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    Der Stiergarten-Kampf

    StiergartenDer Begriff „Orto del Toro“ für den Stiergarten in den Sextner Dolomiten wird bald von den Landkarten und den Gondeln verschwinden.

    Der Begriff „Orto del Toro“ für den Stiergarten in den Sextner Dolomiten wird bald von den Landkarten und den Gondeln verschwinden. Dies geht aus einem Antwortschreiben der Sextner Dolomiten AG an den Landtagsklub der Süd-Tiroler Freiheit hervor.

    In dem Schreiben heißt es, dass der Beschluss für diese Maßnahme vom Verwaltungsrat der Sextner Dolomiten AG bereits im November gefasst wurde, nachdem der Innichner Sprachwissenschaftler Egon Kühebacher schriftlich dazu angeregt hatte.

    Auch die Süd-Tiroler Freiheit hatte im Landtag eine Anfrage gestellt und diesen darauf hingewiesen, dass „Orto del Toro“ nicht in Ettore Tolomeis „Prontuario“ aufscheint und daher gesetzlich nicht verbindlich ist. Cristian Kollmann, Toponomastikexperte der Süd-Tiroler Freiheit, bezeichnet die Entscheidung der Sextner Dolomiten AG, in Zukunft auf den pseudoitalienischen Begriff „Orto del Toro“ zu verzichten und nur noch den historisch fundierten Namen „Stiergarten“ zu verwenden, als beispielhaft für die Südtiroler Tourismusbranche und als zukunftsweisend für eine authentische und faschistisch unbelastete Orts- und Flurnamenpolitik.

    „Es bleibt zu hoffen, dass die Sextner Dolomiten AG ihren Beschluss bald in die Tat umsetzt und dass weitere Tourismusorganisationen, die sich bisher ebenfalls freiwillig und mitunter unwissentlich mit faschistischem Namen- und Gedankengut schmücken, dem Beispiel der Sextner Dolomiten AG folgen mögen“, schreibt Kollmann abschließend.

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    Kommentare (31)

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    • ander

      mein Nochbor hot a Maus im Keller, des isch wichtiger

    • Einereiner

      Bravo STF! weg mit der Doppelnamigkeit.
      Streicht die faschistischen Übersetzungen komplett.
      In ganz Ladinien könnten wir die meisten italienischen und deutschen Namen streichen.

    • EbbeyFlut

      Die meisten Flurnamen in Südtirol sind durch die österreichische Besatzung eingedeutscht worden.

      • pérvasion

        Hast du bei Ettore studiert?

        • EbbeyFlut

          Der hatte es wenigstens kapiert, wie die Dinge unter Alt-Österreich gelaufen sind, gezielte Eindeutschungsbetrebungen auf allen Ebenen.

          • helmut

            Und Italianisierungsmaßnahmen vor allem durch den italienischen Klerus in Welschtirol. Da wurden in den Taufbüchern gezielt die deutschen und ladinischen Namen durch italienische ersetzt.

            Es waren viele rein italienischsprachige Kleriker aus dem Süden importiert worden, weil man mit dem Aufkommen des Protestantismus befürchtete, dass katholische Priester aus dem Norden protestantisch infiziert sein könnten.

            In den vom Klerus geleiteten Volksschulen wurden Deutsch und Ladinisch nicht berücksichtigt.

            Die altösterreichische Verwaltung im Welschtirol – dem damaligen Südtirol – schützte die Ladiner und die Sprachinseldeutschen nicht.

    • Moidl

      Meine Kotz hoast Craxi. Geat sell oder muas i sie umtafen? Craxi hoast sie deswegen, weil sie om kraxlen tuat, net wegen dem ehemaligen Staatsmann Craxi, na na, so isch dös net.

      • Lohm-Egg Nanne

        Hoi Moidl, zur Sicherheit tat ich sie umtafn in Krax oder Kraxl, bevor die STF einen Toponomastikexperten zu dir nach hause schickt

        • Moidl

          Moansch glott i muas in Numen von der Kotz eindeitschen, so wia des die Österreicher mit inseren Feldnomen und Schreibnamen gemocht hobn? Moansch sischt schicken sie mir die Skitzeri?, holt die Schützen hon i sogn gewellt, mit an Auftrag zur gewaltsamen Durchführung?

    • Toponomastik

      Wenn’s nicht im Prontuario drin ist, dann ist es auch nicht faschistisch, oder? Dann ist es eine Kreation, um den Namen den italienischen Touristen verständlich zu machen. Mit „Stiergarten“ werden diese wenig anfangen können und auch den Stier als Symbol nicht verstehen. Aber Hauptsache, der italienische Gast kommt Ski fahren und bezahlt dafür.

      • sogeatsnet

        Könntest du mir bitte die Bedeutung des Namens der Stadt Cesena erklären.

        Ich war schon öfters dort, habe für meinen Aufenthalt bezahlt, aber keiner hat mir den Namen der Stadt übersetzt…
        …ein Skandal, oder?

      • pérvasion

        „Wenn’s nicht im Prontuario drin ist, dann ist es auch nicht faschistisch, oder?“

        Was heute übersetzt wird, ist nicht faschistisch, sondern im faschistischen Geiste… im Grunde ist das noch schlimmer, weil nicht einmal die historischen Bedingungen herrschen, die eine Übersetzung erklären (ich meine nicht: rechtfertigen) könnten. Heute einen Namen zu Übersetzen ist einfach nur dumm.

    • Toponomastik

      Ah, wusste gar nicht, dass Cesena auch in einer zweisprachigen Provinz liegt. Ich bin für die Rückkehr zu einem einsprachigen Land Tirol, @sogeatsnet sicher auch.

    • Cloz

      Die Val di Non (Nonstal) sollte unter Österreich auch gezielt eingedeutscht werden, durch den Ausbruch des 1. Weltkrieges ist es dann glücklicherweise nicht mehr dazu gekommen.

      • pérvasion

        Die Phase des Nationalismus hatte auf ein mehrsprachiges Land wie Tirol furchtbare Auswirkungen, gerade deshalb sollten wir heute nicht denselben Mechanismen verfallen.

        Das mit dem Val di Non/Nonstal war mir nicht bekannt, gibt es dafür Belege?

      • helmut

        An Cloz!

        Bitte vergessen Sie nicht die Rolle des italienischen Klerus bei der Italianisierung der vielen deutschen und ladinischen Namen im Welschtirol!

        Da wurde beispielsweise aus einem Nikolaus in der deutschen Sprachinsel Vielgereuth ein Nicolussi in Folgaria.

    • Toponomastik

      @pervasion – lies doch bei Kühebacher nach, was Bozen bedeutet. Einen Namen n i c h t zu übersetzen, ist dumm – es sei denn, und darauf läufts ja hinaus, wir wollen zu einem einsprachigen Tirol zurück. Sags doch einfach.

      • pérvasion

        Oh nein. Wir können zu keinem einsprachigen Tirol zurück. Denn Tirol war nie einsprachig und wird es (hoffentlich) auch niemals sein. Bei Kühebacher nachlesen, was „Bozen“ bedeutet? Du hast wohl nicht viel Ahnung: Namen „bedeuten“ nichts, sie benennen — und das ist auch der Grund, warum eine Übersetzung völlig sinnlos ist.

        • wert

          pe’rvasione@ Oh ja !!!!!!! Namen haben eine Bedeutung !!!!! ZB. Unterkircher bedeutet ,der unter der Kiche (männlich) Nachname und Hofname !!!!!

        • helmut

          Ich glaube nicht, dass ernsthafte Leute ein einsprachiges Tirol wollen können.

          Man sollte vielmehr die Ladiner – auch in den von Tirol und der Provinz Belluno zugeschlagenen Gebieten – dabei unterstützen, ihre ladinische Identität sprachlich und kulturell zu bewahren.

          Die sprachlichen und kulturellen Belange der italienischen Volksgruppe sind zu achten.

          Die Deutschtiroler aber sollten nicht freiwillig italienische Kunstnamen schaffen! Man muss nicht selbst der Totengräber der eigenen Kultur sein.

          Auch die Schaffung einer deutsch-italienisch-englischen Mischsprache, verbunden mit der Unfähigkeit, sich der eigenen Schriftsprache zu bedienen, kann kein kulturelles Ziel sein.

      • sogeatsnet

        Nehmen wir mal an, du heißt Richard.
        Wenn du im Urlaub nach Italien 😉 fährst, nennst du dich dann Riccardo?

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