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    Der Ärzte-Vertrag

    Die Landesregierung hat am Dienstag den Übergangsvertrag für die Ärzte der Allgemeinmedizin beschlossen. Der Vertrag legt eine maximale Patientenanzahl von 1.500 fest.

    Aufgrund eines Urteils des Kassationsgerichtshofes infolge einer Klage der Gewerkschaft FIMMG war die Ausarbeitung eines neuen Landeszusatzvertrages der Ärzte für Allgemeinmedizin in Südtirol notwendig geworden. Die Landesregierung hat am Dienstag grünes Licht für die Unterschrift der zuständigen Landesrätin Stocker unter einen Übergangsvertrag gegeben.

    Nach intensiven Verhandlungen mit den Vertretern der Ärzte und deren Gewerkschaftsorganisationen hat die Landesregierung den Übergangsvertrag für die Südtiroler Allgemeinmediziner genehmigt. Nach Unterzeichnung dieser Übergangslösung wird die Landesregierung die Rahmenbedingungen für einen neuen Landeszusatzvertrag definieren.

    Ausgehend von einer Klage der Gewerkschaft FIMMG hat das Kassationsgericht im Jänner 2014 in einem Urteil den Landesvertrag für Allgemeinmedizin für obsolet erklärt und festgelegt, dass die gesamtstaatlichen Kollektivverträge für die Allgemeinmediziner auch in Südtirol angewandt werden müssen und das Land lediglich Zusatzvereinbarungen abschließen kann, um eine Reihe von Nebenaspekten zu regeln.

    In diesen Tagen steht die Verkündung des möglicherweise nach einer Hinterlegungsfrist unmittelbar vollstreckbaren Urteils des Oberlandesgerichtes an. Um eventuellen Problemen beim Übergang vom Landesvertrag auf den staatlichen Kollektivvertrag vorzubeugen, wurde deshalb ein Übergangsvertrag ausgearbeitet. Dieser nützt die engen Spielräume des staatlichen Vertrages und berücksichtigt die vorgegebenen Sparmaßnahmen.

    Die Südtiroler Landesregierung hat am Dienstag grünes Licht für die Unterschrift der zuständigen Gesundheitslandesrätin Stocker gegeben. Die Ausgaben für die Allgemeinmediziner bleiben mit einigen Verschiebungen insgesamt gleich.

    „Der Übergangsvertrag legt eine maximale Patientenzahl von 1500 fest, bisher waren es 2000″, erklärt Landesrätin Stocker. „Hier müssen wir klar den staatlichen Vorgaben folgen, welche von einer stets zunehmenden Betreuungsintensität ausgehen.“

    Die Anpassung solle dabei schrittweise in den nächsten Jahren erfolgen. „Mit der Unterzeichnung des vorliegenden Vertrages wird zudem die Errichtung der vernetzten Medizin als neue Organisationsform des Betreuungsnetzes festgelegt“, so Landesrätin Stocker. Die Vertragspartner werden unmittelbar nach Vertragsunterzeichnung gemeinsam die Errichtung der vernetzten Gruppenmedizin und der Gesundheitszentren angehen.

    Die Schnittstellen zwischen diesen beiden neuen Organisationsformen und dem Sanitätsbetrieb müssen mittels geeigneter Datenverarbeitungssysteme umgesetzt werden. Die Mitarbeit vonseiten der Ärzte ist dabei verpflichtend. Zusätzlich wird bis dahin an den allgemeinen Grundsätzen und Kriterien der Betreuungskontinuität, wie vom Landesvertrag vorgesehen, festgehalten. „Es ist uns ein Anliegen, die Dienstleistungen für die Patienten vor Ort zu verstärken“, unterstreicht Landesrätin Stocker. In diesem Zusammenhang müsse im Rahmen des neuen Landeszusatzvertrages auch die Entlastung der Krankenhäuser durch die Hausärzte insbesondere auch in der Versorgung chronisch Kranker diskutiert werden.

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    Kommentare (14)

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    • Erwin

      Das wird der nächste Pfusch den Stocker ohne weitere Ressourcen ankündigt. „Die Dienstleistungen vor Ort zu verstärken“, indem Stocker Krankenstationen und Abteilungen in der Peripherie schließt und weniger Ärzte einstellt?
      Wieder eine Lüge die sofort erkennbar ist.

    • Alpenland

      Akademiker in Südtirol fangen an Alternativen zur SVP zu suchen. Beispiel Meran.

      Ein Studierter lässt sich nicht von einem Handwerkerpolitikrr auf den Kopf sch…..

      • dana

        Was heißt Studierter? Magister wie Tumler, Achammer, … Arno, …gehören nicht den angesehensten Akademikergruppen an. Niemand lässt sich gerne von irgend jemanden gerne auf den Kopf „schlagen“. Arbeiter,Angestellte, Handwerker, Akademiker, ecc. denken nach, sich von den Svp Krallen zu befreien.

      • hans

        hast Du etwas gegen Handwerker?? Alpenland

      • Klaus

        Alpenland. Hier geht es nicht um Studierte oder nicht Studierte. Denn meistens haben wirklich Handwerker den besseren Hausverstand fürs praktische. Ich persönlich (Studiert) finde, dass jemand der studiert hat kein Stück besser als ein Handwerker, Bauern, Kellner, Reinigungskraft, ist, denn jeder übt seinen Beruf, der ihm gefällt aus. Ich glaube jeder Handwerker usw. ist im Stande zu studieren. Denn nur um zu studieren damit man studiert und einem dann der Beruf nicht gefällt…oder trotzdem nicht die Fähigkeiten hat ihn auszuüben oder nur um den Namen mit Dr. Zu schmücken, finde ich absurd. (Kenne einige solche Persönlichkeiten) Es gibt auch sogenannte Studierte, die zwar viel Geld verdienen, aber von ihrem Job bzw. Arbeit keinen Blasen Schimmer haben und ihre Arbeit die nicht Studierten mit Hausverstand verrichten müssen, da diesen Studierten einfach nur der Sinn zur Realität fehlt und sie in eine Stelle gehievt wurden. ( gehöre zum Glück nicht zu dieser Spezie):-))))))) So siehts bei vielen aus………UND übrigens niemand hat das Recht jemanden anderen auf den Kopf zu scheißen……… Wir sind ja alle gebildet und haben Hausverstand oder ?????????

    • wellen

      Bei den Hausärzten und Innen gibt es solche und solche: fleißige, die sich wirklich um ihre Patienten kümmern, oder nur Zettelschreiber, die Patienten wegen jeder Kleinigkeit ins Spital schicken, um sich ja abzusichern.
      Welche, die nichtmal die Laborergebnisse auf ihrem PC abrufen können und sich weigern, der Patient låuft hin und her, andere, die selber ultraschallen.Andere weigern sich Hausbesuche zu machen.Einheitliche Betreuungspfade f?r chronisch Kranke Fehlanzeige.
      Das Problem ist, dass es kein einheitliches Prinzip gibt, wenns ihnen passt, sind sie Freiberufler, sonst Angestellte des Sanitätssystem.Keine leistungsbezogene Bezahlung, wegen der Kopfquoten.
      Da tut Frau Stocker gut daran, die Hausärzte ein wenig in die Pflicht zu nehmen.

      • C

        Die Situation ist extrem! Ein Beispiel:
        – Hausarzt in Gröden: man braucht keine Vormerkung, sie kommen meisstens auch im Haus (wenn nötig), die meissten nähen Wunden und machen Röntgen und Gipsschienen und viele weitere Basismassnahmen. Sehr guter Filter für die Erste Hilfe.
        – Hausarzt in Bozen: Wartezeit von mehreren Tagen für eine Visite (2-4 Tage ist fast normal, habe auch von 10 Tagen gehöhrt). Nähen, Röntgen gar nicht zu denken! Sehr schlechtes Filter für die Erste Hilfe. Sicher kann man nicht generalisieren, aber nach meiner Erfahrung ist diese die Situation in Bozen.
        Man fragt sich nur, was die liebe Politik tun will um diese Missstände nach langjähriger Untätigkeit zu verbessern.

      • Ingrid

        Vollkommen richtig.
        Warum wehren sich die Hausärzte eigentlich so sehr? Sie würden ja endlich etwas weniger Arbeit haben. Ah, richtig, sie würden „etwas“ weniger verdienen, die Gehälter sind ja soooo schlecht.

    • Klaus

      Wichtig wäre auch, dass jeder seinen Vertrauensarzt behalten bzw. wählen kann und dies nicht geografisch wie bisher begrenzt ist. Wechselt man Wohnsitz und die neue Wohnsitzgemeinde grenzt nicht an die alte Wohnsitzgemeinde, so kann man den bisherigen Vertrauensarzt, den man schon über viele Jahre hätte, nicht behalten. So etwas finde ich jedenfalls absurd. Jeder soll seinen Arzt wählen können, dann wird auch der Qualitätsfaktor der Ärzte zum tragen komme Wer besser und gewissenhafter ist bekommt mehr Patienten egal aus welchem Landesteil sie kommen. Bisher so glaube ich wurde die Ärztewahl geografisch begrenzt, damit die schwarzen Schafe unter den Ärzten auch Arbeit bzw. Patienten haben….. Diese Bestimmung aufzuheben wäre ein guter Ansatz, wenn sie schon dabei sind alles umzukrempeln!!!!!

    • Goofy

      Endlich einmal eine positive Meldung. Dann werden die Hausärzte endlich wieder mehr Zeit für die einzelnen Patienten haben und stundenlange Wartezeiten sollten der Vergangenheit angehören. Vielleicht ist dann auch wieder mehr Zeit für Hausbesuche… Soll häufig vorkommen, dass Pat mit hohem Fieber ins Ambulatorium zum Hausarzt kommen müssen, um eine Krankschreibung zu bekommen. Bedenklich auch die Ansteckungsgefahr für die restlichen Patienten im Warteraum.

    • ART DÉCO

      @ Alpenland
      Was heißt hier Studierte, haben Sie mehr Respekt den Handwerkern, Angestellten u. übrigen Berufen gegenüber.
      Die sogenannten Studierten würden ohne diese verhungern, denn der Großteil dieser Personen bringt die Wirtschaft
      erst in Schwung, was man von den meisten Akademikern nicht behaupten kann!

    • C

      Schauen ob man jetzt in Bozen noch immer für eine Hausarztvisite vormerken und 4-7 Tage warten muss!!! Einfach nur lächerlich und unsere liebe Politiker haben immer noch den Mut zu sagen „bei uns in Südtirol geht alles bestens!!!“

    • zampano

      Die italienischen Rahmenbedingungen der hausärztlichen Versorgung stammen von 1978 !
      der Grossteil der Ambulatorien auch in Südtirol ist technologisch aus dem vorherigen Jahrhundert,
      EKG, Ultraschall, kleine Chirurgie sind Fremdwörter, der Italienische Hausarzt darf rechtlich nicht einmal
      seinem Patienten bescheinigen, dass er an Diabetes Mellitus leidet, nein dass muss der Krankenhausfacharzt tun.
      Damit sind wir endlich dort angekommen, wo borbonische Verwalter alles das , was noch funktionierte, endgültig abschaffen dürfen und dafür ihre Leistungsprämien beziehen.
      Südtirols Gesundheitspolitiker , wenn es sie überhaupt gibt, täten gut daran, sich einmal Praxen in der Schweiz , Österreich oder Deutschland anzuschauen,
      Vernetzung , elektronische Krankenakte, online Konsultation sind Begriffe aus einer anderen Welt, hier wurde bewusst in den letzten 10 Jahre geschlafen,
      Viel Glück ! und nicht krank werden !!

      • C

        Aber nein zampano, was sagst denn. Erinnerst dich nicht der nette Herr Theiner mit seinem netten Lächeln im Fernseher wenn er immer wieder sagte wie super und wie perfekt und wie fortgeschritten und wie Vorzeigemodell die Gesundheit in Südtirol sei!!! Und laut Statistik ist doch die grosse Mehrheit der Südtiroler mit dem Gesundheitssystem zufrieden. Na dann, ruhig krank werden, es funktioniert ja alles bestens 😉

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