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    Schluss mit der Trickserei

    Wer mit einem Auto mit ausländischem Kennzeichen unterwegs ist, kann sich vor Steuern und Bußgeldern drücken. Doch jetzt soll es für diese „Schlauen“ harte Strafen geben.

    von Heinrich Schwarz

    Sind in Italien immer mehr Autos mit rumänischem oder bulgarischem Kennzeichen unterwegs, fallen in Südtirol vor allem deutsche Kennzeichen auf – zumeist mit dem Kürzel für Rosenheim oder München. Gemeint sind damit wohlgemerkt nicht die Autos von Touristen, sondern von Einheimischen.

    Es handelt sich dabei um sehr pfiffige Menschen. Denn indem sie ihr Auto im EU-Ausland zulassen oder dort leasen, können sie sich vor der italienischen KFZ-Steuer, vor der hohen KFZ-Versicherung und vor allem vor Bußgeldern drücken. So sind es zumeist schnelle Luxusautos, die man lieber im Ausland zulässt.

    In Sachen Bußgelder dürfte bekannt sein, dass Strafbescheide in der Regel entweder gar nicht ins Ausland geschickt werden – weil die Zustellung zu teuer ist oder der tatsächliche Besitzer des Autos nicht ausfindig gemacht werden kann – oder diese ohne rechtliche Folgen ignoriert werden können.

    Die Trickserei mit ausländischen Kennzeichen dürfte nun aber gestoppt werden. Die Regierung hat einen Gesetzesentwurf erarbeitet, laut dem es künftig nicht mehr erlaubt sein wird, mit einem im Ausland zugelassenem Auto zu fahren. Die Abgeordnetenkammer wird sich demnächst mit dem Entwurf befassen.

    Keine Probleme dürfte es natürlich geben, falls man einen Tag lang mit dem Fahrzeug eines ausländischen Freundes unterwegs ist. Bei offensichtlichen Scheinzulassungen für finanzielle Vorteile kann dies aber nachgeprüft werden.

    Dabei drohen eine Verwaltungsstrafe von 84 bis 335 Euro sowie der Entzug des Fahrzeugscheines für dreißig Tage.

    Auch geleaste Fahrzeuge und Mietwagen aus dem Ausland müssen laut Gesetzesentwurf mit einem italienischen Kennzeichen zugelassen werden, falls sie sich länger als dreißig Tage lang auf nationalem Boden befinden.

    Die TAGESZEITUNG hat den Kommandanten der Straßenpolizei Sterzing, Peter Mock, zur aktuellen Situation der Trickserei mit ausländischen Kennzeichen – speziell in Südtirol – befragt. Mock kann den Trend nicht ganz verstehen, denn es gebe auch einen Nachteil: „Man glaubt, bei Geschwindigkeitsübertretungen vor einer Strafverfolgung gefeit zu sein. Allerdings muss eine Person mit italienischem Wohnsitz die Strafe sofort zahlen, falls er mit einem ausländischem Kennzeichen aufgehalten wird.“

    Dabei könne es zu Problemen kommen, falls der Betroffene zu wenig Geld bei sich hat. In diesem Fall wird er zum nächsten Bancomat begleitet oder muss das Geld im Bürovorbeibringen. Ansonsten kann das Auto beschlagnahmt werden.

    Vorteile gibt es demnach nur, wenn man in eine fixe Radarfalle tappt. Das komme aber nicht allzu oft vor, sagt Mock: „Wir arbeiten hauptsächlich mit Sofortanhaltungen.“

     

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    Kommentare (30)

    Lesen Sie die Nutzerbedingungen

    • Einereiner

      So einfach wie hier dargestellt ist es nicht zu „lösen“. Denn auch der italienische Führerschein gilt für alle Autos, nicht nur für die italienischen. Will der italienische Staat das Fahren mit ausländischen Kennzeichen verbieten, so geht das nur über die Steuergesetzgebung. So macht es auch Deutschland. Wenn ein zugezogener Italiener länger als 6 Monate mit dem mitgebrachten italienischen Kennzeichen fährt, kriegt er ein Verfahren wegen Steuerhinterziehung.

    • Lisbeth

      Will der gesprächige Pilot nun auch bei den Autos alles besser wissen?

    • Andreas

      Die Bußgelder sind nur ein Nebeneffekt, es geht darum, dass man bei den Mietautos Versicherung, Steuer, Wartung, usw. in der Mietrate unterbringen und diese vollständig von der Steuer abschreiben kann.
      Den Nutzer des Autos zu finden ist überhaupt kein Problem, da die Autos alle auf den Vermieter zugelassen sind und dieser auch weiß an wen er die Autos vermietet hat.
      Die ganze Sache ist grenzwertig, doch bis jetzt legal.

      • Zeitgeist

        Das stimmt nicht! Die Spesen für Fahrzeuge die im Ausland zugelassen sind, sind in selber Höhe abzugsfähig wie sie für italienische Fahrzeuge vom Unternehmereinkommen absetzbar sind! Es ergibt sich somit kein steuerlicher Vorteil!

        • Andreas

          Bin selbst jahrelang mit deutschem Kennzeichen rumgefahren.
          Mitarbeiterautos, nicht von Vertreter, da kenne ich die Regeln nicht, kann man hier nicht komplett abschreiben.

          • Zeitgeist

            Die Regelungen sind die selben, unabhängig vom Kennzeichen des Fahrzeuges!

            • Andreas

              Die Mietrate für das Auto, wo alles drin ist, wird wie eine Büromiete behandelt, das ist der Vorteil.

            • Zeitgeist

              Wie Büromiete behandelt? Art. 164 des TUIR <= Guckst du! (gilt für alle Fahrzeuge!)

          • martin

            Andi dein Geschäft muss ja brummen. Ich habe bei der Arbeit keine Zeit hier zu posten. Aber du mit deinen 100 Mitarbeitern kannst ja die Füsse hochlegen.
            Welchen Job hast du eigentlich noch nicht gemacht? Kann es sein, dass du nur ein einfaches Vertreterlein bist, das Rohre verlegt?

            • walter

              der Senfomat hat gar keinen Job, hat Geld vom Bruder bekommen, selbst hat er es zu nichts gebracht!!

              ich wette der Senfomat fährt selbst einen Wagen mit deutschem Kennzeichen!!! 🙂

    • Unternehmer

      vor allem bekommt man in deutschland auch versicherungen mit besserer leistung zu halbem preis!

    • Politikverdrossener

      Ich zahle für meinen RANGE 3000ccm in Italien ganze 329 Euro Versicherung bei Genialloyd und 352,50 Euro Strassensteuer .wird im Ausland kaum billiger sein.

      • Mark P.

        Und welche Versicherung hast du? Ich schätze mal eine ganz stinknormale Bonus/Malus Haftpflicht, oder?
        Dann frage mal, ob du in Italien für dein Auto eine bezahlbare – wenn überhaupt – Teilkasko bzw. Vollkaskoversicherung bekommst. Und dann schau mal, was du in Deutschland dafür bekommst.

    • bubu

      Frage mich was das EU Recht dazu sagt.. Gibt es nicht das sog. Free Movement of Goods bzw. Freedom to provide Services… ?

    • Gebi Mai

      Wenn die EU bestehen bleiben soll, dann wird es einheitliche Regeln brauchen. Ansonsten spielt ein Teil der Bevölkerung immer auf Kosten anderer die „Schlauen – Furbi“.
      Einheitliche Tarife, Steuersätze, Bussgelder, Straßenverkehrsordnung, … und Schluss mit diesen unseriösen Verstrickungen der Konzerne.
      Die EU bringt bis heute nur sehr wenigen viel: Banken, Finanzmärkten, Konzernen, … den großen Massen an Bürgern bringt die EU erhöhte Steuersätze, hohe Preise, viel Bürokratie, …

    • vinschgau

      die EU macht keinen Sinn wenn doch jedes Land seine eigene Suppe kocht, die EU wird als freier Wirtschaftsraum den Bürgen verkauft also soll auch jeder sein Auto da kaufen, zulassen oder versichern wo er meint für Ihn das beste zu sein und das kann wohl nie zulasten anderer sein, denn jeder hat die gleichen Möglichkeiten Grundsatz der EU

    • Rechner

      Ich bin lieber mit einem Fahrzeug in einen Unfall verwicklet mit deutschem Kennzeichen und Versicherung als mit einem nicht versicherten Fahzrzeug (von denen es südlich südtirols – und inzwischen ja auch in südtirol – jede menge gibt!)

    • Steuerzahler

      Italien soll zuerst mal den „superbollo“ abschaffen, dann werden die großen PKWs wieder in Itailen gekauft und alle fahren wieder mit italienischem Kennzeichen. Aber wegen ein paar Sozialneidern werden Steuern und Abgaben eingeführt die unterm Strich mehr Schaden verursachen. Hauptsache das Wählervolk wird beruhigt und weiterhin für dumm verkauft.
      Ich würde für mein Auto € 2.000 „superbollo“ zahlen, und hab es daher in München gekauft. Ergebnis: der Staat kassiert von mir keine € 2.000 pro Jahr und dafür auch keine MwSt, auf den Verkauf des Autos weshalb für den „schlauen“ Staat nochmal € 20.000 futsch sind. So schauts aus meine Lieben!

    • ART DÉCO

      Und Sie nennen sich Steuerzahler! Da wundert mich nichts mehr, wenn wir in Italien solche Zustände haben. Vom
      Sozialsystem Italiens profitieren und die Gelder im Ausland lassen! An Ihrer Stelle würde ich mich schämen damit
      anzugeben.

      • Mark P.

        Nunja, wenn man sieht wie allein schon unsere Politiker mit unseren Steuergeldern umgehen, dann ist es nicht verwunderlich, daß man Wege sucht, sein Geld irgendwo anders auszugeben. Wenn man Unternehmer ist, tut man sich natürlich leichter, als ein rein Privatmensch wie z.B. ich es bin.
        Wenn ich Mittel und Wege hätte, ich würde genauso handeln.

        Die deutschen Politiker sind bestimmt auch keine Kostverächter, aber können mit der Gier der italienischen Politiker (auch jene bei uns) nicht mithalten.

    • Josch

      Ha. Und was ist mit den leuten die hier nur arbeiten, und die italienische staatsbürgerschaft nicht wollen?
      Sozusagen, nur wegen der arbeit? Also italien zweitwohnsitz, und österreich haupwohnsitz?
      Dann müsste ja teoretisch die fercam ihre laster alle wieder in italien zulassen

    • Josch

      Und Das nächste Gesetz wird sein, man darf nichts mehr übers internet im Ausland bestellen

    • Steuerzahler

      Seid doch ehrlich: die Sauerei ist doch dass die Herren Politiker sich aus unserer Brieftasche konstant und immer öfter bedienen und wenn einer dann etwas dagegen unternimmt wird gleich aufgeschrien.
      Ich verlange daher:
      1. Steuern und Abgaben sofort reduzieren und
      2. gleicher Steuerdruck in ganz Europa für alle!

      Dann zahlen alle überall gleich viel und die Politiker müssen endlich lernen mit unserem Geld haus zu halten! Es ist zu einfach mit dem Geld der Steuerzahler groß zu tun und diesen ineffizienten Haufen von Staatsapparat künstlich am Leben erhalten!

    • Peter

      Gibt es als Privater auch die Möglichkeit mit deutschem Kennzeichen zu fahren wenn man draußen ein Auto kauft?
      Möchte Vollkasko die hier nicht leistbar ist

      • Mark P.

        Offenes Geheimnis: hast du einen Verwandten/Bekannten in Deutschland, der dir vertraut (Vertrauen ist der springende Punkt. Der, auf dessen Namen das Auto lautet, haftet ja dafür, daß die Steuer/Versicherung/eventuelle Strafen bezahlt wird) und das Risiko auf sich nimmt, den Wagen in seinem Namen dort zuzulassen und dir das Auto zu überlassen, kannst du auch als Privater mit einem deutschen Kennzeichen bei uns rumcruisen.

        Ansonsten google mal im I-net, ob sich vielleicht eine Firma darauf spezialisiert hat bzw. ob es noch diese Leih/Leasingfirmen noch gibt oder ob der italienische Staat diese nicht mehr zulässt.

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