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    Die schwarze Null

     

    Robert Peer, Marco Capello, Andreas Fabi und Oswald Mayr auf der Pressekonferenz am Montag

    Robert Peer, Marco Capello, Andreas Fabi und Oswald Mayr auf der Pressekonferenz am Montag

    Der Südtiroler Sanitätsbetrieb hat eine ausgeglichene Bilanz 2014 vorgelegt. Es war die letzte in der Ära Andreas Fabi.

    „Unser Ziel, jedes Jahr einen ausgeglichenen Haushalt vorzuweisen“, so Sabes-Generaldirektor Andreas Fabi, „ist nicht nur den gesetzlichen Vorgaben geschuldet, sondern auch im Sinne einer guten Verwaltung, der wir uns verpflichtet fühlen.“

    Aufgrund gesetzlichen Vorgaben, sprich „Spending review“, war der Südiroler Sanitätsbetrieb dazu verpflichtet, in den Jahren 2012 bis 2014 ganze 50 Millionen Euro einzusparen. „Und das ist uns gelungen“, so Fabi, „auch wenn es nicht ganz einfach war.“

    Kosten

    Der Kostenvoranschlag, der Ende 2013 für das Jahr 2014 erstellt wurde, belief sich auf 1.212.447.083 Euro. Mit einem Abschluss in Höhe von 1.210.367.489 schaffte es der Südtiroler Sanitätsbetrieb um 0,17 Prozent darunter zu bleiben.

    Im Vergleich zum Jahresabschluss 2013 stiegen die Gesamtkosten für den Südtiroler Sanitätsbetrieb von 1.207.007.428 Euro auf 1.210.367.489. Dies entspricht einer Steigerung von 0,27 Prozent und liegt damit unterhalb der für 2014 errechneten Inflationsrate in Italien von 0,3 Prozent.

    Die Ausgaben für sanitäre Güter sind um 2,76 Prozent gestiegen. Das sind Güter, die direkt den Patientinnen und Patienten nutzen. Bei den nicht-sanitären Gütern hingegen konnte durch kluge Nach- und Neuverhandlungen eine Kostenreduzierung von 8,87 Prozent erreicht werden.

    Ebenfalls gesenkt werden konnten im vergangenen Jahr die Personalkosten, und zwar um 2,13 Prozent von 590.339.949 Euro auf 577.780.920 Euro . Das entspricht in absoluten Zahlen einer Kostenreduzierung von rund 12,6 Millionen Euro. Gleichzeitig wurde aber in Köpfe und Kräfte investiert, die den Patientinnen und Patienten zugute kommen. Insgesamt wurde der Personalstand 2014 um 2 Ärzte, 15 Berufskrankenpfleger, 2 technisch-sanitäre Assistenten und 10 Personen im Reha-Bereich erhöht.

    Leistungsüberblick

    Bemerkenswert ist die Tatsache, dass trotz ausgeglichener Bilanz die Leistungen des Südtiroler Sanitätsbetriebes zugenommen haben. 2014 verzeichnete der Südtiroler Sanitätsbetrieb 70.886 stationäre Aufnahmen. Gegenüber 2013 bedeutet das eine Steigerung von 3,4 Prozent. Gestiegen ist auch die Zahl der Röntgenleistungen für Externe (+3,7 Prozent) sowie jene der Zugänge in den Notaufnahmen des Landes (+6 Prozent).

    Gleich geblieben sind mit 2,7 Millionen die Zahl der ambulanten Leistungen in den Krankenhäusern sowie mit 4,5 Millionen die Zahl der Laborleistungen für Externe. Um 3,3 Prozent leicht gesunken sind hingegen die Aufenthalte im Day Hospital.

    Gesellschaftliche Verantwortung

    „Gute Gesundheitsbetreuung kostet“, so Dr. Fabi, „ich kann mir aber nicht vorstellen, dass in Südtirol ernsthaft jemand eine „billige“ Gesundheitsversorgung haben möchte.“ Und weiter: „Wir sind uns der gesellschaftlichen Verantwortung, die der Südtiroler Sanitätsbetrieb in diesem Land hat, durchaus bewusst. Einmal im Hinblick auf eine qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung für die Südtiroler Bevölkerung mit besonderem Augenmerk auf die zukünftige demografische Entwicklung mit immer mehr älteren und pflegebedürftigen Menschen. Und einmal als Arbeitgeber, von dem in Südtirol 7.861 Personen und ihre Familien abhängen.“

    Schwarze Null

    Mit einem positiven Bilanzergebnis von 668.248 Euro schreibt der Südtiroler Sanitätsbetrieb 2014 eine tiefschwarze Null. Ein Ergebnis, dem einige Anstrengungen vorausgegangen sind und das in dieser Klarheit am Anfang des Jahres 2014 nicht abzusehen war. Generaldirekter Dr. Andreas Fabi: „Ein großes Lob möchte ich deshalb allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aussprechen, die trotz des Kostendrucks und schwieriger Zeiten mit Einsatz und Kompetenz tagtäglich ihre Aufgaben erfüllen. Zum Wohle der Südtiroler Bürger und Bürgerinnen.“

     

     

     

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    Kommentare (3)

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    • Luis

      Ich sehe „schwarze“ – SVP – „Nullen“. Jahrzehnte ein System privat vermurkst.

    • Pepi

      wie lückenhaft dieser Bericht, berichtet nur von Patientenbetreuung, Ärzten, Pflegerinnen/ger…wo bleibt die Reorganisation der Verwaltung, leider noch
      mittelalterliche Systeme, wo bleibt die Erneuerung der technischen Verwaltung,
      wo sind die Einsparungen bei den übertriebenen Investitionen/Bauten, wie lange
      werden noch die unnötigen Verwaltungsbüros in den Bezirken beibehalten, kosten
      viel Geld und bringen nichts….die Verlierer im Sanitätswesen sind heute eindeutig
      die Patienten, Ärzte und Pflegepersonal. In der Privatwirtschaft würden viele von
      diesen überbezahlten Managern in der Verwaltung nicht überleben, ich denke da
      spontan an einem gewissen Herrn Mathà, Zerzer….usw..

    • Lisl

      Lückenhafter Bericht kann ich nur teilen. Reorganisation der Verwaltung hat nicht stattgefunden: untere Gehaltsebenen wurden ausgelagert bzw. nicht nachbesetzt, dafür in den oberen Gehaltsebenen reichlich Stellen errichtet. Erneuerung der technischen Verwaltung ist ausgeblieben, teilweise mittelalterliche Verhältnisse. Unnötig aufgestocktes Personal in den Verwaltungsbüros der Bezirken.
      Fazit: der Fisch stinkt am Kopf!

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