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    Das Mountainbike-Verbot

    Fahrrad MountainbikeDas Trentino hat ein neues Verbot für Mountainbiker auf Wanderwegen beschlossen. In Südtirol ist für Biker hingegen beinahe alles erlaubt. Braucht es auch bei uns eine klare Regelung?

    von Heinrich Schwarz

    Mountainbiking ist ohne Zweifel zu einer Trendsportart geworden. Mittlerweile gehören die Mountainbiker ebenso wie Wanderer zum Erscheinungsbild in den Bergen. Die Wege werden gemeinsam genutzt. Die logische Folge: Die Konflikte nehmen zu.

    In der Regel sind es die Wanderer, die einem entgegenkommenden Mountainbiker den Weg frei machen müssen. Mitunter kann es zu gefährlichen Situationen kommen.

    Unbeantwortet bleibt dabei häufig die Haftungsfrage. Denn in Südtirol gibt keine gesetzliche Regelung, auf welchen Wegen Mountainbiking überhaupt erlaubt und auf welchen es verboten ist. Hierzulande dürfen sich Mountainbiker praktisch überall aufhalten – mit wenigen Ausnahmen in Naturparks, etwa im Naturpark Drei Zinnen.

    Anders ist es im Trentino. Dort gibt es schon jahrelang ein generelles Reglement für Mountainbiker. Sie dürfen nur auf Wanderwegen unterwegs sein, die ein Gefälle von weniger als 20 Prozent aufweisen und breiter als die Länge des Bikes sind.

    Diese Einschränkung ist den Trentinern nun aber zu wenig bzw. zu wage formuliert. Am 27. April 2015 hat die Landesregierung deshalb beschlossen, das Verbot für Mountainbiker auszuweiten. Und zwar auf alle Wanderwege, auf denen eine Gefahr für Wanderer bestehen könnte und auf denen das Mountainbiking umweltschädlich sein kann.

    Konkret soll ein Plan erstellt werden, auf dem die erlaubten und verbotenen Wege ersichtlich sind. An den verbotenen Wegen sollen entsprechende Schilder angebracht werden, um die Mountainbiker angemessen zu informieren. Damit soll auch die Kontrolle vereinfacht werden.

    Wäre eine ähnliche Regelung auch für Südtirol sinnvoll?

    Für den zuständigen Landesrat Arnold Schuler nicht unbedingt: „Es gibt seit Jahren Gespräche, ob es eine Wegegesetz braucht. Die Alternative dazu ist aber, eine interne Lösung in den Gemeinden mit allen direkt und indirekt Betroffenen zu finden.“ Es gebe bereits sehr erfolgreiche Modelle, die das Problem auch ohne gesetzliche Regelung in den Griff bekämen.

    Der für die Naturparke zuständige Landesrat Richard Theiner ist derselben Meinung: „Man sollte Mountainbiker nicht per Gesetz als Sünder ausfindig machen. Am Besten wäre es, vor Ort sinnvolle Lösungen zu finden.“

    Auch Georg Simeoni, Präsident des Alpenvereines Südtirol (AVS), hält nicht viel von einem Gesetz: „Sicherlich wäre eine Regelung gut, aber mit einem Gesetz muss man das Ganze auch entsprechend überwachen. Das ist ein Problem, denn ich weiß nicht, wie man bewerkstelligen will, dauernd Förster oder Polizisten in die Berge zu schicken.“

    Der AVS setzt vielmehr auf Sensibilisierung für den gegenseitigen Respekt zwischen Wanderern und Mountainbikern. Doch trägt das tatsächlich Früchte? „Im Prinzip schon“, sagt Simeoni, „das einzige Problem sind jedoch die Downhiller. Hier bräuchte es durchaus ein Gesetz oder eine strengere Ordnung.“

    Der AVS-Präsident erklärt: „Die Downhiller fahren nicht einmal mit dem Rad auf den Berg, sondern lassen sich mit Shuttles oder Seilbahnen hinaufbringen. Danach fahren sie auf bestimmten Strecken herunter, doch diese müsste man klar abgrenzen und sagen: Das ist eure Strecke – und außerhalb habt ihr nichts zu suchen.“

     

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    Kommentare (38)

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    • Einereiner

      Nur weil die Downhiller mit der Bahn hochfahren hat der AVS ein „moralisches“ Problem damit.
      Lasst die Downhiller in Ruhe oder wir sperren die Wanderwege für AVS-Mitglieder.

      • Jenny Lein

        Ich kann mich nicht an einen einzigen Unfall in Südtirol erinnern, wo ein Mountainbiker einen Wanderer verletzt hat. Warum diese Diskussionen? Ist man den Bikern um ihren Spaß neidisch? Muss unbedingt alles gesetzlich geregelt werden, noch bevor es überhaupt Probleme gibt?

        Und die Beschädigung der Wanderwege.. ach hört mir doch auf. Die Tourismusvereine entschädigen den AVS grosszügig für die Instandhaltung. Auch finanziert durch viele „bikende“ Gäste.

        Im Trentino, bzw. am Gardasee ist die Situation etwas anders. Da gibt es extrem viele Biker, das kann man nicht mit unserer Situation vergleichen und die bestehende Regelung ist eher ein Schmarren.

        • Lidia

          Der AVS kümmert sich vor allem um die Sicherung der Wanderwege, grobe Aufräumarbeiten durch Schnee und Wetterschäden, und die Beschriftung, Markierung der Wege. Um die Wege Instandzuhalten haben sie schon mal gar nicht genug Leute.
          Es sind vielfach die Besitzer die die Wege in Ordnung halten und die haben außer Spesen und Ärger nichts davon. Im Gegenteil, sie müssen auch noch die Haftung übernehmen.
          Und da für viele Rücksicht ein Fremdwort ist, befürworte ich eine viel strengere Regelung.

      • Stephan Mair

        Allein schon ihr aggressiver Tonfall und ihre Drohungen zeigen das es in der Tat ein Problem mit den Moutainbikern gibt.

        Die Trentiner zeigen wieder einmal die Richtung und das sie eben ein gutes Stück weiter sind als das güldene SüdTirol.
        Bravo!

    • adobei

      Mountainbiker sind die Hauptverursacher vieler steiler schmaler Wanderwege durch Erosion. Diese werden durch das ständige Befahren vertieft und ausgespült. Auf allen Wegen die schmaler als 1m sind sollten das Mountainbiking verboten werden. Die Bergwanderer danken dafür!

    • Peter.g

      Es werden zwar immer mehr Trails für Sie gebaut. Wenn sie aber wieder normale Strassen erreichen sind sie noch so adrenalinbesoffen dass Autofahrer in Gefahr sind. Selbst erlebt

    • Hubert

      Ganz einfach: für alle, denen Wandern zu wenig ist, eine Maut einführen, dann hört das baldigst auf. Warum soll ein Benutzer der Straße mit einem Gefährt Maut bezahlen und auf den Wanderwegen wird „frei“ herumgetollt.
      Das Problem liegt doch ganz wo anders: wenn ein Gesetz kommt, dann muss das Heer der Beamten wieder aufgestockt werden und dies kostet wieder und in den Griff bekommt man es doch nicht – also was soll diese Diskussion?
      Am besten die Wege nicht für Radfahrer ausbauen, sondern die Wanderwege möglichst naturbelassen zur Verfügung stellen – basta, oder?

    • mountainbiker

      Erklärt mir mal einer, wer soll mehr Recht auf einem Wald oder Wiesenweg haben ? Ein meist älterer Wanderer oder ein meist junger Mountainbiker ? Beide gehen sie ihrem Lieblingshobby nach. Da dürfte ein wenig Rücksicht angebracht sein, zumal wir denen auch ihre Renten zahlen !

      • Peter.g

        Sprich zuerst mit deinen Eltern oder Grosseltern darüber denn anscheinend bist du für die Gesellschaft noch nicht reif genug.

      • Lidia

        Ich würde mal sagen der Besitzer. Als Wald-,Grund- und Alm(mit)Besitzer Zuerst muss mal das Thema Haftung abgeklärt werden. Es kann nicht sein, dass ich mitverantwortlich bin, wenn es einen Mountainbiker auf die Nase legt, erst recht nicht, wenn er querfeldein durch mein Heu fährt (Wiesenwege) oder meine Tiere durch die Gegend sprengt, weil er durch meine eingezäunte Weide muss, oder über die Alm preschen muss. Und ja, ich bin absolut dafür, dass Mountainbiker nur auf Wege fahren, die eine bestimmte Breite haben. Aus eigener Erfahrung weis ich, dass man Radfahrer die von hinten kommen,kaum hörtund manchmal sind die so schnell, dass ein abbremsen nicht möglich ist.
        Aber was mich am meisten ärgert ist die Tatsache, dass Montainbiker meine Einfahrt runtergerast kommen und vor meiner Haustür eine Bremsung machen müssen weil sonst einer (wie schon 2 mal passiert) in den Zaun kracht.Und nein, am meinem Haus geht keine Straße vorbei und auch kein Wanderweg.
        Und wieso schafft ihr (Mountainbiker ) es nicht ein Licht zu montieren.? Ihr seid auch auf Hauptstrassen unterwegs, müsst auch durch Tunnels. Und wieso fahrt ihr gerne nebeneinander auf Bergstraßen, damit ein Autofahrer eine Vollbremsung machen muss um eben euch nicht unterzupflügen?
        Und die Mountainbiker wundern sich wieso sich so viele Leute aufregen? Macht eure Fahrzeuge mal Strassentauglich mit Licht und Reflektoren, Respektiert den Besitz anderer, nehmt Rücksicht auf andere Wanderwege- und Strassenteilnehmer, dann kann man euch mit Toleranz begegnen.

      • Klinger

        Derjenige der die Erlaubnis des Grundeigentümers hat, soll mehr Recht haben!

      • Gregory

        @mountainbiker
        Auch die jetzigen Rentner haben als Junge die Renten ihrer ‚Vorderen‘ vorausbezahlt. Das wird immer so sein. Das ist eine Frechheit, dies den Rentnern zum Vorwurf zu machen bzw. sie zu Almosenempfängern zu stempeln. Informieren Sie sich über das Rentensystem und tragen nicht nur ihr „mountainbiker“-Hirn zur Schau.

    • xy

      Kann diese abgedroschene Diskussion nicht mehr höhren, aber was ist dann mit den vielen Wanderer, die mit ihren Wanderstöcken, genauso tausende von Einstichlöcher in den Boden rammen, und auch somit den Boden so suggesivie Umpflügen.
      Nochmals ein friedliches Mit- oder Nebeneinander ist für mich überhaupt kein Problem,
      es fehlt das aufeinander zugehen, und einige sollen halt auch mal akkzeptieren, dass es halt auch „neue“ Sportarten in der freien Natur dazukommen

    • antigone

      SÜDTIROL: ELDORADO für alle und jeden: horden rasender lautstarker stinkender motorräder über pässe und gegenden; wir wanderer und berggeher üben uns nun in „sprung-zur-seite“ (gutes training zusätzlich) dank unzähliger kick-biker und down-hiller, cross-maschinen, skidoos auf bergsteigen, wanderwegen ecc. Wir, die wir uns „nur“ mit den eigenen beinen fortbewegen, müssen uns wohl entschuldigen, dass wir überhaupt existieren-dürfen – oder? mal abgesehen auch von der tierwelt, die überall erschreckt, verjagt, verdrängt wird !!!

      • Yannis

        so sehe ich das auch, bzw. musste dies einsehen, was zur Folge hat dass ich und meine Familie von unseren geliebten Bergwandern in „Südtirol“ getrennt haben.
        Wir verbringen unsere Wanderurlaube jetzt halt etwas weiter von Südtirol entfernt, wo diese
        Unsitte sich hoffentlich nie breit macht.
        Die Einheimischen dort haben weder Zeit noch Geld für solchen Unfug und freuen sich dass sie meiner eins samt Familie als zahlende Gäste bewirten dürfen.

      • JvS-105

        @antigone: möchte EIN Motorrad sehen, das lauter ist und mehr stinkt als ein durchschnittlicher Südtiroler Obstbauern-Traktor, wie sie schon morgens um 5 durchs Dorf knallen und dann fleissig Gülle oder alternativ Spritzmittel verteilen..

        Augen öffnen.

    • Murks

      Viele Mountainbiker belasten und zerstören viele Wege.

    • Willy

      Hört auf immer alles regeln zu wolln

    • dana

      „Motocrosser“ waren früher noch viel mehr unterwegs, heute gibt es uneingeschränkte „Bikecrosser“.

    • Wander-Biker

      Solange nicht klar ersichtlich ist, dass der Tourismus durch Mountainbikefahrer profitiert, wird man es den Berg-Radfahrern schwer machen. Man setzt da klar auf familenfreundliche Radwege mit denen man gerade die Region zupflastert. Und das man Verbote immer ganz schnell übernehmen will, ist mal wieder so typisch Südtirol. Wie wärs mal wenn Südtirol die Freiheiten vom Trentino übernimmt, wie z.b das Pilze-Sammeln?

    • Theodor

      DAS SCHLAGWORT LAUTET TOLERANZ UND HAUSVERSTAND !!!

      Ich bin mir sicher, dass es zu keinerlei Problem kommt wenn die Mountainbiker mit Hausverstand und Rücksicht unterwegs sind. Es ist schon viel getan wenn man einen herannahenden Wanderer mit einem freundlichen Gruß begrüsst anstelle Ihn von hinten mit blockiertem Hinterreifen zu erschrecken. Ich selbst als Mountainbiker bin mit dieser Maßnahme selten in eine Diskussion dergleichen verwickelt worden.

      Andererseits sollen die Wanderer, vielfach sind es Touristen die nur darauf warten einen MTB auf einem Wandersteig zu sehen um sich aufzuregen, auch mal etwas toleranter reagieren.

      Ich bin mir sicher dass wenn vernünftiges erwachsenes handeln von beiden Seiten vorgebracht wird herrscht friede Freude Eierkuchen auf den Wanderwegen .
      DIE BERGE GEHÖREN ALLEN.

      RIDE FAIR https://vimeo.com/113071110 (Anbei ein Beispiel für faires BIKEN gegenüber Wanderern)

    • Goji

      Also ehrlich Leute, ich habe absolut kein Problem mit Mountainbikern, aber ich finde es gar nicht gut, wenn man auf einem schmalen Weg spaziert und hinter einem „schrepft“ ein Mountainbiker her und flucht wild das ich ausstellen soll. Es ist zwar in den Medien nicht so vertreten, aber es passieren schon kleinere Unfälle wo Kinder von Pferden fallen weil sich ein Mountainbiker von hinten anschleicht (und ohne Hilfe zu leisten weiterfährt) oder wo Wanderer zur Seite springen müssen damit sie nicht niedergefahren werden und sich dabei den Knöchel verstauchen.
      Alles mit Gesetzen regeln bringt nix, es braucht definitiv mehr Bildung auf allen Seiten!

    • reinhard

      also
      fahre seit über 30 jahren mit dem mtb jeglichen steig und wanderweg. von sexten bis stilfs. hatte noch NIE nur ein einziges problem mit einem wanderer..wem gehören eigentlich die berge ?
      ein bisschen rücksicht und alle haben platz…

    • Helmut

      Ich fahre selbst gerne mig dem MtB und habe nichts gegen Radfahrer. Finde es aber eine Frechheit wenn sogar auf schmalen Waalwegen gefahren wird. Habe schon einige Male versucht die Radfahrer zu absteigen zu bewegen, da der Waalweg durch mein Privatgrund verläuft. Selten wird dies aber eingesehen und meistens muss ich mir noch blöde Komentare anhören. Ich finde schon, dass Radfahrer auf Waalwege nichts zu suchen haben

    • michael

      Die Berge gehören allen, aber die meisten Wege sind in privaten Besitz und die Haftung fällt auf die Eigentümer.
      Viele dieser Waldwege wurden von den Eigentümern für die Nutzung der Wälder und Wiesen gebaut und Diese müssen jetzt schon fast schiache vor den Radlern sein.

      Eine Regelung braucht es auf alle Fälle, weil in Zukunft wird das biken immer mehr kommen.

    • Eric S.

      Mit einer solchen Regelung kommt zusätzliche Brisanz in die Diskussion. Ein respektvolles Miteinander ist allemal besser als ein durchreguliert endgültig Schmarrn. Für den Tourismus im Trentino wird es nicht förderlich srin

    • Willi

      Ich würde eher die Radfahrer von den Hauptstraßen nehmen – diese sind hochgefährlich. Aber da fahren die Carabinieri selbst mit 😉

    • Andi

      und wos isch mit de, wo mitn Pferd unterwegs sein und überall die Pferdäpfel mittn auf Weg lassn? I find sell oanfoch Scheisse ! 🙂
      Verbietet oanfoch alles und niemand hat zu streitn!

      • Gregor Beikircher

        @Andi
        Alles verbieten, heißt auch den „Andi“ verbieten. Wieso immer gleich schon solche Extreme sehen? Seid alle tolleranter und rücksichtsvoller zueinander und in der Umwelt unterwegs, dann haben alle Platz.

    • Andi

      @Gregor – das war ironisch gemeint ! Die Leute sollen sich nicht immer aufregen, sondern wie du schon richtig sagst miteinander nicht gegeneinander!

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