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    Gefährliche Brille

    sonnenbrille brille ruth leimeggerVorsicht vor der UV-Strahlung: Viele Sonnenbrillen schaden mehr als sie nutzen. Das kann zu gefährlichen Krankheiten führen. Die Augenärztin Ruth Leimegger im Interview.

    TAGESZEITUNG Online: Frau Leimegger, wie schützt man seine Augen am besten vor der Sonne?

    Ruth Leimegger*: Mit einer guten Sonnenbrille, die einen UV-A- und UV-B-Schutz bietet – oder teilweise mit schattenspendender Kopfbedeckung.

    Was genau ist UV-Strahlung?

    Ultraviolette Strahlung finden wir im Sonnenlicht. Vor allem die Höhensonne und die Reflexion der UV-Strahlung durch den Schnee können gefährlich sein. UV-Strahlung entsteht darüber hinaus aber auch beim Schweißen.

    Was passiert mit den Augen bei zu starker Einstrahlung?

    An der Hornhaut kommt es zu einer sehr schmerzhaften Keratitis, also zu einer Hornhautentzündung, die selbstlimitierend ist. Das gilt etwa für die Schneeblindheit. An den Lidern kann eine zu starke Einstrahlung zu bösartigen Tumoren wie zum Melanom oder – noch viel häufiger – zum Basaliom führen. An der Netzhaut hingegen kann ein sehr häufiger Aufenthalt in ungeschützter Exposition zur altersbedingten Makuladegeneration beitragen.

    Ist eine Sonnenbrille mit gutem UV-Schutz ein absolutes Muss?

    Bei einem längeren Aufenthalt an der Sonne definitiv – vor allem im Gebirge, im Schnee oder am Wasser.

    Richtet eine schlechte Sonnenbrille mehr Schaden an als sie Nutzen bringt?

    Indirekt ja, da sich die Betroffenen möglicherweise geschützt fühlen.

    Es heißt, dunkle Gläser seien gefährlich, da sich die Pupillen in diesem Fall weiten und damit mehr UV-Strahlen ins Auge gelangen…

    Nein, dunkle Gläser sind nicht schädlich. Die Pupillen weiten sich durch die Sonnenbrille kaum mehr als ohne Brille. Außerdem schützt die Hornhaut unter Normalumständen vor eindringenden UV-Strahlen, sodass es zu keinen messbaren Veränderungen von Linse oder Netzhaut kommt.

    Wird der Schutz der eigenen Augen von Südtirolern häufig vernachlässigt?

    Die Südtiroler sind sehr gesundheitsbewusst. Dies gilt auch für das Tragen der Sonnenbrille. Allerdings gibt es auch Ausnahmen, was zu den vorhin genannten Folgen führen kann.

    Woran erkenne ich einen Schaden an meinen Augen? Welche sind die Symptome?

    Hornhautläsionen sind sehr schmerzhaft. Und nicht heilende, knotige oder dunkel pigmentierte Veränderungen an den Augenlidern müssen unbedingt von einem Augenarzt oder der Augenärztin untersucht werden. Als Spätfolge kann die UV-Strahlung an degenerativen Makulaveränderungen mitbeteiligt sein, die zu einer gravierenden Sehverschlechterung führen können.

    Interview: Heinrich Schwarz

    * Ruth Leimegger ist Geschäftsführende Direktorin der Abteilung Augenheilkunde am Krankenhaus Bruneck

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    Kommentare (7)

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    • drago

      Die Überschrift lautet „Gefährliche Brille“; im ganzen Artikel wird in einem Satz auf eine mögliche, indirekte Gefährdung bei schlechten Brillen hingewiesen. Überschrift und Inhalt stehen sich also konträr gegenüber, da die Überschrift suggeriert, dass (Sonnen)brillen allgemein gefährlich sind, während im Text der Vorteil von Sonnenbrillen herausgestellt wird.
      Was soll eine derartig falsche Überschrift?

    • Spaltpilz

      Ich habe vor einiger Zeit im Schweizer Fernsehen (Kassensturz) eine Sendung über Sonnenbrillen gesehen. Da waren von der billigsten bist zur teuersten alle gleich gut. Bei Stiftung Warentest kam das Selbe heraus. Bis auf blaue Modebrillen für Damen boten alle genügend UV-Schutz. Bei teuren Modellen zahlt man ausschließlich den Namen.
      Will man uns einen teuren Optiker aufschwatzen?

    • Spaltpilz

      Zwei Witzfiguren! Denn sobald sich der eine äußert, vergeht mir das Lachen!

    • Spaltpilz

      Tschuldigung, falscher Platz. Der Kommentar gehört zur Handelskammer

    • Robert

      Um Gottes Willen, jetzt bekomme ichs aber mit der Angst zu tun. Ich trage Sonnenbrillen ausschließlich auf Gletschern im Hochgebirge, und das seit über 50 Jahren. Mich wundert, dass die Menschheit eigentlich immer schon ohne Sonnenbrillen ausgekommen ist. Wie das? Meiner Meinung nach eine pure Mode- und Geschäftserscheinung, unwichtig wie ein Kropf.

      • Kümmelspalter

        Da muss ich ihnen recht geben.
        Unsere Großeltern hatten nie eine Brille auf und konnten bis ins hohe Alter auch noch ohne Sehbrille auskommen.
        Aber die Menschheit verkrüppelt sich ja gerne selbst, mit ständigem Ablesen von Nachrichten vom Smartphone, Fernsehen, Computer, usw. usw.

    • Klaus Schleusener

      Was auch nicht schlecht ist: ein Käppi mit Schirm nach vorne. Das reduziert auch die Einstrahlung der Sonnenstrahlen ins Auge.
      Gruß
      Klaus Schleusener, Karlsruhe

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