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    Blutige Bilanz

    In Südtirol haben sich 2013 knapp 16.000 Arbeitsunfälle zugetragen – mehr als doppelt so viele wie im Trentino. Wird zu wenig kontrolliert?

    Südtirol verzeichnet nach wie vor eine Zahl von Arbeitsunfällen, die doppelt so hoch ist wie jene des angrenzenden Trentino. Im Jahr 2013 haben sich in Südtirol insgesamt 15.991 Arbeitsunfälle erreignet – im Trentino waren es 7.773.

    Diese Zahlen legten am Mittwoch die Gewerkschaften vor.

    Die Unfallhäufigkeit in Südtirol war damit mit 65,2 auf 1.000 Beschäftigte fast doppelt so hoch wie im Trentino (33,5 auf 1.000).

    Der gesamtstaatliche Durchschnitt lag im Jahr 2013 bei 27,0 auf 1.000 Beschäftigte.

    Die Gewerkschaften verlangen nun mit Nachdruck, dass der Stellenplan des öffentlichen Arbeitssicherheitsdienstes mindestens auf dem Niveau der Provinz Trient aufgestockt wird.

    Im Laufe der letzten fünf Jahre (2010-2014) wurde die jährliche Zahl der betrieblichen Inspektionen zum sozialen Schutz und für Arbeitssicherheit in Südtirol deutlich, und zwar von 4.854 auf 4.070 gesenkt und vermindert, was einem Minus von 824 Kontrollen/Jahr oder einem Minus von 18% entspricht. Im Trentino sind 30 InspektorInnen im Dienst, während in Südtirol nur 20 tätig sind, was einem Minus von 33% entspricht.

    In einer Aussendung schreiben die Gewerkschaften:

    „Diese Daten bestätigen die keineswegs zufriedenstellende Lage was den Gesundheitsschutz und die Arbeitssicherheit in Südtirol betrifft, womit es uns Gewerkschaften keineswegs als gerechtfertigt erscheint, den öffentlichen Gesundheitsschutz, die Legalität und die Arbeitssicherheit der Arbeitenden zu schwächen.

    In diesem Bereich teilen wir natürlich den Willen der Landesverwaltung Südtirols, die Information und Bildung aller Beteiligten in der Arbeitswelt zu erhöhen, weil dies wichtige Investitionen in die Vorbeugung von Arbeitsunfällen und von Erkrankungen sind.  

    Wir sehen uns daher gezwungen daran zu erinnern, daß der Art. 3, Absätze 10, 11 und 12 des DPR 474/75 (Durchführungsbestimmungen zum Autonomiestatut) die mangelnde Landes-Gesetzgebungskompetenz Südtirols vorsieht. Diese muß laut den zitierten Bestimmungen die Überwachungs- und Kontrolltätigkeiten unter Beachtung des gesamtstaatlichen Rechtes ausüben.

    Das Landes-Koordinierungskomitee für Arbeitssicherheit, welches bis heute in dieser Landes-Legislatur leider noch nie einberufen wurde, hat die Aufgabe der Koordination der Vorbeugung von Arbeitsunfällen, indem es auch die Mittel aus den eingetriebenen Strafen verwendet. Und diese belaufen sich auf etwa 700.00 €uro pro Jahr.

    Da auch für die Landesregierung Südtirols das Ziel einer drastischen Senkung der Arbeitsunfallzahlen im Lande ist, erachten und wiederholen wir, daß der entschiedene Einsatz für Vorbeugung von Arbeitsunfällen, die Überwachung und die Kontrolltätigkeiten direkt proportional im Gleichklang sein müssen. “    

    Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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    Kommentare (12)

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    • Hansomat

      Bitte die Daten nach Geschlecht aufschlüsseln und dann dem Beirat für Chancengleichheit schicken.

    • Puschtra

      Warum schreiben sie nicht dass die meisten Unfälle in der Landwirtschaft passieren?
      Weil da niemand kontrolliert?
      Diese völlig überzogenen Arbeitssicherheits-Weiterbildungs-Verpflichtungen, von der Sekretärin bis zur Putzfrau, die den Betrieben viel Geld und Zeit kosten, haben sicher noch nie jemanden vor einem Unfall bewahrt. Sie sind ein hervorragendes Geschäft für die Anbieter dieser Kurse.
      Diese paranoiden Sicherheitsfanatiker in den Gewerkschaften und Ämtern, die mit Sicherheit noch nie in ihrem Leben einen Nagel in die Wand geschlagen haben, sollten besser aufhören die Handwerker und ihre Arbeiter mit weiteren blödsinnigen Gesetzen zu drangsalieren.
      Gesetzen, die nur der eigenen Existenzberechtigung dienen, um weiterhin auf Kosten der Allgemeinheit gemütlich in die die Büro- Sessel zu furzen.

    • Christian L.

      2013 ist wohl ein bisschen lang her, meint ihr nicht?

    • Ungerechte Welt

      Achtung Rechenfehler:

      4.854 auf 4.070 gesenkt und vermindert, was einem Minus von 824 Kontrollen/Jahr entspricht

    • Unternehmer

      Die Zahlen können nicht 1:1 verglichen werden. Mich würde die Aufteilung der Branchen interessieren. Da wir sehr viele kleine landwirtschaftliche Betriebe haben, könnten die Unfälle in diesem Bereich bedeutend höher ausfallen als im Trentino, vor allem weil unsere Bauern im steilen Gelände arbeiten. Mehr Kontrollen machen das Arbeiten nicht sicherer, wenn dann weniger unsinnige Auflagen, dafür aber mehr Prävention und Zusammenarbeit.

    • Alter Egon

      das liegt wohl an unserer tyroler Hau-Ruck-Mentalität, da bricht zuerst die Schaufel bevor der Kopf benutzt wird.

    • LUDWIG

      Vielleicht sind die Trentiner Arbeitnehmer bei ihrer Arbeit vorsichtiger als die Südtiroler! Oder hat wieder mal der Chef die Schuld? Meistens wird ja er als Schuldiger auserkoren, auch wenn in den meisten Fällen die Arbeitnehmer selbst den Unfall verursacht haben.

    • L.I.Z.

      Mensch Puschtra, wie recht du doch hast!
      Dieser ganze Saustall gehört abgeschafft, damit die Betriebe sich wieder ihrer Arbeit widmen können! Bei all diesen Vorschriften und dieser idiotischen Zettelwirtschaft sollte jeder, der den Schritt in die Selbständigkeit wagen möchte, dringendst davon abgehalten werden.

    • Frage?

      16.000 bei 250 Arbeitstagen (MO bis FREI) sind eigentlich nur 64 am Tag.

      Also in jeder zweiten Gemeinde Südtirols stürzt einer von der Leiter , rutscht aus,
      haut sich mit dem Hammer auf den Finger, Schneidet sich einen Finger oder die Hand ab, bekommt einen Gegenstand auf den Kopf, usw.

      So gesehen nicht viel, ich glaube eher, dass es noch viel , viel mehr sind, die aber nicht als solche bekannt werden.

    • Toblinga

      jo bitte… no mear Kontrolliern… und jo, no mehr seane total sinnlose Sichoheitskurse !!

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