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    Der Sarner Dealer

    Der Sarner Dealer

    30 Jahre alt und er könnte mit seinen Erlebnissen ganze Bücher füllen: Manuel Kofler hat Marihuana im Wert von fünf Millionen Euro verkauft und wurde zu sieben Jahren Haft verurteilt. Der Sarner über seine riskanten Geschäfte, das Leben hinter Gittern und über das Gefühl der Freiheit.

    TAGESZEITUNG Online: Herr Kofler, wie geht es Ihnen in Freiheit?

    Manuel Kofler: (lacht) Super. Besser als so manch anderem. Es würde einigen gut tun, ein paar Jahre zu sitzen. Vielleicht klingt das komisch: Aber das Gefängnis hat mich frei gemacht. Ich habe durch meine Haftstrafe viel Positives mitgenommen. Mir ist bewusst geworden, wie gut es uns eigentlich geht.

    Sie haben mit 30 Jahren eine bewegende Geschichte hinter sich. Fangen wir beim Anfang an?

    O.k. Ich bin auf einem Hof auf 1.300 Metern Meereshöhe im Sarntal aufgewachsen. Bei uns schneite es im Winter in die Zimmer, weil das Dach nicht dicht war. Das kann man sich heute nicht mehr vorstellen. Nach der Berufsschule habe in verschiedensten Orten in- und außerhalb Südtirols gekellnert, bis ich schließlich in Innsbruck landete.

    Wie wurden Sie zum Dealer?

    Ich habe die Tätigkeit als Immobilienmakler aufgegeben und wurde Restaurantleiter im Romantikhotel Schwarzen Adler in Innsbruck. Dort hat mich ein Mann aus Zürich besucht, den ich schon aus meiner Zeit im Pub im Sarntal kannte. Er war sehr wohlhabend. In Innsbruck waren wir oft gemeinsam im Spielkasino, wo er mit seinem Geld geprasst hat. Damit hat er mich gelockt. Bei einem Besuch in der Schweiz hat er mir gezeigt, mit welchem Business er sein Geld verdient. Er führte mir die vielen Marihuana -Pflanzen und seine Bilanzen vor. Er fragte mich, ob ich dieses Geschäft in Innsbruck aufziehen wolle. Ich habe abgewehrt – ich kannte ja auch niemanden aus dem Ambiente: Dann lernte ich im Restaurant zufällig einen Mann kennen. Für ihn lieferte ich die ersten zwei Kilo Marihuana von Zürich nach Innsbruck und habe 12.000 Euro kassiert. Ich war schneller dabei, als es mir lieb war.

    Nur Marihuana?

    Ja, nur Marihuana.

    Und wie ging es dann weiter?

    Ich habe begonnen, wöchentlich drei Kilo zu liefern – 18.000 Euro pro Lieferung. Das waren 60.000 im Monat. Ich habe dann die Bekanntschaft eines Chinesen gemacht, Besitzer dreier Restaurants und vielzähliger Wohnungen. Dann habe ich sieben Kilo wöchentlich transportiert. In der Zwischenzeit habe ich meinen Job aufgegeben und meldete mich in Zürich als Handelsreisender. Ich hatte für fünf Jahre einen Schweizer Ausweis und meinen Wohnsitz in Zürich. Zu meinen besten Zeiten lieferte ich wöchentlich Drogen im Wert von 40.000 Euro –160.000 Euro monatlich. Ich hatte einen Reingewinn von 6.000 Euro wöchentlich und ich glaubte, mir ging es gut.

    Wie war dieses Leben?

    Das Geld hatte keinen Wert: Wenn ich im Spielkasino verloren habe, dann habe ich mir eben zuhause von dem Stapel weiteres geholt. In diesem Umfeld gibt es aber keine Freunde und kein Vertrauen. Es zählt nur das Geld. Die engsten Freunde haben mich bestohlen. Eine Freundin und ich wurden Serben mit einer Waffe bedroht. Man lebt immer in Angst. Der Schlaf wird rar. Ich hatte weniger vor der Polizei, mehr vor Überfällen Angst. Wenn man nämlich drei Jahren in diesem Business tätig ist, so spricht sich das herum. Zweimal wurde ich in Zürich überfallen. Einmal wurden mir 40 Kilo Marihuana im Wert von 250.000 Euro entwendet. Aber ich konnte ja nicht der Polizei diesen Diebstahl melden. Ich war permanent unterwegs: London, Köln, Zürich, Spanien und eines Tages nach Marokko.

    Hatten Sie nie ein schlechtes Gewissen?

    Doch. Vor allem, als ich an den Sohn meiner Schwester dachte. Er hat seinen Vater und seinen Bruder vor 10 Jahren durch einen Autounfall verloren. Ich war sein Vorbild. Als er mich nach meiner Verhaftung im Knast besuchen kam, war das ein schreckliches Gefühl – gerade weil er immer zu mir aufgeschaut hatte. Die Enttäuschung, die ich meiner Familie zugefügt habe, schmerzt mich heute noch.

    Wie haben Sie Ihre Frau kennengelernt?

    Im November 2008 machte ich in Marokko Urlaub. Ich habe sie in einem Café kennengelernt. Sie ist in der Sahara aufgewachsen. Ihr Vater ist General beim Militär. Die Familie ist sehr wohlhabend. Alle sechs Kinder haben studiert. Meine Frau hat acht Jahre an einer Privatuniversität studiert und ihren Abschluss in Jura. Wir haben viel unternommen, aber unsere Beziehung war geheim – ihre Familie ist sehr konservativ. Für zehn Monate, bis August 2009, war ich dann immer zwei Wochen in Marokko und zwei Wochen hier. Ich habe ihr Vertrauen schenken können, das ich zuvor in keinen Menschen mehr hatte. Meine Frau kann nicht lügen – und das habe ich sofort gemerkt.

    Interview: Erna Egger

    LESEN SIE AM MONTAG AUF TAGESZEITUNG ONLINE:

    *Warum er mit dem Drogenhandel aufgehört hat und was er im Gefängnis erlebt hat. 

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    Kommentare (11)

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    • Gottl

      A richtiger sarner Ploderer.

    • Rechner

      Ich denke 95% der weltbevölkerung würden ein paar jahre knast für einige millionen € hinnehmen (und jetzt erzählt mir nicht dass so jemand keine millionen auf irgend einem auslandskonto oder sonstwo vergraben hat).

    • hmm

      die Strafen sind immer noch zu niedrig sonst täten alle die Finger davonlassen … !!!

    • Daniel

      Wer glaubt denn diese erfundene Geschichte denn?
      So einen Scheiss hier bringen …
      Was soll dies? So manchen Arbeitslosen dazu zu bewegen etwas Gras zu verscherbeln?
      TG voll daneben!!

    • Hanf-Peter Grünfelder

      Unsere Gesellschaft kann ein Erfolgsmodell mit den Umgang einer Droge/eines Genussmittels vorweisen: Alkohol! Es existiert ein Jugendschutz, eine Genuss Kultur, Qualitätskontrolle, der Staat verdient auf ein freizügiges Monopol, das kleinen Unternehmen in der Landwirtschaft und in der Lebensmittelindustrie Arbeit und Wohlstand gibt. Freilich, es wird auch Missbrauch betrieben, aber das ist nur eine Minderheit. Würde Alkohol verboten werden, weil Studien beweisen, dass der Konsum Psychosen, Depressionen und allgemein dummes Verhalten hervorrufen kann, wäre der Schaden groß: Steuereinnahmen würden wegfallen, die wirtschaftliche Kraft würde zusammenbrechen, es wäre aus mit den guten Glasl Wein, die Menschen die wirklich Alkoholprobleme haben, mussten sich verstecken, sodass es schwer würde ihnen zu helfen oder sie zu schützen.
      Wer glaubt, dass eine Legalisierung von Cannabis negative Folgen hätte, der/die sind Opfer von 50 Jahre Prohibitionspolitik.
      Free Weed Sudtirolo wird Cannabis Competence Center. Wir sind eine Initiative pro Cannabis und wollen Bürgerinnen und Bürger aufklären. Du findest unsere Fanpage auf facebook

    • Nosferato

      Na wie kann man so blöd sein.
      Geht in die Schweiz teuer Gras kaufen und hat eine islamische Geliebte in Marokko.
      ICh würde das Gras billig in Marokko kaufen und eine schöne Frau in der Schweiz haben.
      LOL 🙂 🙂 🙂

    • Spaltpilz

      Wenn du ein Mafioso wärst, wärst du für oder gegen die Legalisierung?
      Wenn du bei der Polizei wärst, wärst du für oder gegen die Legalisierung (begehrte Arbeitsplätze)?
      Wenn du in der Justiz tätig wärst, wärst du für oder gegen die Legalisierung (begehrte Arbeitsplätze)?
      Wenn du kriminell wärst, wärst du für oder gegen die Legalisierung (Wegen überfüllter Gefängnisse gibt es immer wieder eine Amnestie)?
      Wenn du ein dicker Fisch wärst, wärst du für oder gegen die Legalisierung (wegen überforderter Justiz verjähren Gerichtsverfahren)?
      Wenn du mit einem Drogenrehabilitationszentrum Millionen verdienst, wärst du für oder gegen die Legalisierung?

      Also ich glaube, das Thema hat sich erledigt.

    • Gorgonzola

      Olls erfundm u drlogn. Sehr unglaubwürdig

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