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Der Gratis-Parker

Kurt Duschek und die Einfahrt zum Parkplatz

Kurt Duschek und die Einfahrt zum Parkplatz

Nutzt der grüne Meraner Gemeinderat Kurt Duschek die berufliche Stellung seiner Ehefrau aus, um gratis zu parken?

von Artur Oberhofer

Die Spurensuche gestaltet sich schwierig, weil der Meraner Gemeinderat der TAGESZEITUNG gleich die Rute ins Fenster stellt. „Passen Sie auf, wie Sie berichten, meine Frau ist Richterin …“

Dabei wollte die TAGESZEITUNG bei Kurt Duschek nur eine Information verifizieren.

Nämlich: Duschek und dessen (grüne) Mitstreiter hatten genüsslich die GIS-Steuergeschichte des SVP-Bürgermeisterkandidaten Gerhard Gruber geritten. Duschek, so die Information, sei selbst Nutznießer eines (kleinen) Privilegs: Er benutze seit Jahren den mit einem Gittertor abgesperrten Parkplatz im Innenhof des alten Meraner Gefängnisses, der nur Polizeikräften und Richtern vorbehalten ist.

Kurt Duschek ist aber weder Polizist noch Richter – sondern „nur“ Ehemann einer Richterin.

Ist Kurt Duschek nun ein Gratis-Parker auf Domänengrund?

Zuerst bestreitet der Grüne, dass er den Parkplatz benutze. „Ich habe gar kein Auto.“

Auf den Hinweis hin, dass es Fotos gebe, worauf zu sehen ist, wie er das Gittertor öffne und den weißen Kleinwagen auf dem Parkplatz abstelle, erklärte Duschek: Er fahre seine Frau, die als Richterin in Bozen arbeitet, frühmorgens auf den Bahnhof, lasse den Wagen dort stehen, die Frau hole den Wagen dann am Abend wieder ab.

Einwand der TAGESZEITUNG:

Es gebe die Aussagen von mehreren Personen, die bestätigen, dass er, Duschek, den Parkplatz ständig bzw. routinemäßig benutze – so auch am Dienstagvormittag (das Foto wird aus Privacy-Gründen nicht veröffentlicht, Anm. d. R.)

Antwort Kurt Duschek: „Ich darf das, weil meine Frau hat eine Parkgenehmigung für zwei Autos, beide Autos sind auf meine Frau geschrieben.“

Auf den neuerlichen Einwand der TAGESZEITUNG, das Kurt Duscheks Ehefrau (eine angesehene und überaus korrekte Richterin, Anm. d. R.) nicht (mehr) in Meran, sondern in Bozen arbeite, und er selbst weder Richter noch Polizist sei, antwortet der Gemeinderat, er und seine Frau hätten die ausdrückliche Genehmigung, die Autos im Gefängnishof parken zu können.

Nachfrage: Ist er als Ehemann einer Richterin parkberechtigt?

Antwort: Seine Frau habe die Genehmigung des Meraner Polizeikommissariates, ihre beiden Autos dort abzustellen.

Im Lager von Gerhard Gruber heißt es zu dieser Geschichte:

Wenn es um ihn selbst gehe, lege Duschek die Latte der Empörung viel tiefer. „Stellen Sie sich vor“, sagt einer der Gruber-Wahlhelfer, „welcher Casino herauskommen würde, wenn die Frau von Bürgermeister Januth jahrelang in der Gemeinde parken würde, noch dazu nachdem Januth dort nicht mehr tätig ist. Da würde es von Duschek-Anfragen und Eingaben an den Rechnungshof nur so hageln.“

LESEN SIE IN DER PRINT-AUSGABE:

* Was man im Meraner Polizeikommissariat sagt

* Und: Von wem sich Kurt Duschek verfolgt fühlt.

 

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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