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    Frühstück unterm Baum

    camping eggerDer Camping-Urlaub wird immer beliebter – auch in Südtirol sind die Nächtigungszahlen in den letzten Jahren angestiegen. Der Präsident der Campingplatzbetreiber Erich Egger über die Gründe für die steigende Beliebtheit.

    TAGESZEITUNG Online: Herr Egger, der Camping-Urlaub wird auch in Südtirol immer beliebter…

    Erich Egger: Ja, wir sind sicher ganz gut aufgestellt.

    Gab es in den letzten Jahren einen Tourismus-Boom, wenn man sich die Campingzahlen ansieht?

    In den letzten zehn Jahren haben die Nächtigungen konstant zugenommen und wir sind jetzt bei etwa 1,5 Millionen Nächtigungen jährlich. Vor zehn Jahren waren es noch etwa 900.000 Nächtigungen.

    Reichen die 45 Campingplätze in Südtirol aus, um den Bedürfnissen der Gäste zu entsprechen?

    Es besteht sicher Ausbaupotential und vor allem in den Hauptsaisonen könnte Südtirol noch ein paar Plätze mehr vertragen. Camping wird in Europa auf jeden Fall immer beliebter.

    Immer mehr Menschen verzichten auf ein Hotel und gehen campen. Warum?

    Weil es sich einfach um einen Urlaub in der freien Natur handelt. Man kann fahren, wohin man will, weil man alles dabei hat und man überall Zuhause ist. Mein muss sich auch keinen Zwängen aussetzten, wie einem Kleiderzwang beim Essen oder generell Essenzeiten, die man im Hotel einhalten muss.

    Geht es beim Camping-Urlaub um eine Preisfrage oder um eine Philosophie, um ein Lebensgefühl?

    Ich würde auf jeden Fall nicht sagen, dass campen billig ist, wenn man sich die Preise der Wohnmobile ansieht und auch die Spesen berücksichtigt. Zwischen Neukauf und Spesen könnte man sicher einige Jahre in die Karibik in den Urlaub fahren. Es gibt auch immer mehr Südtiroler, die sich für einen Campingurlaub entschließen.

    Eine Umfrage in Deutschland hat ergeben, dass viele einfach auch die Natur schätzen, die man in der Stadt nicht hat – und vor allem Kinder das Zelten lieben…

    Urlaub in freier Natur. Es gibt nichts Schöneres, als in der Früh mit den Kindern auszustehen und im Freien unter einem Baum frühstücken zu können.

    Viele sagen, dass man im Hotel nur Gast ist – im eigenen Zelt aber Zuhause?

    Es gibt Menschen, die sagen, dass sie nicht irgendwo schlafen möchten, wo schon hunderte Personen vor ihnen geschlafen haben. Aber das ist eine Einstellungssache. Campen ist auf jeden Fall eine wunderschöne Art Urlaub zu machen. Im Winter haben viele Campingplätze sogar Saunas, um die Gäste anzulocken.

    Also wird auch im Winter gecampt?

    Natürlich, massenweise Skifahrer kommen nach Südtirol. Wir haben in Südtirol den besten Campingplatz Europas, und insgesamt acht Südtiroler Campings unter den Top 100 Europas – das ist einfach einmalig in Europa.

    Sind es hauptsächlich Camper, die nach Südtirol reisen oder auch Gäste mit einem Zelt?

    Mit dem Zelt reisen Gäste meist nur in der Hauptsaison an, da in diesem Zeitraum viele Personen mit dem Motorrad oder auch dem Fahrrad unterwegs sind und nicht mehr Gepäck mitnehmen können. Ansonsten sind es Großteils Wohnwägen und in den Nebensaisonen meist Rentner, die mit Reisemobilen reisen.

    Wer kommt zum campen nach Südtirol?

    Es sind sicher Hauptsächlich Gäste aus Deutschland und Holland. Aber es kommen auch viele Gäste aus Schweden, Norwegen, Spanien und Frankreich zu uns. Es gibt aber auch internationale Gäste aus Übersee, die zu uns reisen und mit einem Wohnmobil eine mehrwöchige Europareise machen.

    Gibt es in Südtirol auch Dauercamper?

    Nein, wir haben in Südtirol überhaupt keine Dauercamper, weil wir keine Strukturen und Kapazitäten dafür haben. Dauercamping hat aber auch nichts mehr mit dem normalen Camping zu tun, hier geht man schon eher in die Richtung eines Schrebergartens. In Südtirol bleiben die Gäste durchschnittlich fünf Tage lang, was ein sehr schöner Durchschnitt für uns ist.

    Zelten Sie selbst auch?

    (lacht) Ich bin in der ganzen Welt unterwegs, aber wenn es geht, versuche ich schon mit dem Wohnmobil zu reisen. Ich war damit auch schon in Marokko und Spanien.

    Interview: Lisi Lang

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