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    Die Klagedrohung

    Die Klagedrohung

    Der Konflikt zwischen Arno Kompatscher und dem Hause Athesia spitzt sich zu: Weil der LH die Übernahme der Brennercom-Aktien durch die Athesia verhindert hat, droht Michl Ebner mit einer Klage. Die Hintergründe.

    Von Matthias Kofler

    Im Palais Widmann spricht man nur mehr über das eine Thema: Am vergangenen Donnerstag hat Athesia-Chef Michl Ebner bei einem Treffen von Aktionären der Brennercom AG dem Landeshauptmann eine Klage angedroht, sollte dieser bei seinem Vorhaben bleiben – und eine Übernahme der Aktienmehrheit durch die Athesia verhindern.

    Zuvor hatte der Athesia-Chef – immer nach Informationen der TAGESZEITUNG – dem Landeshauptmann bereits einen geharnischten Brief zukommen lassen.

    Um was geht es?

    Arno Kompatscher hatte die Aktionäre zu dem Treffen geladen, um sie über seine Pläne zu unterrichten: Geht es nach dem SVP-Politiker, soll das Land das gesamte Südtiroler Kabelnetz der Brennercom AG abkaufen. Der Wert der Glasfaserkabelnetze wird auf wenige Millionen Euro geschätzt. Mit diesem Vorhaben will Kompatscher sicherstellen, dass das Breitbandnetz und die Datenleitungen in der öffentlichen Hand bleiben und nicht an Private übergehen.

    Denn: Wer im Besitz der Infrastrukturen ist, trifft im Breitbandgeschäft die Entscheidungen: über die Anbieter, die Preise und dergleichen.

    Ein Oppositionsvertreter im Landtag, der nicht namentlich genannt werden will, begrüßt die Entscheidung des Landeshauptmanns, dem Hause Ebner die Mehrheit an der Brennercom nicht zu überlassen: „Endlich hat er Mut gezeigt und sich der Expansionsgelüste der Athesia in den Weg gestellt. Man wird nun beobachten können, wie Athesia auf den Affront reagieren – und mit welchen Geschützen man nun gegen den Landeshauptmann auffahren wird.“

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    Kommentare (58)

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    • Hubert

      es ist richtig, was der LH hier vorhat. Es kann nicht sein, dass wir in Richtung Südtirol Oligarchen schlittern, oder?

    • Gernot

      Die Übernahme der Aktienmehrheit von Brennercom durch Athesia hieße, eine für die Allgemeinheit technisch wichtige Infraktruktur ginge in die Hände von Privaten (Ebner und katholische Kirche) über. Der LH tut also überaus gut daran, die Kontrolle dieses wichtigen Unternehmens in Landeshänden zu behalten.

    • Gunti

      Bravo Arno, lass Dich nicht unterkriegen von Ebner, der hat ein Leben lang nur gezert…..Jetzt herrscht Gerechtigkeit

    • Puschtrabui

      Besser so eine Klage vom Handelskammerpresidenten Ebner (wenn das nicht schon mal Interessenskonflikte sind), als die Klage von Politikern wegen des Rentenskandals.
      Die Handelskammer müsste aufgelöst werden, da sie laut neuestem Gesetz aus Rom zu klein ist und zusammengelegt werden müsste, doch dem ist leider nicht so nach Verhandlungen der SVP mit Rom. Öffentliche Einsparungen zu lasten bestimmter Politikerlobbies werden als Beschnitt der Autonomie unterlassen und so gerechtfertigt, viele Bürger kaufen diesen Lobbies das noch ab.
      SVPD nennt den Ausverkauf von öffentlichem Gut, sblocca italia und mit diesen Machenschaften kommt öffentliches Gut zu günstigen Bedingungen an bestimmte Lobbies…. riecht stark nach organisiertem Verbrechen und das ist scheinbar auch in Südtirol angekommen.

    • Abel

      Die Autonomie birgt immer die Gefahr in sich, dass lokale potente Organisationen und Familien das allgemeine Interesse unterwandern, sich Macht aneignen um Geldflüsse umzuleiten.

    • Alex

      Wenn Arno dabei bleibt, gibt es einen Pluspunkt von mir. Den ersten, aber immerhin….

    • dana

      Ebner hatte die Chance abzuhauen, bevor Leute Euch „vertreiben“ müssen. Ebners haben sich in politischen Ämtern Zeit ihres Lebens ausgeruht.

    • Herbert

      Eine Abstimmung über die Abschaffung dieser Handelskammer ist überfällig.

    • Andreas

      Es ist Ebners Recht zu klagen und Kompatschers Pflicht, im Interesse der Allgemeinheit zu handeln.
      Klagen von Unternehmen gegen Regierungen sind nichts Besonderes, ein Gericht wird klären wer im Recht ist und gut ist.
      Dass manche Ebner als Satan hinstellen ist aber recht lustig.

      • zeus

        Werter andreas,
        Natürlich ist es ebners recht zu klagen, aber vor dem hintergrund “ unsere zeitung haltet sich eine partei“ müssten auch sie die ganze sache etwas differenzierter sehen.

        Aber sie sind nur ein frustrierter vermeintlicher besserwisser kritisieren alles und jeden wie ein typischer provokateur. Es geht ihnen nicht um diskussion und austausch von meinungen sondern eben nur um provokation.
        amen!

        • Andreas

          Aha, wieder ein Verfechter dafür, dass jeder seine Unterstellungen, Verleumdungen, Beleidigungen und teilweise trotteligen Kommentare veröffentlichen darf, auch wenn sie selten etwas mit der Wahrheit zu tun haben.

          Was möchtest Du eigentlich bei folgenden Kommetaren diskutieren?
          „…Richtung Südtirol Oligarchen schlittern,..“
          „In Südtirol gibt es bereits zu viele Oligarchen.“
          “ (Ebner und katholische Kirche)“
          „…und Ebner einen “Fußtritt” verpassen…“
          „..bevor Leute Euch “vertreiben”
          “ ..diesen svp “Ausbeutern”.

      • Max

        Ebner als Satan hinstellen, ist genauso „lustig“, wie zu suggerieren, dies wäre eine völlig normale Konstellation, die kaum der Rede wert sei.

        • Andreas

          So außergewöhnlich sehe ich die Situation nicht, vielleicht für Südtirol, da hier normalerweise immer alles unter Freunden geregelt wurde, in anderen Staaten ist es üblich, dass bei Meinungsverschiedenheiten Gerichte den Sachverhalt klären.
          Die Energiewende in Deutschland hat z.B. eine Klagewelle gegen die Regierung auf Schadensersatz ausgelöst, was im Grunde richtig ist, da den Energieunternehmen die Geschäftsgrundlage entzogen wurde.

          Besser wenn geklagt wird als solche Angelegenheiten mit einem Kuhhandel im Geheimen zu regeln.

          • Max

            Alles, was die Athesia-Gruppe und die Geschicke dieses Landes betrifft, ist außergewöhnlich, nachdem die beiden seit Jahrzehnten schicksalhaft und maßgeblich miteinander verflochten sind.

            Unbedingt ist es ein positives Zeichen.

            • Andreas

              Ebner ist ein Unternehmer und hat seinen politischen Ausflug und die Macht seines Mediums für sein Unternehmen benutzt.
              Kann man jetzt verwerflich finden, aber ich nehme an, auch andere hätten nicht viel anders gehandelt. Ich halte z.B. die Führung der Deutschen Bank für weit schlimmer.

              Die SVP war froh sich dieses Mediums bedienen zu können, das Volk ließ sich beeinflussen und Südtirol steht trotz oder wegen, entscheide Du, dieser Verstrickungen immer noch recht gut da.

              Der Brennercom „Krieg“ begann schon mit Durnwalder bei dessen Buchvorstellung, als Ebner anscheinend eine Rede in Dorf Tirol halten sollte, doch auf der Mebo den Anruf bekam, dass Durni gegen den Kauf der Aktien ist und auf der Mebo umdrehte.

    • Luis

      Die Bevölkerung hat genug von diesen svp „Ausbeutern“.

    • ITler

      Im Prinzip braucht das land die Brennercom bald nicht mehr weil ja eigene Glasfaser verlegt wird.
      Man muss nur zusehen dass nicht die Brennercom in allzuvielen Gemeinden der einzige „Provider“ wird (also der die Dienste über die GF des Landes/Gemeinde anbietet).

    • Hörbi

      Soll doch die RAS die Glasfaser Leitungen übernehmen, dann kann der Ebner selber auch Einige verlegen wenn er meint seine Zeitung damit zu verbreiten. 🙂

    • sell woll

      es sei daran erinnert, dass die brennercom seinerzeit gegründet worden ist, um eine breitbandinfrastruktur aufzubauen, und nicht, um als anbieter von telefon- und internetdienstleistungen zu fungieren!

    • Erwin

      Die Handelskammer ist abzuschaffen. Diese Zwangsbeiträge ohne Gegenleistung sind auf alle Fälle sofort abzuschaffen.

    • Murks

      Viele Südtiroler können diesen Herren nicht leiden? Woran liegt das?

    • Franz

      Der alte soll endlich abhauen oder wartet er bis die Südtiroler ihn raus werfen? Ebner erinnert mich an Erich Honecker.

    • Martin S.

      Das Glasfasernetz an die ST Fibernet gmbh (SEL-AEW Gruppe) übertragen, dann kann Ebner auch die Mehrheit de Brennercom übernehmen!

    • SVpler

      so gfoitsma liabe Londsleit ! Endlich wird Ebner mal an den Pranger gestellt… würde mir von Arno ein öffentliches Statement dazu wünschen , damit sich die SVP endgülig von den Ebnerfürsten distanziert. Nur so wird der Weg für eine starke Südtiroler VOlkspartei, welche wir eigentlich drinngent benötigen, freigemacht !
      Ebner, Brandy, und Parteikonsorten in die Wüste schicken und neu beginnen – JETZT!

      Man muss sich eigentlich nur vor Augen füren wie brav SN täglich irgenwelche irrsinnigen Forderungen/Artikel der bereits totgeweiten Parteien veröffentlicht. Sowas nenne ich verzweifelte Wiederbelebungsversuche. Die Leute sind nicht mehr die klassischen „dolomiten-leser“ und kaufen alles ab, nein die Zeiten sind vorbei lieber Toni. Der „Firmenleitfaden“ der Athesia ist anhand weniger Artikel leicht durchschaubar!

      Auch sollte sich ein Achhammer mal die Frage stellen ob es moralisch vertretbar ist das der Obmann der Südtiroler Volkspartei mal auf der Gehaltsliste der Athesia stand.
      Lieber Herr Achhammer, eine Distanzierung davon wäre längst überfällig!

      MOhlzeit Südtirol !

    • Anton

      Wer sind die Menschen um Ebner? Sind die ihm hörig oder haben diese Personen für Südtirol zu arbeiten.

    • Bernhardl

      Geht es Südtirol besser ohne Ebner?

    • Klaus

      Bernhartl…. Bitte 3 Antwortmöglichkeiten…., dann werden wir Kommentarschreiber uns entscheiden:-))))) eventuell mit Nummern 1, 2 oder 3:-))))))

    • Luis

      Scheint so, dass Ebner sich selbst bereichert hat und wenig für Südtirol gearbeitet hat.

    • Yannis

      Südtirols Politiker wären gut beraten darauf hin zu arbeiten dass auch andere Provider aus der EU ihre Dienste in Südtirol anbieten dürfen und somit müsste Ebner oder wer auch immer sich diesen Wettbewerb stellen !

    • RICHY

      typisch SVP nach Europaparlament für Ebner Versorgungsposten verschaffen .
      Brennercom gehört in Landeshand , Für alle Südtiroler die Brennercom so das man die Telecom a wegbringt . Dei besetzen mit Servitue in Grund und wenn man beim umstellen von seinem eigenen Grund ist stellen dei horrende Forderungen .

    • gaga

      Dolomitenleser sind gleich dumm wie Waehler, ebner stirb nocha kimmsch in himml

    • PROF:

      Könnte Michl Ebner nicht bei der Sparkasse einsteigen?
      So wie er bei der Brennercom für die Aktien ein verlockendes Angebot gemacht hat, könnte er alle Sparkasse-Aktien kaufen.
      Meinige kann er sofort haben.

    • DerRungger

      Es ist legitim das der Ebner auf regulären Wegen eine Mehrheit der Aktien anstrebt. Es ist aber sehr weitsichtig und genauso legitim wenn unser Landeshauptmann diese Aktien für das Südtiroler Volk anlegt. Das digitale Netz ist die höchstverzinste Aktie der Zukunft. Warum soll das Volk nicht auch etwas davon haben. ( Ebner hat Geld genug) Wenn der Ebner den Volksvertreter (LH) verklagen darf, dann darf das Volk ja auch aus Solidarität den Dolomiten nicht mehr lesen.

    • goggi

      Nur am Rande.
      Als Kompatscher noch Präsident des Gemeindenverband war,hat der Gemeindeausschuss
      meiner Gemeinde folgenden einstimmigen Beschluss gefasst:
      Auf anraten des Gemeindenverband beschliesst der Gemeindeausschuss das Internet und den Router
      von der Brennercom anzumieten.
      Ein Schelm der böses denkt.

    • wipptoler

      warum sas ein Ebner in Brüssel? für oder gegen das Volk?

    • rotblaugrün

      Was will der Mini-Berlusconi noch? Er hat bereits fast die ganzen Medien in der Hand. Bravo Arno, lass dich nicht einschüchtern

    • Rasputin

      Die Ebners sin lokale Schreckgespenster, ausserhalb unseres Biotops kennt und fürchtet sie niemand.

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