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    Keine Preissenkung in Sicht

    Keine Preissenkung in Sicht

    Es wird wohl keine Reduzierung der horrenden Treibstoffpreise in Südtirol geben. Laut einer WIFO-Studie hätte dies nämlich Nachteile für den Landeshaushalt. Doch die Studie stößt auf große Kritik.

    von Heinrich Schwarz

    Die Preise für Benzin und Diesel in Südtirol sind zwar laufend Schwankungen ausgesetzt – eines bleibt aber immer gleich: Im angrenzenden Bundesland Tirol ist der Treibstoff stets um rund 30 Cent pro Liter günstiger. Schuld an der enorm hohen Differenz sind die Treibstoffsteuern in Italien, die sogenannten Akzisen. Der Steueranteil am Treibstoff beträgt aktuell über 60 Prozent.

    Die Folgen: Es findet ein zunehmender Tanktourismus von Südtirol nach Österreich statt. Und der grenzüberschreitende Lkw-Verkehr tankt natürlich bei den günstigen Nachbarn im Norden.

    Landeshauptmann Arno Kompatscher setzte eine Expertengruppe ein, um die Auswirkungen einer Preisreduzierung zu prüfen. Konkret ging es um die Frage, ob eine Senkung auf das österreichische Niveau positive oder negative Folgen für den Landeshaushalt hätte. Dem Land stehen nämlich neun Zehntel der Treibstoffsteuern zu.

    Nun wurde eine in Auftrag gegebene Studie des WIFO öffentlich. Das Ergebnis: Die zustande kommenden Steuerausfälle von 79,6 Millionen Euro würden die Mehreinnahmen von 63,4 Millionen Euro übersteigen. Der Landeshaushalt würde also um 16,2 Millionen Euro verringert.

    Gut möglich, dass die Studie für Arno Kompatscher Grund genug ist, die Preise für Benzin und Diesel so zu belassen, wie sie sind.

    Harsche Kritik kommt indes von Haimo Staffler, Obmann der Vereinigung der Freien Tankstellen im hds und Mitglied der Expertengruppe: „Ich ging davon aus, dass wir die Studie gemeinsam erstellen, doch ich habe die Endfassung erst einen Tag vor der Vorstellung erhalten.“

    Er hat den Eindruck, dass mit dieser Studie ein Schlussstrich unter die Debatte gesetzt wurde. Mit den Methoden der WIFO-Analyse ist Staffler alles andere als zufrieden. Es sei nicht gelungen, an die effektiven Verkaufsdaten der Tankstellen in Österreich zu kommen. Zudem beziehe man sich bei den Schätzungen lediglich auf das Jahr 2013.

    Staffler sagt: „Ich behaupte, dass eine Preisreduzierung unglaubliche Effekte hätte. Denn es ist offensichtlich, dass in Österreich sehr viel mehr Treibstoff getankt wird, seit die Steuern gestiegen sind. Die Absätze in Tirol sind jenseits von Gut und Böse.“

    ALLE HINTERGRÜNDE UND WEITERE DETAILS LESEN SIE IN DER DONNERSTAG-AUSGABE DER TAGESZEITUNG.

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    Kommentare (25)

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    • Credere

      Und für so was braucht es eine Kommission? Wirtschaftlich ein Nonsens. Was hat die Studie wieder gekostet?

      • Puschtrabui

        ja das würde mich auch interessieren, was die Studie gekostet hat und wer dabei verdient hat!

        Ein Sprichwort sagt, man soll sich nur auf eine Studie verlassen, die man selber gemacht hat…. So einfach ist das wohl nicht, sich auf eine Studie zu verlassen, da sind noch andere Aspekte die zu berücksichtigen sind. wer schon mal nach Österreich fährt zum tanken, der kauf auch dort ein und das sind auch verlorene Steuergelder und schadet unserer Wirtschaft und unserem Kleinhandel nachhaltig, erhaltung von Arbeitsplätzen bei uns und damit auch wieder Steuereinnahmen.. Dann ist noch die Sache mit der Umwelt, um einen Tankausflug nach Österreich zu machen, da wird auch die Umwelt belastet und verbraucht Energie und Zeit. Naja die Herrn Politiker wollen anscheinend nicht alle Aspekte berücksichtigen und haben sich ein typisches südtiroler Studienalibi erzeugt.

      • Puschtrabui

        und da ist dann noch ein Aspekt, die Bevölkerung würde mit niedrigeren Benzinpreisen sparen und hätten mehr finanziellen Spielraum für Ausgaben, das würde unserer Wirtschaft auch guttun…. die Österreicher lachen und verdienen sich krumm dabei und unsere Tankstellen in Grenznähe müssen eine nach der anderen schliessen.

    • martin

      Mir Wurst, ich fahr nach Österreich zum tanken

    • Hubert

      bedeutet, dass die öffentliche Hand der größte Preistreiber aller Zeiten ist, genauso wie die „Guten“ die größten Kriegstreiber sind.
      Immer noch nicht verstanden?

    • Einereiner

      Sie brauchen Geld für ihre hohen Politikergehälter.
      Woher nehmen wenn nicht dem kleinen Südtiroler aus der Tasche ziehen.
      Habe seit Monti nicht mehr in Südtirol getankt. Es gibt aber genug Rentner, die einen Ausflug nach Lienz oder Innsbruck scheuen, und diesen zahlen somit drauf.

      • Mark P.

        Das sind NICHT NUR nur Rentner. Was soll ich, der 100 km von der Grenze weg ist extra nach Österreich tanken??? Und so wie mir; geht es auch einem Großteil von Südtirolern.
        Selig sind die, die nahe an der Grenze sind und denen vor Jahren auch noch eine Begünstigung (unabhängig, daß unterm Strich in Österreich tanken dann doch noch billiger als die Begünstigung war) beim Tanken in Grenznähe in Aussicht gestellt wurde.

    • Peter

      Seit nicht bescheuert und tankt in Tirol.Wenn man das nicht macht kapieren Sies nie.
      Wenn das jeder machen würde,wäre der Preis in einer Woche angeglichen

    • uschi glas

      diese studie ist gleich glaubhaft wir die, in der steht, dass bozen die billigste stadt zum einkaufen sei im vergleich zu ibk und tn.
      nordkoreanische propaganda ist das…

    • Demosthenes

      Fakt ist, dass wir noch heute 2015 mit jedem Liter Benzin sogenannte Akzise (Steuer) für den Überfall des faschistischen Italien in Abessinien (1935/36) zahlen, ebenso für die Suezkrise 1956. Auch der Libanonkrieg 1983 und die Bosnienmission 1996 werden noch immer als besondere Treibstoffsteuer abkassiert. Für den Wiederaufbau längst vergessener Erdbeben und Überschwemmungen, die besonders die Mafia erfreuten, zahlen wir ebenfalls mit.

      Sogar der ehemalige Ministerpräsident Mario Monti hat in seiner Amtszeit noch eine Akzise eingeführt, sie sollte zur Rettung Italiens beitragen. Alles nutzlos, denn die Staatsverschuldung ist weiter gestiegen und hat im Juni ein neues Rekordhoch erreicht.

      Die cleveren Südtiroler zahlen diesen Wahnsinn nicht mehr mit, wer will´s ihnen verdenken?
      Wir tanken so oft als möglich in Nordtirol und damit im Vaterland Österreich!

      • Mark P.

        Was soll ich, der 100 km von der Grenze weg ist extra nach Österreich tanken??? Und so wie mir; geht es auch einem Großteil von Südtirolern.
        Selig sind die, die nahe an der Grenze sind und denen vor Jahren auch noch eine Begünstigung (unabhängig, daß unterm Strich in Österreich tanken dann doch noch billiger als die Begünstigung war) beim Tanken in Grenznähe in Aussicht gestellt wurde.

    • Demosthenes

      Wir zahlen heute noch 2015! mit jedem Liter Benzin sogenannte Akzise (Steuer) für den Überfall des faschistischen Italien in Abessinien (1935/36),
      ebenso für die Suezkrise 1956.
      Auch der Libanonkrieg 1983
      und die Bosnienmission 1996 werden noch immer als besondere Treibstoffsteuer abkassiert.
      Für den Wiederaufbau längst vergessener Erdbeben und Überschwemmungen, die besonders die Mafia erfreuten, zahlen wir ebenfalls mit.

      Ministerpräsident Mario Monti hat in seiner Amtszeit auch eine Akzise eingeführt, sie sollte zur Rettung Italiens beitragen.
      Geholfen hat´s erwiesenermaßen nichts, die Staatserschuldung steigt weiterhin unaufhaltsam weiter.

      Wir Südtiroler zahlen brav mit.
      Nein, ein unbeugsamer Teil tankt bewusst in Nord- und Osttirol!

    • checker

      Stuff von den horrend hohen Benzinpreisen? Na, dann steigen wir doch endlich auf Strom um! Oder wollt ihr auf ewig Knechte der Mineralölkonzerne und deren Handlangern, den korrupten Regierungen sein?Zunächst mit vielleicht kleineren Stadtautos, dann mit dem Rest. Dann wird die öffentliche Hand ihr blaues Wunder erleben wie viel ihnen an Steuern entgeht. Nur dürfen wir uns keine Illusionen machen, dass wir dann ins „Kostenvorteilsparadies“ kommen, denn besteuern kann man alles und nur wenn wir endlich Vertreter wählen die Dezentralisierung fördern und nicht Konzerninteressen vertreten, werden wir am Ende profitieren.
      Zur Studie: Wie schätzt man ab, wieviel Leute mehr durch günstigere Preise bei uns tanken werden? Ein Ding der Unmöglichkeit.

      • Mark P.

        Wie willst du es anstellen, daß die E-Autos die Welt erorbern?

        1. solange keiner für ein vernünftiges E-Aufladenetz sorgt.
        2. solange der Akku dür die straßenzugelassen Autos (ausgenommen paar Autos, die sich ein Ottonormaler nicht leisten kann) gerade mal für Kurzstrecke reicht, obwohl die Technologie schon fortgeschritten ist und besagte Autos aber von den Mineralkonzernen systematisch abgewendet werden.
        3. solange die Mineralkonzerne die Politik fest in der Hand haben, wird das E-auto nie hochkommen.

        Erst kürzlich hat der ADAC festgestellt, daß die Politik in Deutschland mit den Zahlen hinterherhinkt. Die vor Jahren berechnete prognostizierte Zulassungsmenge ist zum Scheitern verurteilt und wird nicht eingehalten werden.Und wenn es in Deutschland nicht klappt, dann schauts im bella Italia nicht besser aus.

    • Franz

      Wenn nur ein Drittel der Exodusbummler in Südtirol Bleiben um zu Tanken wäre mit gleichzeitigem Konsum hier im Lande schaut die Rechnung gleich ganz anders aus. Auch wenn die Wifo Recht hätte wären die 16 Mio doch ein lächerlicher Betrag als Differenz im Kontrast zu all den positiven Nebeneffekten: arbeitsplatzsicherung bzw. Schaffung neuer, Standortsicherung für einheimischen Handel usw., hat man das alles miteingerechnet?

    • sogeatsnet

      Ich finde den Staffler ja einen lustigen Kerl.
      Ist nicht gerade seine Tankstelle eine der teuersten weit und breit?

    • Kümmelspalter

      Es verlangt niemand dass die Preise identisch mit Österreich sind, aber zumindest könnte man den Unterschied kleiner halten, sagen wir mal die Hälfte, und für viele zahlt es sich da schon nicht mehr aus nach Innsbruck zu tanken zu fahren.
      Bei volltanken mit einem 65 Liter Tank, sagen wir mal 60 Liter Treibstoff x 0,30€/l = 18,00€ !!

      Da zahlt es sich schon für einen Klausner aus über den Brenner zu tanken zu fahren – aber dafür muss die LR erst einmal eine sauteuere Studie in Auftrag geben – es ist nur mehr zum kopfschütteln, wie verantwortungslos unsere Politiker sind, nur keine Entscheidung fällen, die nicht vorher mit einer Studie belegt ist.

      Und dafür bekommen die auch noch ein Managergehalt !

      • roadrunner

        Der Kümmelspalter hat aber leider nicht die Arbeits(Reise)- zeit und den den entgangenen Nutzen / Gewinn nicht mit einberechnet. Eine Stunde kostet und in dieser Stunde könnte ein zusätzlicher Gewinn durch Vertreterbesuche, Installationen, usw. erzielt werden. Deshalb zahlt es sich nie aus über die Grenze zu fahren, es sei denn, du sitzt den ganzen Tag zu Hause und drehst die Däumchen.

        • Andreas

          Klausen – IBK sind 96.5 km x 2 = 193 Km
          Bei durchschnittlich 7 Liter sind das ca. 13 Liter x ca. 1,5 Euro sind ca. 20 Euro

          Er fährt also 2 Stunden, verbraucht 20 Euro Sprit, hat fast 200 km gemacht um ca. 10 Euro zu sparen und die Abnutzung ist nicht mal mitgerechnet.

          Lass den Sparfuchs fahren, wenn er meint 🙂 🙂

        • Einereiner

          @roadrunner
          wir fahren ja nach Lienz und Innsbruck nicht nur zum Tanken. Einkaufen ist dort bei vielen Dingen deutlich günstiger (angefangen beim halb so teueren Klopapier). Dann gibt es noch viele Ausflugsmöglichkeiten in der anderen Landeshälfte. Also einmal pro Monat Einkaufen und einmal pro Monat Ausflug und schon ist der Tank zweimal voll. Mehr brauch ich nicht und die Rechnung stimmt hundertprozentig.

    • michl

      Lieber Herr Kompatscher!
      Wer nicht selbständig und vorausdenken kann sollte sich an Studien halten!

      Das nächste mal sollte ein Wirtschaftsprühfer Landeshaubtmann werden,dann würden die Kosten für Anwälte,Prühfer,Richter usw. wegfallen!

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