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    „Total benebelt“

    „Total benebelt“

    Innerhalb der SVP-Fraktion rumort es: Halten sich die Abgeordneten nicht an die Fraktionsdisziplin – weil sie sich bei den wichtigen Abstimmungen im Kaffeehaus aufhalten?

    Von Matthias Kofler

    Magdalena Amhof nimmt es mit Humor: „Vielleicht waren wir vor lauter Cannabis total benebelt“, sagt die SVP-Abgeordnete.

    Die Fraktionsspitze der Volkspartei hat sich am Freitag zu einer Aussprache getroffen. Anlass waren die knappen Abstimmungsergebnisse, die die Edelweißpartei zuletzt im Landtag hinnehmen musste. Obwohl die Regierung über eine satte Mehrheit von 19 Mandataren verfügt, konnte die Opposition in der jüngsten Vergangenheit den einen oder anderen Achtungserfolg einfahren.

    Entweder waren zu viele Landesräte bei entscheidenden Abstimmung im Landtag nicht präsent, oder die „Hinterbänkler“ in den SVP-Reihen hielten sich zum Zeitpunkt der Stimmabgabe außerhalb des Plenarsaals auf, entweder um zu telefonieren oder um einen Kaffee zu trinken.

    Für die SVP-Fraktionsspitze sind die jüngsten Ergebnisse durchaus ein Alarmsignal. Mangelt es manchen Abgeordneten einfach an der nötigen Disziplin?

    Jüngstes Beispiel ist die Abstimmung zum Cannabis-Anbau in Südtirol, den die Abgeordnete Elena Artioli per Beschlussantrag durchsetzen konnte. Während Thomas Widmann, Veronika Stirner Brantsch und Roberto Bizzo für den Antrag der A-Team-Politikerin stimmten, enthielten sich Christian Tommasini, Christian Tschurtschenthaler und Magdalena Amhof überraschend der Stimme. Dies alles führte letztendlich dazu, dass Elena Artioli für ihren Antrag im Plenum eine Mehrheit einholen konnte.

    Nach außen hin mussten sich manche SVPler daraufhin den Vorwurf machen lassen, dass man mit dem eigenen Abstimmungsverhalten offen für die Legalisierung von Cannabis eingetreten sei. Quatsch, sagen Magdalena Amhof und Christian Tschurtschenthaler.

    Im Gespräch mit der TAGESZEITUNG rechtfertigt Christian Tschurtschenthaler sein „Missgeschick“ so: „Wir haben leider zu spät den Abstimmungsknopf gedrückt“, so der Pusterer SVP-Vertreter.

    Auch Magdalena Amhof betont, dass für sie die Fraktionsdisziplin sehr wichtig sei. Die Enthaltung bei der Abstimmung zum Cannabis-Anbau sei ihr „überaus peinlich“, betont die SVP-Politikerin auch gegenüber ihren Fraktionskollegen. Besagte Abstimmung sei
    aber „einfach zu schnell“ abgelaufen. „Thomas Widmann hat die Abstimmung freigegeben, doch wir wussten zu dem Zeitpunkt nicht, ob wir für oder gegen den Antrag stimmen sollten“, erinnert sich Magdalena Amhof. Es habe an der nötigen fraktionsinternen Kommunikation gehapert, was letztendlich zum „totalen Chaos“ geführt habe.

    Klar ist: Weder Magdalena Amhof noch Christian Tschurtschenthaler sprechen sich für eine Legalisierung von Cannabis aus. Dass Thomas Widmann und Veronika Stirner Brantsch für den Artioli-Antrag gestimmt haben, ist für beide Abgeordneten überraschend gekommen. Magdalena Amhof meint: „Normalerweise teilt man der Fraktionsspitze vor der Abstimmung mit, dass man anders als die Kollegen abstimmen werde. Alle haben die Möglichkeit, bei Abstimmungen frei zu entscheiden, wenn sie das früh genug mitteilen.“

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    Kommentare (21)

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    • jetzt reichts!

      Einige Mandatare tun halt wieder während der Arbeit s´Gipfele eindunken. Bleibt nur noch die Frage wer welches Gipfele wo eindunkt. Der letzte, der das falsche Gipfele eingedunkt hat, ist krankenhaus reif geschlagen worden…der ist öfter im Krankenhaus als bei Abstimmungen!

    • martin

      Also mangelnde Parteidisziplin kann ich mir bei Herrn Tschurtschenthaler wirklich nicht vorstellen. Herr Tschurtschenthaler war Bürgermeister der Stadt Bruneck wo er mit einer Entscheidung (bei seiner letzten Gemeinderatsabstimmung) die hohe SVP-Funktionäre wegen einer Umwidmung die den genannten Svp-lern hohe Gewinne und meiner Familie (kleinen 3 Generationen Betrieb) großen Schaden zufügte gerade durch die sogenannte Parteidisziplin gegen alle Unkenrufe durchgesetzt hat!!

    • iPinktl

      Muss man, nur weil man bei der SVP ist automatisch immer gegen alle Beschlüsse der Opposition stimmen?

      Tschurtschenthaler und Co ist kein Vorwurf zu machen, wohl eher jenen die erst gar nicht zur Abstimmung erschienen sind.

    • martin

      Was sagt da wohl der Franz, wenn die SVP dem Cannabis zustimmt? Womöglich wird als nächstes der Wein abgeschafft.
      Ist das nicht wie Werbung für kriminelle Delikte machen wenn die SVP für die Legalisierung von Canabis zustimmt? Bitte klär uns über die Wahrheit auf mein Franz.

      • walter

        Was soll er auch tun? Wie alle SVPler eine 180 Grad drehung machen und behaupten er war schon immer dafür!!!! 🙂
        Dann setzt er sich auch bald für die Homoehe ein, damit er seine Beziehung legalisieren kann!! 🙂

        • martin

          Er hat ja bereits die Schöpfung gekrönt und hat schnell mal Nachwuchs in die Welt gestellt.
          Jetzt kann ed seelenruhig und dem Segen der Kirche gewiss seiner wahren Neigung frönen.

    • Woll. Pertinger

      Interessant ist, dass die SVP-Abgeordneten ganz hilflos sind und nicht wissen, ob sie Ja oder Nein stimmen oder sich enthalten sollen, wenn es ihnen niemand sagt. Mit dem eigenen Kopf denken kann anscheinen niemand von der Edelweiß-Truppe.

      • Ilsebyll

        Hab mir genau das gleiche gedacht… Wofür werden die Abgeordneten denn bezahlt? Und wenn ihnen das Gesetz nicht wichtig genug ist, um sich darüber eine Meinung zu bilden, dann ist es eh gleich.

      • Walter Mair

        @Woll.Pertinger
        Ich sehe diese Sache etwas anders: In dieser Schlangengrube ist Jeder sich am Nächsten. Und das ausschließlich! Da fast NIEMAND etwas wirklich auf die Reihe bekommt, um beim Volke zu punkten, müssen Kleinigkeiten herhalten um aufzufallen. Der eigene Kopf spielt da eine untergeordnete Rolle! Es fehlen einfach Weitsicht und die Ideen und vor allem die Courage, das umzusetzen, was man uns VOR den Wahlen den „MENSCHEN“ versprochen hat… 🙂

    • VisualB

      Magdalena wer?
      War da nicht einmal eine Arbeitnehmervertreterin die für die Rechte der Arbeitnehmer kämpfen wollte? Ist wohl nicht viel Platz für linke Ideologien in der Sammelpartei…….

    • Hubert

      saubere, unsaubere Zustände, oder?

    • Klaus

      Na na ihr Politiker seit auch ohne Cannabis total benebelt Frau Amhof, sonst wäre gewisse Entscheidungen unmöglich. Vielleicht probieren Sie es mal zu nehmen, damit Sie wieder in der Realität zurückkehren………. Denn über so was macht man keine Witze, kann über Sie nur den Kopfschütteln…… !!!!! Mehr gibt’s dazu nicht zu sagen bzw. Schreiben, außer werden Sie erwachsen und reifer !!!!!!!!!

    • barfusler

      Wie gesagt, die sind ihr Geld nicht wert, da ist jeder Hausmeister gewissenhafter bei seiner Arbeit

    • michl

      Jemanden der Verheiratet ist und eigendlich schwul ist damit niemand darauf kommt ,glaube ich kein Wort.

    • michl

      Danke Tz das ihr vom Franz und meinen Beitrag entfernt habt.Wenn der Franz solchen Stuss schreibt und ihr ihn nicht löscht werde ich immer so reagieren!

    • Rosa

      Es gibt zu viele Abgeordnete und alle sind überbezahlt!

    • Gebi Mai

      Ab wann ist Cannabis in Südtirol legal? Anbau und Konsum?

    • sogeatsnet

      „Thomas Widmann hat die Abstimmung freigegeben, doch wir wussten zu dem Zeitpunkt nicht, ob wir für oder gegen den Antrag stimmen sollten“, erinnert sich Magdalena Amhof.
      Sehr interessant…
      Hat der große Häuptling nicht gesprochen?
      Hat das eigene Denkzentrum (…) nicht funktioniert?

      Für solche „Entschuldigungen“ sollten sie eigentlich eine ordnetliche Strafe bekommen – wollen die uns verarschen?
      Bekommen sie die monatliche „Entschädigung“ fürs eingeflüsterte Knöpfchen drücken oder …?

    • dana

      Die SVP will Drogen frei verkaufen?
      Braucht es zuerst die Unabhängigkeit Südtirols von Italien, sonst ist Rom zuständig.

    • Inge

      Jetzt wissen die Südtiroler was die SVP unter rauchende Köpfe verstehen.

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