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Der Jugend-Report

alkohol jugend jugendliche rauschtrinkerWas die Rauscherfahrungen anbelangt, liegen Südtirols Jugendliche italienweit auf dem zweiten Platz. Jeder vierte 15-Jährige hat schon mal gekifft. Die Zahl der jungen Raucher ist rückläufig.

von Artur Oberhofer

Die HBSC-Studie ist ein internationales Forschungsvorhaben zum Gesundheitsverhalten von Schüler/innen an dem weltweit 44 Staaten teilnehmen. Sie wird seit 1982 durchgeführt und von der Weltgesundheitsorganisation gefördert. Italien nimmt daran seit 2001 teil, Südtirol seit 2004.

Soeben wurden die Ergebnisse für Italien vorgestellt. Darunter sind auch einige Daten zum Substanzkonsum und zum Risikoverhalten, die regional verglichen werden können.

Auf nationaler Ebene verringert sich 2014 für beide Geschlechter und für aller drei beforschten Altersgruppen (11-, 13- und 15-Jährige) die Anzahl der Jugendlichen, die zumindest einmal in der Woche Alkohol trinken. Beim wöchentlichen Alkoholkonsum liegen die 15-jährigen Südtiroler Buben mit ca. 30% auf dem 17. Platz, die gleichaltrigen Mädchen liegen ungefähr gleich auf.

Allerdings sind sie damit im Vergleich mit den anderen italienischen Regionen auf dem 1. Platz. „Die gleich hohe Konsumrate bei Mädchen und Buben zeigt, dass Mädchen in Südtirol an den Konsumrealitäten gleich teilhaben wir ihre männlichen Gleichaltrigen“, analysiert Peter Koler vom Forum Prävention.

Damit unterscheiden sie sich von ihren gleichgeschlechtlichen Altersgenossinnen in anderen italienischen Regionen.

Nichtsdestotrotz seien die Ergebnisse positiv zu bewerten, so Koler. Vergleicht man die Daten mit denen aus dem Jahr 2011, so verringert sich der Anteil der wöchentlichen Alkohol-Konsumenten in Südtirol bei beiden Geschlechten um 10%.

kiffen weinItalienweit erhöht sich für 2014 der Anteil der 15-Jährigen, die angeben sich mindestens 2 Mal in ihrem Leben betrunken zu haben (bei den Buben von 16,7% auf 20,8% – bei den Mädchen von 10,8% auf 16%).

Die Südtiroler Burschen und Mädchen liegen bei den Rauscherfahrungen nach Aosta auf dem 2. Platz. „Die hohen Rauscherfahrungen bei den 15-jährigen zu senken, ist eine der verbleibenden Herausforderungen, die bestenfalls nur mit einem Zusammenspiel aus guten Alternativen zum Rauscherlebnis, beispielsweise Programme wie Af-Zack, und verstärkter Verantwortungsübernahmen der Alkoholanbieter anzugehen ist“, sagt Peter Koler.

Bei den regelmäßigen Raucher/innen liegen die Südtiroler Jugendlichen mit 9,4% auf den hintersten Plätzen. Nur in Aosta und den Marken gibt es noch weniger Raucher/innen.

Der Raucheranteil sinkt bei den Südtiroler Jugendlichen im Vergleich zu den vorhergehenden Erhebungen beträchtlich. 2009 lag er unter den 15-Jährigen bei 13,8%, 2005 bei 21,1%. „Hier kann ein positiver Abnahmetrend festgestellt werden: in 10 Jahren hat sich der Anteil der Gewohnheitsraucher/innen mehr als halbiert“, so Peter Koler.

Peter Koler

Peter Koler

Italienweit erhöhen sich die Lebenszeiterfahrungen mit dem Konsum von Cannabis. Bei den 15-jährigen Buben geben 26,4% an zumindest einmal Konsumerfahrungen mit Cannabis gehabt zu haben, bei den Mädchen sind es 20%.

Südtiroler Jugendliche sind im Vergleich zu den anderen italienischen Regionen auf dem vorletzten Platz. Auch hier fehlen noch die genauen Daten für einen Vergleich mit den Ergebnissen der vorhergehenden Erhebungen.

Ebenso erfreulich sind, laut Forum Prävention, die Daten in Bezug auf das Glücksspiel. Bezieht man sich auf Glücksspielerfahrungen in den letzten 30 Tagen liegen die 15-jährigen Südtiroler Buben auch da mit ihren Trientner Kollegen auf dem letzten Platz. Dasselbe gilt auch in Bezug auf die Jugendlichen, die aufgrund ihres Glücksspiels als gefährdet oder abhängig angesehen werden.

Es ist davon auszugehen, dass diese aus Südtiroler Sicht positiven Ergebnisse auch mit den verstärkten Präventionsbemühungen der letzten 15 Jahre zusammenhängen, glaubt Peter Koler. Ein Hinweis dafür liefere der hohe Prozentanteil der einzelnen beteiligten Schulen, welche angaben regelmäßig Präventionsmassnahmen in ihren Einrichtungen durchzuführen.

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