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    Vier Sieger

    Der Fotowettbewerb „Mensch, Natur, Technik: Das mobile Zeitalter – 50 Jahre Brennerautobahn“ ist abgeschlossen. Vier Künstler wurden ex aequo ausgezeichnet.

    Der Wettbewerb, der vom Kuratorium anlässlich der Ausstellung über die Brennerautobahn in Zusammenarbeit mit der Festung Franzensfeste initiiert worden war worden war, hat regen Zuspruch gefunden. Die insgesamt 83 Teilnehmer haben mit ihrer Kamera 185 Motive festgehalten, die sich am gesamten Abschnitt der Brennerautobahn von Innsbruck bis Modena wiederfinden. Dieser grenzüberschreitende Ansatz spiegelt sich auch am international besetzten Teilnehmerfeld wieder. Vertreten sind Autoren aus Italien, Deutschland, Österreich und Belgien. Nach eingehender Prüfung der Arbeiten durch die Jury wurden von 15 in die engere Auswahl gefassten Fotos vier Autoren ausgewählt, die eine besondere Interpretation des Themas getroffen haben. Es handelt sich dabei um Enrico Bedolo aus Caravaggio in der Provinz Bergamo, Leander Schwazer aus Wiesen/Sterzing, Georg Malfertheiner , gebürtig aus Kastelruth, lebt und arbeitet derzeit in Venedig, und Oliver Jaist aus Neustift bei Brixen.

    Die Begründung der Jury:

    E.Bedolo: Die Serie an Fotos entlang der Brennerautobahn besticht durch seinen lapidaren Blick auf jene landschaftlichen wie baulichen “Nebensächlichkeiten”, die einem als Autofahrer in der Regel nicht auffallen. Die Abwechslung zwischen den Blicken auf die Landschaft mit der Autobahn im Hintergrund und den Fotos mit den “Details” der südlichen Brennerstrecke macht die Arbeit interessant und spannend.

    L. Schwazer: Die Fotografie als Medium einer konzeptionellen und gesellschaftspolitischen Arbeit, die nicht abbildet, sondern Fragen aufwirft. Das Selfi des Autors vor dem Signet der Brennerautobahn dient ihm als Folie, um darauf kurze und prägnante englische Texte zu platzieren, die sich mit dem Auto als gesellschaftliches Phänomen wie der Beziehung zur Geschichte der Fotografie beschäftigt. Ein “einmaliger” Beitrag im Wettbewerb, der die Grenzen der Fotografie als Medium von Gesellschaftskritik auslotet.

    O.Jaist: Auf den ersten Blick sieht man nur Landschaft und unterschiedliche landwirtschaftliche Nutzungen, aber bei genauerem Hinsehen erkennt man jene Zone, die sich an der Rückseite der Brennerautobahn bildet, wenn man aus Lärmschutzgründen diese durch begrünte Erdwälle abzugrenzen versucht. Dieses Hinterland entzieht sich weitgehend der Wahrnehmung der Autofahrer und dient teilweise der Produktion von landwirtschaftlichen Produkten. Man riecht förmlich die Abgase und hört den Verkehrslärm.

    G.Malfertheiner: Fotos wie aus einer anderen Welt, feinfühlig komponiert, dramaturgisch inszeniert und unterlegt mit einer märchenhaften Erzählstruktur, die nur schwer zu entschlüsseln ist. Aber genau das macht die Arbeit aus, denn sie verwendet die Autobahn als Bühne und Hintergrund für eine Narration, die eine neue Bedeutung und eine andere Leseweise anbietet, verunsichert und aufgrund der ungewöhnlichen Bildsprache in Gedächtnis haften bleibt.

    Die Jury, bestehend aus Arno Ritter, Walter Niedermayr, Günther Wett, William Guerrieri, Wittfrida Mitterer, (entschuldigt Christoph Hölz und Waltraud Kofler Engel),  hat beschlossen den vier Künstlern vier ex equo Preise zuzuerkennen. Des weiteren wird ein Publikumspreis eingerichtet. Alle Fotos werden auf einer Web-Plattform auf Youtube sechs Monate lang zu sehen sein. Das Foto -oder die Serie- mit den meisten registrierten Klicks (Eingabe persönlicher Daten zur Identifikation) wird dann mit einer besonderen Nennung prämiert.

     

    Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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