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„Habe Cecilia angefleht“

Der SEL-Abgeordnete Florian Kronbichler ist von den gescheiterten Koalitionsgesprächen in Bozen enttäuscht. Das Verhalten der grünen Spitzenkandidatin hält er für trotzig und kindisch.

TAGESZEITUNG: Herr Kronbichler, in Bozen haben die einstigen Grünen-Partner Luigi Gallo und Guido Margheri eine neue Fraktion gegründet. Ihre Meinung?

Ich selber bin ja irgendwie das Produkt der beiden. Ohne die beiden würde es einen Abgeordneten Kronbichler nicht geben, ich bin ihnen zu Dank verpflichtet. Am Montag habe ich bei einer Sitzung mit den Grünen und den Linken dringend daran appelliert, dass das höchste Gut die gemeinsame Gruppe ist. Fünf Leute sind mehr als die Summe der einzelnen Räte – zwei Grüne sind aber weniger als die Hälfte.

Die Grünen hätten weiter verhandeln sollen?

Ja, und ich habe mich darüber gewundert, dass Brigitte Foppa im Gespräch mit der TAGESZEITUNG sagte, dass sie an Cecilias Stelle die Verhandlungen nicht abgebrochen hätte. Ich hatte eher den Eindruck, dass der Bürgermeisterkandidatin von grüner Seite zu oft das Gefühl gegeben wurde, dass sie hart bleiben müsse.

Die Landtagsfraktion hat eingeflüstert?

Die Grüne Gruppe insgesamt, auch solche, die vielleicht nicht gewählt wurden, aber trotzdem „duri e puri“ spielen wollten. Dabei war die ganze Sache Benko noch gar nicht ausgespielt. Zu diesem Zeitpunkt als Grüne auszuscheren, ist das größte Geschenk, das man Benko machen kann. Hier wurde im guten Glauben mehr daran gedacht, die eigene Jungfräulichkeit zu bewahren.

Man wollte sich nicht die Hände schmutzig machen?

Ja, es wäre besser gewesen, die Kraftprobe bis zum Ende zu führen und im Gemeinderat die Abstimmung zu wagen. Man hat sich naiv selbstüberschätzt. Die Grünen hatten ja das Glück, eine strategische Rolle zu spielen, obwohl das Wahlergebnis nicht gerade glorreich war. Diese Rolle hat man total überdreht. Hier schneidig sein zu wollen – das war zu hoch gegriffen.

War Stefanellis Verhalten am Montag schon abzusehen?

Ich hatte schon den Eindruck, dass Frau Stefanelli sehr entschlossen war, sie hat die Sitzung vor mir verlassen. Im Zug auf dem Weg nach Rom habe ich ihr dann einen flehentlichen Appell geschrieben, mit dem ich um die Rettung der Gruppe bat. Meiner Einschätzung nach waren auch die anderen Grünen meiner Meinung – eigentlich stand es 4 zu 1. Deswegen mein väterlicher Rat, den ich ihr schriftlich zukommen ließ. Er blieb leider unbeantwortet.

Interview: Anton Rainer

LESEN SIE DAS GESAMTE INTERVIEW IN DER PRINTAUSGABE DER TAGESZEITUNG

 

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