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    Matteo Garrone

    Bevor es um den Film geht, ein Hinweis: Am Sonntag sind es zehn Jahre, dass die Journalistin Elisabeth Baumgartner gestorben ist. Sie hat viel für den Film in Südtirol getan.

    von Renate Mumelter

    Das Trio Sorrentino, Moretti, Garrone, welches begleitet von den besten Wünschen des Ministerpräsidenten zum Festival in Cannes reiste, hat keine Preise bekommen. Die Jury entschied anders. In Bozen war es möglich, sich ein Bild zu machen, denn alle drei Filme waren oder sind zu sehen.

    “Mia madre” von Moretti hat mir keine Freude bereitet, zu narzisstisch, am Thema vorbei. “Youth – La giovinezza” von Sorrentino hat mir große Freude bereitet. Dem Publikum auch, wie die Besucherzahlen italienweit zeigen. Matteo Garrones “Tale of Tales” ist gut gemacht, nur das Genre ist nicht unbedingt meins. Ausgehend von Basiles “Cunto de li Cunti” (um 1600) erzählt er Märchenhaftes, von einem Floh als gigantischem Haustier zum Beispiel, einer hässlichen Alten, die jung und schön wird, einer Königin, die das Herz eines Drachen verschlingt, um schwanger zu werden.

    Garrone erzählt wortkarg aber in opulenten Bildern, gedreht an unglaublichen italienischen Schauplätzen. Die Bilder sind fein nachbearbeitet so wie die Kostüme fein genäht sind, und die Schauspieler machen ihre Sache gut. Langweilig ist der Film nie wirklich, zwischendurch kommt sogar Spannung auf und doch fehlt das Etwas, das manchmal im Kino in Herz und Kopf trifft. Schräg ist das Erzählte allerdings schon. Wer gerne um die Ecke denkt, kann durchaus kritische Anspielungen auf unsere Gesellschaft herauslesen, auf den Jugendwahn zum Beispiel, die Schönheitsmanie, skurrile Tierliebe oder knallharten Kinderwunsch. Garrones Geschichte ist einen Kinobesuch wert. Wenn man das Genre mag umso mehr.

    Il racconto dei racconti – Tale of Tales (I, 2014), 125 Min., Regie Matteo Garrone, mit: Selma Hayek, Vincent Cassel, John C. Reilly, Alba Rohrwacher. Bewertung: Sehenswert

    Was es sonst noch gibt: Filmtreff Kaltern “Hubert von Goisern – Brenna tuat’s schon lang”, “Elser” (auch im Ariston Meran) 

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