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    Die private Verhaftung

    Die private Verhaftung

    In Bozen soll sich ein bewaffneter, privater Wachmann der Universität in eine Festnahme außerhalb des Uni-Eigentums eingemischt haben. „Das ist höchst problematisch“, findet Sepp Noggler.

    „Es ist ein großes Problem, wenn private Sicherheitskräfte allgemeine Sicherheitsmaßnahmen ausüben, die in einem Rechtsstaat der Polizeigewalt vorbehalten sind“, meint der SVP-Landtagsabgeordnete Sepp Noggler.

    Bürger haben ihm einen Fall geschildert, der dies veranschaulichen soll. Ereignet habe er sich am 13. April 2015 gegen 19.30 Uhr. Noggler schreibt in einer Landtagsanfrage:

    „Die Freie Universität Bozen hat einen Sicherheitsdienst beauftragt, das Gebäude der Uni am Universitätsplatz zu überwachen. Ein Wachmann, bewaffnet und mit augenscheinlich militärisch anmutendem Habitus, leistet dort seinen Dienst.

    Auf der gegenüberliegenden Straßenseite, außerhalb des Eigentums der Uni, ereignet sich ein Vorfall, bei dem die Sicherheitskräfte der Polizei eingreifen. Ein junger Mann scheint eine Ordnungswidrigkeit geringerer Bedeutung begangen zu haben, jedenfalls begibt sich dieser in eine Bar in der Sernesi-Galerie, um sich in der Toilette zu verstecken.

    Die Situation scheint sicherheitstechnisch nicht besonders gefährlich, jedenfalls folgen zwei Beamte der Polizei dem jungen Mann in umsichtigem und unaufgeregtem Tempo in die Bar. Gleichzeitig aber sieht man den privaten Wachmann der Universität sprichwörtlich vom Gelände der Uni in die Sernesi-Galerie stürmen.

    Wenige Minuten darauf verlässt der erste Beamte der Polizei die Bar. Gleich darauf folgen ihm der zweite Beamte, der den jungen Mann am linken Arm festhält, und der private Wachmann.

    Nun zur augenscheinlichen Problematik: Der private Wachmann hält seinerseits den jungen Mann am Handgelenk fest, das er auf eine Weise verbiegt, dass sich der junge Mann leicht krümmen muss. Augenscheinlich wehrt sich der junge Mann nicht gegen die Festnahme. Der Beamte der Polizei und der private Wachmann bringen den jungen Mann zu einem Dienstwagen der Polizei.“

    Sepp Noggler bittet nun die Landesregierung, den Fall zu überprüfen. Private Unternehmen würden unmittelbar am öffentlichen Polizeiwesen teilnehmen. Im geschilderten Fall gar ohne jede Notwendigkeit.

    „Und falls die Notwendigkeit zur Hilfestellung seitens des privaten Wachmannes bestanden hätte, so hätten die beiden Beamten die Festnahme alleine vornehmen müssen“, betont der Landtagsabgeordnete, der in seiner Funktion als Regionalassessor übrigens selbst direkt am Universitätsplatz arbeitet.

    LESEN SIE IN DER WOCHENEND-AUSGABE DER TAGESZEITUNG:

    – Während der Staat bei der Sicherheit spart, bedienen sich öffentliche Einrichtungen zunehmend privater Firmen. „Wollen wir das Sicherheitswesen privatisieren?“, fragt Sepp Noggler besorgt.

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    Kommentare (13)

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    • martin

      Also hört mal,
      Die Wattebauschphilosofie mit der bei uns Verbrecher bestraft werden finde ich zum Kotzen.Was rennen Verbrecher eigentlichnweg? Oder wozu sollten sie sich auch wehren? Passiert ja nix!
      Das ist alles ein lustiges Videospiel bei denen… Nach
      einem Game Over macht man frohen Mutes weiter in der Hoffnung beim nächsten Spiel einen Level höher zu kommen.

    • bernhart

      Ich finde die Anfrage von Noggler sollte Ernst genommen werden, denn private Wachdienste ,sollten ihr Arbeit nachgehen wofür sie bezahlt werden, viel Person verstehen den Unterschied nicht zwischen Privat und Staatlich. Die Uniform allein gibt ihnen nicht das Recht sich überall einzumischen. Viele private Wachmänner spielen sich auf wie RAMBOS, sie sollten zuerst geschult werden, bevor sie auf die Bürger losgelassen werden.
      Noggler sieht die Probleme wie sie sind.

    • Andreas

      Bei den Privaten hab ich immer den Eindruck, dass es fùr die Polizei nicht gereicht hat und sie trotzdem eine Pistole für ihr Ego tragen möchten. Mir sind sie jedenfals nicht ganz geheuer.
      Sollte es so gewesen sein wie geschildert, sollte die Eignung des Betroffenen ùberprüft werden.

    • George

      Herrschaft, nimmt sich der ‚Andreas‘ weiß der Teufel für wichtig mit seinen Kommentaren. 😉

    • THEMA

      Ich dachte an einen Faschingsscherz. Da hat ein Landtagsabgeordneter nichts besseres zu tun
      als sich darüber aufzuregen dass ein ach so armer Jugendlicher, der vor der Polizei flüchtet, in
      Gewahrsam genommen wird. Und noch dazu unter Mithilfe eines vereidigten Wachmanns.
      Es wurde ihm sogar der Arm gebogen. Ist ja wirklich schlimm. Private Wachmänner sind keine
      Privatpersonen, sondern werden, nach entsprechender Schulung, vom Regierungskomissär ernannt, und vereidigt. Wiederstand gegen einen vereidigten Wachmann wird mit Gefängnis bis zu 5 Jahren bstraft Auf Ersuchen eines Polizisten leisten sie Mithilfe bei Vereitelung von Straftaten oder Einfangen der Täter, und sind in dieser Funktion auch Amtspersonen (Pubblico Ufficiale).
      Anscheinend haben viele keine Ahnung davon. Dass aber in einer Zeit wo man sich täglich beklagt dass die Gaunereien zunehmen, ein Politiker sich für die Gesetzesbrecher einsetzt ist wohl etwas skurril. Seien wir froh dass es neben er Polizei noch Wachmänner gibt, die dieser
      Geisel etwas Einhalt gebieten. Dem Herrn Noggler rate ich er möge doch seine Zeit für wichtigere Dinge nutzen, es gäbe soviel zu tun.

    • SteveBZ

      Was scheinbar in Bozen fehlt, sind so ein paar Ami-Cops, die so richtig hinlangen!

      Geht man in die Bozner Uni herrscht aber ein äußerst friedliche Stimmung unterbrochen durch einen kernigen, bös-dreinblickenden, bewaffneten Wachmann, der in dieser friedlichen Athmosphäre wie ein Fremdkörper wirkt. Er macht den Eindruck einer gespannten Feder, die nur darauf wartet, ausgelöst zu werden. Genau das ist hier passiert und man kann froh sein, dass hier ein paar Polizisten dabei waren. Ich frage mich immer, ob dieser Wachmann wirklich eine scharfe Waffe tragen muss. Er wäre auch ohne Schusswaffe in der Lage genug Unheil anzurichten.

      Freier akademischer Geist und martialische Wachmänner wären sogar an Bundeswehrhochschulen nur schwerlich miteinander vereinbar.

    • Werner Gamper

      Ja hat der Noggler Sepp wirklich nichts besseres zu tun? Einfach lächerlich…

    • hugo

      Der Noggler hat Probleme!!

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