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    Faschisten im Kolping?

    Faschisten im Kolping?

    Einen Moment lang nicht aufgepasst – und schon hat man Faschisten im Haus. Wie das Kolpinghaus Bozen aus Versehen eine rechtsextreme Partei hofierte. 

    Von Anton Rainer

    Manchmal lohnt es sich im Leben, mal genauer hinzuschauen. Vor allem dann, wenn man es mit dubiosen Mietern zu tun hat.

    Als am Donnerstag, 28. Mai ein Brief im Kolpinghaus Bozen eintrudelt, achtet niemand so genau auf den Absender. Ein Raum wird gesucht, eine Veranstaltung gebucht – und schon am darauffolgenden Samstag soll es losgehen. Das Sekretariat prüft und verrechnet:

    95 Euro plus Mehrwertsteuer für einen scheinbar harmlosen Vortrags-Abend.

    Es ist eine kurzfristige Anfrage mit langwierigen Folgen: Denn bei dem ominösen Veranstalter handelt es sich nicht gerade um irgendwen. Ausgerechnet Roberto Fiore, ein wegen der Beteiligung an dem blutigen Bombenattentat am Bahnhof von Bologna (die sogenannten „Strage di Bologna“ im August 1980) verurteilter Neofaschist und Parteichef der „Forza Nuova“, hatte sich kurzerhand in die Räumlichkeiten des Kolpinghauses eingemietet.

    „Es ist halt passiert“, sagt Josef Almberger zerknirscht.

    Den Geschäftsführer des Kolpinghauses Bozen plagt seit dem Abend des 30. Mai ein schlechtes Gewissen. Wie konnte es passieren, dass man der rechtsextremen Partei ausgerechnet im Kolpinghaus eine Bühne bietet? „Wir haben einfach nicht recherchiert“, meint Almberger, „als ich dann am Vormittag des 30. Mai die Hintergründe erkannt habe, konnte ich auch nicht mehr wirklich absagen.“

    Ab diesem Moment lautet die Devise: Augen zu und durch – Die Veranstaltung kann stattfinden, ungehindert und durch Polizeikontrollen geschützt.

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