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    „Schaut nicht gut aus“

    „Schaut nicht gut aus“

     

    Der Präsident des italienischen Gemeindenverbandes prescht mit einem aufsehenerregenden Vorschlag vor: Alle Sonderautonomien sollen abgeschafft werden – mit Ausnahme von Südtirol und Aostatal.

    Von Matthias Kofler

    Die politischen Vertreter des Trentino reagierten ungläubig, als sie den Vorschlag des italienischen Gemeinenverbandpräsidenten zu Ohren bekamen:

    Enzo Bianco erklärte in einer Anhörung vor der Kommission für regionale Angelegenheiten des römischen Parlaments: Alle Sonderautonomien sollten abgeschafft und in Regionen mit Normalstatut umgewandelt werden – mit Ausnahme von Südtirol und Aostatal.

    Aus der Sicht von Enzo Bianco haben die Sonderautonomien von Sizilien, Sardinien, Friaul-Julisch Venetien und des Trentino mittlerweile keine Daseinsberechtigung mehr.

    „In Friaul gibt es den Eisernen Vorhang nicht mehr, in Sizilien und Sardinien sind die Unabhängigkeitsbewegungen verschwunden“, argumentierte der Gemeindenverbandspräsident.

    Einzig Südtirol und das Aostatal hätten wegen der dort lebenden sprachlichen Minderheiten heute noch eine Daseinsberechtigung.

    Im TAGESZEITUNG-Interview reagiert der SVP-Kammerabgeordnete Albrecht Plangger:

    „Für uns schaut es nicht gut aus. Wenn die anderen Sonderautonomien angetastet werden, dann ist das für uns nie gut: Wenn sie den einen etwas nehmen, dann werden die Menschen dort sagen, dass sie auch uns etwas nehmen sollen. Wir müssen also weiter auf der Hut sein.“

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    Kommentare (44)

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    • Hubert

      wie kann es sein, dass die vielgerühmte beste Autonomie der Welt wegen des Vorpreschens einer Person plötzlich so unsicher ausschaut? Aufwachen!

      • dana

        Die Russen haben sich unter „weltbester“ etwas weitreichenderes vorgestellt. Die waren von Durnis Erklärungen über Südtirols Autonomie maßlos enttäuscht.
        SVP – PD – Lügen werden international immer mehr sichtbarer und hörbarer.

      • Puschtra

        Mit dem neuen Wahlrecht braucht keine Regierung mehr Rücksicht auf irgend welche crucchi und ihre Animositäten nehmen. Wir werden schnell auch rechtliche eine ganz normale italienische Provinz sein, die man auch aus finanziellen Gründen mit anderen Provinzen einfach abschaffen kann.
        (Politisch ist seit dem SEL und den Luxusrenten- Skandal unser Ruf sowieso schon ruiniert)
        Aber nicht vergessen: Die SVP wollte das neue Wahlrecht und hat in Rom dafür gestimmt!

        • Franz

          Puschtra
          Es liegt wohl in der Natur der Sache, dass Verschwörungstheoretiker und Pessimisten, immer alles schwarz sehen.
          Der einzige Mist, auf dem nichts wächst, ist der Pessimist. 🙂
          Theodor Heus ( 1884- 1963 )
          Im Gegensatz zu den ganzen populistischen Schreiern hat die SVP Realpolitik gemacht und die Autonomie ausgebaut und völkerrechtlich abgesichert.
          Siehe Finanzabkommen 2014.
          Wer etwas anderes behauptet ist entweder ein Pessimist und ein populistischer Schreier oder hat vieles einfach nicht verstanden.

      • Luis

        Plangger hätte den Russen von Rom aus per Telefon oder Skype die Lage der Südtiroler Autonomie zusammenfassen können. Schaut nicht gut aus.

    • tom

      „In Sizilien und Sardinien gibt es keine Unabhängigkeitsbewegungen mehr“ – die gibt es von Seiten der SVP auch nicht mehr, also wird unsere Autonomie wohl das gleiche Schicksal erleiden.

    • Einereiner

      Jetzt muss die SVP Gemeinderatswunden lecken aber vielleicht wacht sie dann doch irgendwann auf.
      Aufwachen! Wenn ihr (die SVP) wieder Wahlen gewinnen wollt, dann nur mit der Ablösung von Italien!

    • walter

      Herr Plangger kommt um 1 Woche zu spät!!!
      Das „Autonomie in Gefahr“ Theater wirkt nur kurz vor den Wahlen richtig!!! 🙂

    • Ellemund

      Auch für Südtirol gehört die Sonderautonomie endlich abgeschafft. Was sollen die Extra-Würste, haben wir gar nicht notwendig.

    • barfusler

      das schaut jetzt aber nach sehr viel Arbeit aus, Herr Plangger :)))

    • heidi

      Rechtsradikalismus gedeiht vorzüglich in einem gewissen politischen Umfeld.

    • Puschtra

      Na dann wartet erst mal bis das neue Wahlrecht greift und die nächste Regierung keine Rücksicht auf niemanden mehr nehmen muss.
      Jede Wette dass die besten Autonomie der Welt dann bald eine normale italienische Provinz ist.
      Dann kann man aber sagen: Selbst Schuld, ihr habt dieses Wahlrecht so gewollt und in Rom dafür gestimmt.

    • wipptoler

      Ja Plangger:
      auf der Hut und in Rom!
      vor den Wahlen war das Edelweiss und der zusammenhalt ihr Problem!
      und jetzt gleich vom Wipptal nach Rom schalten.-

    • hetzig

      Schon interessant, die Russen oder Ukrainer haben das gleich erkannt, dass man mit dem Modell Südtiroler Autonomie nicht weit kommt.
      Es sind nur unsere geldgeilen Politiker, welche immer noch meinen, unsere Autonomie sei die Beste.

      • Franz

        Visionär
        Wenn Sie glauben, dass dies alles so einfach wär, warum marschieren Sie nicht gemeinsam mit ein paar Schützen nach Rom und fordern dort die Rückgabe vom Land -Südtirol.
        Dort wird man sicher beeindruckt sein . 🙂

    • Flötzinger

      Finde den Vorschlag gar nicht so abwegig. Wenn nur wir und Aosta übrigbleiben, dann könnte das sogar eine Aufwertung unserer Autonomie sein, weil wir dieses große Erdbeben ausdrücklich überstanden haben und somit als unantastbar anerkannt werden. Sizilien und Sardinien haben hingegen ihre Haufgaben nie gemacht, und was das Trrentino betrifft, so wäre ich froh, wenn wir uns endlich mal davon loslösen könnten.

      • dana

        Aufwertung gab es nie. Die SVP hat mit „Autonomielügen“ Jahrzehnte lang viele Wähler manipuliert. Heute wissen immer mehr Bürger was wirklich die Gründe waren und sind.

        • Flötzinger

          @dana: du redest von der Vergangenheit, ich hingegen meinte die Zukunft. Wenn Aosta und Südtirol als zwei kleine autonome Winkelchen übrigbleiben soll, dann kann das auch als Anerkennung und neue Chance für diese Gebiete angesehen werden. Der Rest ist reine Verhandlungssache, hoffe wir verscheissen es uns es dann nicht selber.

        • Markus Gufler

          Falsch!
          Unsere Autonomie wurde in den vergangenen 43 Jahren ständig ausgebaut. Heute sind viele Punkte umgesetzt von denen vor 20-30 Jahren nur geträumt werden konnte.
          Nur weil das hier das Tageszeitung-Forum ist, kann man durch ständiges Posten von ausgemachtem Schwachsinn nicht die Realität verdrehen!

          Was die Beteiligung an den Staatsschulden betrifft, so galt und gilt es das Beste daraus zu machen. Die Schulden wurden in den letzten 30 von uns allen geschaffen, auch den Südtirolern! Nur haben die relativ viel daraus gemacht. Das bedeutet aber nicht, dass man dann, wenn der gemeinsam geschaffene Schuldenberg zu groß wird, man sich wie ein Betrüger in Richtung Österreich aus dem Staub machen kann.

          Auch ich denke, dass eine exklusivere Autonomie die Sonderstellung festigt und hervorhebt. Natürlich hat man dann keine Hilfe mehr von den ex-Autonomien zu erwarten. Andererseits sind Südtirol und Aosta dann so kleine Fleckchen auf der Karte, dass es kaum mehr jemanden stören sollte. Der Italiener wird gerne wegschauen anstatt ständig die Aufmerksamkeit auf die da oben zu lenken, die ihr Geld gut verwalten und so viel daraus machen.
          Wir müssen nur darauf achten, dass wir unsere eigene Kultur und Art beibehalten, anstatt uns gegenseitig zu betrügen und befetzen.

    • Gebi Mai

      Plangger macht mit der ewigen SVP – Wahlpropaganda weiter. Wird in Italien bald gewählt?

    • Demosthenes

      „in Sizilien und Sardinien sind die Unabhängigkeitsbewegungen verschwunden“….
      Genau dieses Argument müsste der SVP endlich die Augen öffnen.

      Wurden die Mahner und Selbstbestimmungsbefürworter bisher verteufelt und geächtet, muss die Partei jetzt aber aufwachen und endlich einen anderen Kurs einschlagen.

      Wenn die letzten Tiroler das Handtuch werfen, dann hat die SVP nichts mehr in der Hand, Rom zu erpressen und unsere Leute über „errungene Kompetenzen“ zu belügen:
      Aus mit der Autonomie,
      aus mit der Freiheit,
      aber auch aus mit der SVP!

    • Robby

      Mein Gott wie lächerlich. Schon wieder die “ Mander mir miassn zomholtn weil schuscht….“ Keule.
      Macht iht „Starpolitiker“ weniger Fehler in Rom und lasst net dauernd die Hosen runter.

    • Bernhardl

      Plangger hat für Renzis Italicum, folglich gegen Demokratie und gegen Autonomie gestimmt.

    • Spaltpilz

      1. Enzo Bianco ist President des italienischen Gemeindenverbandes, also nicht in der Regierung.
      2. Der Mann hat rech! Außer in Aosta und Südtirol gib es wirklich keinen Grund für Sonderautonomien.
      3. Da Enzo Bianco unsere Autonomie nicht in Frage stellte, sondern sogar bekräftigte, frage ich mich, ob das übliche Geblärre nicht Ausdruck von Verfolgungswahn ist.

    • Bernhardl

      Der „Großmufti von Bauten“ soll zuerst Südtirols Autonomie ausbauen, bevor er ans Abschaffen denkt.

    • Martin S.

      Bianco hat wohl noch was von den Furlanern im Friaul in den Slowenen in und um Triest und Görz gehört. Die Inseln haben auch ihre eigenen Sprachen, da ist aber die Situation etwas anderes.

    • Luis

      Herr Plangger hätte in die Ukraine reisen sollen. Er hätte die Südtiroler Autonomie mit wenigen Worten erklären können. Schaut nicht gut aus.

    • svp - 70 jahre käse

      Braucht Südtirol Streitkräfte?

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