen. „Diese Unterschriftenaktion zeigt, dass die Südtiroler Karosseriebauer auf sehr hohem Niveau arbeiten“, erklärt Alfreider bei der Übergabe. „Ein solches Gesetzesdekret braucht es nicht. Diesen Handwerkssektor muss man schützen – und dafür werde ich mich in Rom stark machen.“

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    Kommentare (4)

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    • PROF:

      Schon interessant auch das Verhalten der Versicherungen,z.B. meine hat mir 25 Euro Rabatt angeboten, aber dann müsste ich mich bei einer Reparatur in einer von ihr vorgegebenen 3 Werkstätten wenden,andernfalls müsste ich 8o Euro Selbstbeteiligung bezahlen.

    • Yannis

      Dies ist kein Problem wenn wie in meinen Fall die von der Versicherung vorgegebene Werksstatt ohnehin die beste zertifizierte am Ort ist. Sicherlich manchen Hinterhof Spengler wird dies nicht gefallen, aber die Versicherung hat auch ein gewisses Interesse daran dass der Kunde nicht jeden Autoschuster zum Opfer fällt.

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