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    Das Steuer-Problem

    Das Steuer-Problem

     

    Über 10.000 Sozialmieter hätten Anrecht auf einen Steuerbonus. Doch das Wohnbauinstitut stellt die dafür notwendige Bestätigung nicht aus.

    von Heinrich Schwarz

    Vor drei Wochen ließ eine Nachricht aus Rom die 13.000 Südtiroler Sozialmieter aufhorchen: Wer über ein Einkommen von bis zu 15.500 Euro verfügt, erhält einen Steuerbonus von 900 Euro. Sozialmieter mit einem Einkommen zwischen 15.501 und 31.000 Euro haben Anspruch auf einen Guthaben von 450 Euro. So sieht es ein Legislativdekret vor. Die Bestätigung erhielt Senator Hans Berger von der Agentur der Einnahmen.

    Die Mieter des Wohnbauinstitutes sollten ohne größere Probleme in den Genuss des Steuerguthabens kommen. Beim Wobi könne man sich eine entsprechende Bestätigung ausstellen lassen, um anschließend die Steuererklärung machen zu können.

    Zahlreiche Sozialmieter haben den Weg zum Wobi bereits auf sich genommen – allerdings ohne Erfolg: Am Schalter wird ausnahmslos erklärt, dass man derzeit keine Bestätigung mit Bezug auf das Dekret ausstellen könne.

    Was ist los beim Wohnbauinstitut?

    „Der rechtliche Sachverhalt scheint schwieriger zu sein als anfangs angenommen“, erklärt Wobi-Präsident Heiner Schweigkofler. Man habe sich an den nationalen Dachverband „Federcasa“ gewandt und ein ernüchterndes Antwortschreiben erhalten. „Man hat uns mitgeteilt, dass es rechtliche Bedenken gibt und grundsätzlich nicht die Möglichkeit besteht, die Bestätigungen auszustellen. Wir sind auch in Kontakt mit Trient – dort hat man entschieden, ebenfalls nichts auszustellen“, so Schweigkofler. Anders sei es in Udine.

    Der Wobi-Präsident betont, dass man sich seit Wochen bemühe, den rechtlichen Sachverhalt zu prüfen. Es gebe diverse Schwierigkeiten: „So gibt es im Staatsgesetz etwa eine Beschreibung von Sozialwohnungen, wo nicht eindeutig geklärt ist, ob wir dieser entsprechen.“

    Momentan könne das Wobi seinen Mietern nur eine Bestätigung darüber ausstellen, dass die Wohnungen laut Landesgesetz zum sozialen Wohnbau gehören. Dabei fehlt allerdings der entscheidende Bezug zum Dekret, laut dem der Steuerbonus ausbezahlt wird. Und mit einer Teilbestätigung kann nicht garantiert werden, dass man in den Genuss des Bonus kommt.

    Was bedeutet das nun für die Sozialmieter?

    „Wir versuchen alles, um sie zu unterstützen, weshalb wir derzeit alles genau prüfen“, sagt Heiner Schweigkofler. Am Donnerstag hat man sich dazu auch mit den Gewerkschaften getroffen.

    Die Gewerkschaften sind es nun auch, die das Wobi scharf kritisieren. „Im Dekret steht eindeutig drinnen, dass es auch für die autonomen Provinzen anzuwenden ist. Das Wobi hätte monatelang Zeit gehabt, das zu überprüfen. Es ist schon ein bisschen traurig, wenn man jetzt noch von Rechtsunsicherheit spricht“, poltert etwa ASGB-Chef Tony Tschenett.

    In der Lombardei, im Veneto und im Friaul würde das Dekret bereits angewandt, „nur bei uns muss man päpstlicher sein wie der Papst. Eigentlich dürfte es keine Probleme geben“, so der Gewerkschafter.

    Tschenett fordert das Wobi auf, keine Einzelbestätigungen auszustellen, sondern eine Sammelbestätigung: „Diese kann das Institut in die einzelnen Steuerbeistandszentren schicken, die dann um eine Einzelbestätigung für die Steuererklärung anfragen können.“

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    Kommentare (23)

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    • goggi

      Typisch Bürokratismus.
      Man scheitert an den eigenen Gesetzen.
      Wie blöd muss man sein Gesetze zu erlassen,die man selbst
      kaum in der Lage ist einzuhalten.
      Auch das ein Erfolg der SVPD.

    • Klaus

      Was wollen diese Herrschaften noch, günstig oder fast gratis Leben mit dem Geld der Steuerzahler, schwarz arbeiten und alle Jahre ein paar Wochen in den Urlaub fahren und dann noch aufmotzen. Kenne einige Furbetti:-))))))))

    • walter

      Bin sicher vor den nächsten Landtagswahlen klappt es dann!!!
      So wie bei den Pendlern auch immer!!! 🙂

    • andy

      bravo Klaus, genau so isch des – I bin sicher dass die Hälfte von de 13.000 Südtiroler lei „Schein-Sozis“ sein, da wären mal ordentliche Kontrollen nötig –

    • Franz

      So ist es erst keine Miete bezahlen, zu Hause am Meer eine Villa und dann noch 900 Steuerrückzahlung fordern.
      Andere privat Mieter ( Rentner Arbeiter, Angestellte usw. ) die die Miete regelmäßg zahlen, zahlen müssen, sonst wird ihnen gekündigt, bekommen keine Sterrückvergütung bzw. 150- 240 – ( bis 450 €. bei Einkommen bis 15000 € )
      So gesehen wäre diese Gesetz sowieso ungerecht und fraglich.
      Foglich tut das WOBI gut daran, die ganze Sache noch einmal zu überdenken.

    • Franz

      Wie in einen Artikel vom Montag, 16. März 2015 in der Dolomiten zu lesen war fordert der ASGB – Wer eine Sozialwohnung will, muss Auskunft über Besitz geben
      „Wenn sie einmal in meiner Heimat Urlaub machen wollen, dann brauchen sie es nur zu sagen. Ich habe ein Häuschen am Meer.“
      Dies soll ein Einwanderer gegenüber einem Wobi-Bediensteten gesagt haben aus lauter Freude, dass er die Schlüssel für eine Sozialwohnung in Südtirol bekommen hat.

    • G.P.

      1. Italienische Gesetze werden in Südtirol mit deutscher Gründlichkeit ausgeführt. D. h. von Verona abwärts wird jeder den Bonus in der Steuererklärung in Anspruch nehmen, nur in Südtirol (und im Trentino) hat man wieder einmal Interpretationsschwierigkeiten bei einem Gesetz.
      2. Trotz allem, vollkommen blödsinniger Steuerbonus für Leute, die sonst schon (fast) gratis wohnen.

    • hahaha

      Dass es 13.000 !!! Sozialmieter gibt, ist eigentlich traurig und so auch nicht tragbar….

    • tottele

      Komisch, aber mir wurde nie etwas davon gesagt, obwohl ich ein Anrecht darauf hätte. Weiters flatterte mir am Freitag die Rechnung von der Müllabfuhr ins Haus und dort sind noch Rückzahlungen von 2013 zu leisten, warum weiß ich nicht, aber ist ja auch logisch, weil der Depp der das neue System der Mülltrennung erfunden hat, weiß nicht wie das geht! Ich habe mich schon bei der Seab erkundigt und erklärt, dass so wie sie die Berechnung machen nicht ok ist und wenn sie schon mal etwas Neues einführen, warum dann nicht gleich in gerechten Maße. In Feltre zB hat man einen Schlüssel mit einem Cip und der wiegt dann und dann bezahlt man laut kg und ich habe ihnen auch erklärt, dass in unserem Haus ein Ehepaar lebt, alleine, aber täglich kommen die 2 Töchter mit drei Windelträger und gegen Abend noch deren Männer .Und wer bezahlt den Müll für diese 7 weiteren Personen? Wir Idioten, ganz im Stillen, weil die Eifallsreichen zu blöd sind von Grund auf eine korrekte Ivestition zu machen, damit jeder seinen gerechtfertigten Beitrag leist und so wird es auch mit der Steuerbegünstigung gehen. Keiner kennt sich aus, aber irgendwohin wird der € schon fließen.

    • ART DÈCO

      Diese sogenannten Sozialmieter sind auch sehr einfallsreich, Beispiel: Ehepaar mit Sozialwohnung, Mann hat ein normales Einkommen, Frau arbeitet als Haushälterin, aber will nicht angemeldet werden, da ihnen sonst die Miete
      erhöht würde, also Schwarzarbeit, aber wo Schwarzarbeit ist gibt es auch Steuerhinterziehung und in diesem Fall sehr
      oft angewandt, gibt es 2 Steuerhinterzieher, der Schwarzarbeiter und der Schwarzzahler. Die zuständigen Ämter schließen beide Augen (man müsste es doch am Lebensstil der Sozialmieter erkennen), und die ehrlichen Steuerzahler
      müssen für diese Leute aufkommen!

    • tottele

      Stimmt haargenau, kenne viele dieser Kategorie, aber auch wenn es anspricht. ….Antwort lautet : „wenn wir so viel Personal einstellen müssten das wären noch viel mehr Spesen „.Selbsterfahrung !!!Einen Deppen gibt es immer .

    • dana

      Die größten Sozialempfänger sind die Regierungspolitiker und die führenden Beamten.

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