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    5 Bären im Lande

    Dieser Bär streifte im vergangenen Juli  durch das Gebiet am Fennberg

    Dieser Bär streifte im vergangenen Juli durch das Gebiet am Fennberg

    Seit Jahresbeginn wurden in Südtirol acht Haustierrisse und Angriffe auf Bienenstände durch Bären nachgewiesen. Derzeit dürften sich fünf Bären in Südtirol aufhalten.

    „In Südtirol gibt es keine Bären, die sich ganzjährig hier aufhalten“, erklärt der geschäftsführende Direktor des Amtes für Jagd und Fischerei Andreas Agreiter. Deshalb sei es nicht möglich, zu jedem Zeitpunkt die Anzahl der in Südtirol anwesenden Tiere zu kennen.

    Die Zahl der Bärenvorfälle sei im laufenden Jahr ähnlich wie in den Vorjahren, erklären Amtsdirektor Agreiter und sein Mitarbeiter Martin Stadler.

    Seit Jahresbeginn wurden acht Haustierrisse und Angriffe auf Bienenstände durch Bären nachgewiesen: im Jahr 2014 waren es insgesamt neun, im Jahr davor zwölf. Daraus könne man schließen, dass die Zahl von Bären in Südtirol Land in etwa in derselben Größenordnung von aktuell zwei bis fünf Bären liegen könnte.

    Mit Elektrozaun bärensicher eingezäunter Bienenstand

    Mit Elektrozaun bärensicher eingezäunter Bienenstand

    In Südtirol halten sich männliche Bären auf, die weit umherstreifen und dabei das ans Trentino angrenzende Gebiet des Mendelkammes bis Deutschonsberg-Ulten-Unteres Vinschgau regelmäßig durchwandern.

    Im Trentino beläuft sich die aktuelle Zahl an Bären auf rund 50, heuer konnten sieben Würfe mit 12 bis 13 Jungbären bestätigt werden.

    Die Anzahl in Südtirol schwankte in den letzten zehn Jahren zwischen drei und sieben Bären, die genetisch nachgewiesen werden konnten und sich demzufolge zumindest einen Teil des Jahres in Südtirol aufgehalten haben. Die weiblichen Nachkommen der weiblichen Bären im Trentino lassen sich in nächster Nähe der Muttertiere nieder, sodass die Ausbreitung vom Trentino nach Südtirol schleppend ist.

    Aufgrund des Bärenmonitorings werden im Laufe des Jahres die allermeisten Bären zumindest einmal genetisch nachgewiesen, und zwar anhand gefundener Haare, von Kot oder Speichel. In Einzelfällen kann ein bekannter Bär ein Jahr lang nicht erfasst werden, auch bei Jungbären erfolgt die Ersterfassung teilweise im zweiten Lebensjahr.

    Durch die spätere Kenntnis der Erfassungslücken im Nachweis von einzelnen Individuen kann die Dunkelziffer als gering betrachtet werden, heißt es aus dem Amt für Jagd und Fischerei. Nur einzelne verhaltensauffällige Bären wurden mit einem Senderhalsband ausgestattet, um ihren Standort laufend überwachen zu können. Bei den übrigen Bären weiß man nicht dauernd, wo sie sich aufhalten.

    Bildschirmfoto 2015-06-15 um 11.24.58Bären kommen in der Regel nicht zufällig in menschliches Gebiet und auch nicht, weil sie von sich aus die Scheu verloren haben. Vielmehr sind es attraktive Nahrungsquellen, die Bären anziehen und – sofern sie immer wieder gefahrlos zu Nahrung kommen – langsam die Scheu vor den Menschen verlieren lassen.

    Daher ist es unverzichtbar, Abfälle und Biomüll in Hausnähe bärensicher zu lagern. Auch Bienenstände müssen unbedingt bärensicher eingezäunt werden, da sie von Bären gerochen werden.

    „Bären“, erklärt Amtsdirektor Agreiter, „werden anhand der Kriterien des Managementplanes eingestuft, ihre Verhaltensweisen werden aufgelistet“. Graduell steigt bei kritischem Vorfall auch die Intensität der Maßnahme bis hin zur Entfernung des Bären.

    Strengere Überwachung des Bären und Schutzvorkehrungen gehen bei den meisten Vorfällen als erster Schritt voraus, bei Angriffen aufgrund der Gefährlichkeit des Bären beschließt das Umweltministerium unverzüglich deren Entnahme.

    Bezüglich des Verhaltens von Menschen im Wald weist Amtsdirektor Agreiter darauf hin, man solle sich bevorzugt an vielbegangenen Wegen aufhalten und nicht lautlos unterwegs sein, keinen Bärenspuren folgen und Hunde an die Leine nehmen.

    Sollte es zu einer Begegnung mit einem Bären kommen, rät er: Ruhe bewahren und sich langsam entfernen.

     

    Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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    Kommentare (46)

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    • dana

      Die Bären sind los und haben bei uns in Südtirol keine angemessenen Freiräume.
      Einfangen und in Gebiete bringen, wo keine oder kaum Menschen leben. Ansonsten werden sich die Touristen bald nicht mehr nach Südtirol wagen können. Dass die Touristiker nicht entschiedener gegen diese Bären Ansiedlung auftreten ist für mich unverständlich. Sobald es die ersten Verletzten und Tote gibt, werden Bürger vielleicht ohne Politiker gegen die Bären vorgehen.

    • Herrgott

      Die Ansiedlung der Bären in einem so dicht bewohnten Gebiet wie Südtirol ist eine Riesensauerei. Ich werde jedenfalls das Ultental, den Nonsberg und den Vinschgau in Hinkunft meiden.

    • Andreas

      Auch wenn mancher Romantiker die Bären kuschelig findet, bleiben es Raubtiere, welche in dicht besiedelten Gebieten nichts zu suchen haben.
      Kauft euch schöne große Teddybären, zieht sie an einer Schnur durch euren Garten und so könnt ihr euch an Bären erfreuen.
      Sie gehören sofort eingefangen oder erschossen und gegrillt.

      • roadrunner

        wieso nicht in einen Zoo gebracht? Andreas, jetzt mach dir gleich nicht in die Hose.

        • Andreas

          Steht ja, eingefangen oder gegrillt.
          Hatte noch nie ein Bärenschnitzel, schmeckt das überhaupt?

          Ich mache mir nicht in die Hose, halte es aber für unverantwortlich, wenn in der Gegend von Eppan Bären rumlaufen und bei Angriffen wie im Trentino hier manche Schlaumair so tun als müsste jeder ein Bärenkundler sein und dem Angegriffenen die Schuld geben.
          Die sollen ihre Kinder mal in den Wald wo Bären sind schicken, nachher können sie schlau sein und ihre Kinder maßregeln, wenn etwas passiert.

          • blb

            Du hast es genau auf den punkt gebracht!

            • Jenny Lein

              Bärenfleisch ist kein besonders hochwertiges Fleisch. Als Schnitzel ist das eher zu zäh. Wird normalerweise als Braten oder geräuchert verzehrt. Geschmacklich kannst du dir das zwischen Rindfleisch und Wild vorstellen.

              In Nordschweden kann man Bärenfleisch ganz normal im Geschäft kaufen.

          • roadrunner

            Keine Ahnung ob es schmeckt, reitzt mich nicht und alles muss ich echt nicht haben. Btw. in dieser Gegend habe ich schon zwei mal einen Bären gekreuzt, einmal war er ca. 5 Meter von mir entfernt. Hat mich blöd angeschaut, umgedreht und ist wieder gegangen (ein Bienenstock war in der Nähe).
            Unverantwortlich könnte man auch Hundehalter nennen, welche sich einen Hund über 40 kg zulegen. Wenn so einer mal ordentlich zieht, ist er auch nicht mehr leicht zu halten.
            Wer sind denn jetzt aber die „Schlaumeier und Bärenkundler“? Die Befürworter oder die Gegner? Das sind alles nur persönliche Meinungen von Laien, gleich wie die Meine.

          • Mike

            Andreas, keine Angst, dir passiert schon nichts! Du sitzt ja 24 Stunden am Tag am PC um deine Meinungen zu posten.

            oder hast du etwa W-Lan im Wäldchen ? 🙂

            Und immer müssen die armen Kinderlein, die angeblich im Wald spielen, für die Ängste herhalten. Ich wette es gibt in Südtirol 100 Mal mehr Pädophile, die sich Kinder nähern, als Bären.

            • walter

              24/7 meinst du! 🙂
              außerdem stehen Bären nicht auf Senf, deswegen muß sich der Senfomat keine Sorgen machen!!! 🙂

      • C

        Die einzige die man grillen müsste, sind prepotente Menschen die solche Aussagen machen. Nur die Rasse Mensch kann so prepotent sein und entscheiden wer wo leben darf, wie lange und wie! Ich finde dies richtig krankhaft!!!

        • Andreas

          Tiere sind, wie auch der Menschen, sehr anpassungsfähig und ich nehme an kein Bär hat sich in den letzten Jahren gesehnt nach Südtirol auszuwandern. Sie fühlen sich auch dort wohl, wo wenig oder keine Menschen sind.

          Es gibt also keinen vernünftigen Grund Wildtiere in dieser Größe in dicht besiedelten Gebieten anzusiedeln, außer dass Tierversteher wie Du unbedingt ihren Kopf durchsetzen wollen, auch wenn es für die Bevölkerung gefährlich werden kann.

          Natürlich entscheidet der Mensch wer wo leben darf, sonst bräuchte es keine Einwanderungspolitik. Oder öffnest Du jedem der bei Dir klopft die Tür und lässt ihn bei Dir wohnen, da Du ja nicht entscheiden darfst wer wo wohnt?

    • Bernhardl

      Politiker und Bären Liebhaber halten sich mit Steuergeldern Bären, Wölfe, ecc.
      Die Bevölkerung muss in Angst leben und immer wieder Schäden und Kosten in Kauf nehmen.

    • So-sehe-ich-das

      Ich denke daß der Bär als Lebewesen nichts dafür kann. ….er lebt halt mal in der Natur und ernährt sich von der Natur.
      Nur was ich mich frage ist :
      1. weshalb werden nicht die Personen zur Rechenschaft gezogen die das Bärenprojekt genehmigt haben. ……jemand hat das Projekt sicher genehmigt und unterschrieben;
      2. weshalb muß der Steuerzahler für die Bärenschäden (über das Amt für Jagd und Fischerei ) aufkommen und nicht die Iniziatoren des Projekts;
      3. wer sind bzw. waren die Iniziatoren / Namen die die Wiederansiedlung des „Ursus“ gut geheißen haben?

      • So-sehe-ich-das

        …an die Redaktion der Tageszeitung.:
        Können Sie die Protokolle (es sind ja öffentliche Dokumente – das Projekt wurde mit Steuergeldern finanziert und wird auch in Zukunft finanziert ) zum „Ursus“ Projekt mal veröffentlichen?
        Mich wunderts welcher Fachmann/Biologe/Politiker die Genehmigung zum Projekt erteilt hat.

    • Gunti

      Die Bâren haben in Südtirol nix verloren, die müssen in Wäldern gerarchi werden, wo keine Menschen sind….

    • Gynne

      I tat an gonzn Haufn SVPDler und Bärnfreinde aufn Berg aui Hiatn und olle mit Honig inschmirbm. Des gab a Hetz und dorzua a por suporgscheide winigar !

    • Inge

      Gestern in einer Gaststätte haben Personen gesagt, Sie wüssten sich gegen Bären zu verteidigen. Wenn sowas in Südtirol passiert wie in Trient und die Behörden nichts machen, dann wird den Bären das Fell „abgezogen“.

    • dana

      Bedanken wir uns bei den Landes- und EU – politikern die diese Tiere mit Steuergeldern in unseren Wäldern, Weilern, Dörfern, usw. ansiedeln.
      Aufgrund dieser Fahrlässigkeiten müsste sehr drastisch gegen Politiker, Beamte, usw. vorgegangen werden.

    • Martl

      Die Bärn kenn nix dofir daß die Leit et gscheida sein…

    • jk

      Soviel halbstarkes Gerede hier…
      Der Bär und auch der Wolf werden sich im Laufe der Zeit in Südtirol ansiedeln, beide Tierarten passen sich immer mehr dem Zusammenleben mit den Menschen an und da mein ich nicht das Plündern der Bienenstöcke. Wir müssen uns auch dem Verhalten dieser Tiere anpassen, denn jeder der sich mehr mit der Materie befasst als das übliche Gasthausgerede sowie der reißerisch angehauchten Berichterstattung, kann ein paar Grundregeln erlernen, wie etwa nicht frischparfümiert (wie zB.mit einen Shampoo mit Honigzusatz..) oder mit Hund ohne Leine (meist lockt der Hund den Bären aus dem Unterholz und führt ihn zum Herrchen). das ist so als würde man in den Garten des Nachbarnhundes mit einer Halskette aus Speckwürfel gehen und nach ihm rufen.

      Das Argument mit der Bevölkerungsdichte ist auch ein Schwachsinn, als Beispiel könnte man Slowenien hernehmen, das doppelt so dicht wie Südtirol besiedelt ist und Heimat von über mindestens 200 Bären ist. Dort gibt es zwar auch Reibereien mit den Bären, aber der letzte Todesfall war in den Siebziger.

      Wie gesagt bald werden Wölfe und Bären auch bei uns heimisch werden.
      Und wenn man über den Tellerrand Südtirols schaut, ist das ein Prozess der schon seit Jahren in ganz Europa passiert, siehe die Wölfe in Ostdeutschland.

      • Gebi Mai

        Wenn diese Tierchen bei mir Zuhause was anstellen, dann werde ich mit „Kugeln“ antworten.

      • Garuda

        @jk

        Also wirklich, der letzte Tote war in Slovenien in den 70gerjahren. Da hat der Bär längst schon seine Höchststrafe abgesessen und wurde wieder auf freiem Fuss gesetzt.

        Du bist wirklich ein reiner Dummkopf, wenn dir ganz offensichtlich 200 Bären lieber sind als alle 40 Jahre mal ein Menschenleben.

        • roadrunner

          Ich will jk ja nicht verteidigen. Aber denk man nach, wie waren die Regeln, Bestimmungen, Erkenntisse usw. in den Siebzigern? Also, bevor du jemanden in nullcommanix als Dummkopf abstempelst sollst du bitte auch mal lernen nicht nur das Gelesene zu interpretieren sondern auch die Zusammenhänge verstehen. Nix für Ungut.

    • dana

      Die SVP – Politiker die diese Ansiedelung beschlossen haben tragen für Schäden, Verletzungen und eventuelle Tote die Verantwortung.

    • Albert

      Bären in Südtirol anzusiedeln ist eine Schnappsidee.
      Regelrecht pervers
      Zu wissen dass im Wald ein zwangsläufig durch die hohe Siedlungsdichte verstörter Bär rumläuft ist beängstigend.
      Was waren wir als Kinder früher froh dass es keine Bären und Wölfe im Wald gab. Tollwütige Füchse die man vom höhrensagen kannte waren schon eine richtige bedrohung damals.

    • Albert

      Ach so? Was denn? Seit wann ist wohlstand wie kaum wo anders eine Unannehmlichkeit?

    • Voltaire

      Mehr Bären und Wölfe, Luchse und Büffel!

    • Lion

      Der Bär tut sicher gut daran, sich über den Honig herzumachen, der vielleicht nur mit Pestiziden angereichert ist, anstatt einem mit Chemie und Antibiotika vollgestopften, unter Umständen auch noch alkoholabhängigen Tiroler auf den Leib zu rücken.

    • Felix Austria

      wär ich Bär,
      also ich würde auswandern !

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