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    Engls Sünde

    Der ehemalige SMG-Direktor Christoph Engl wird zum „Opfer“ der strengen Bauaufsicht der Gemeinde Bozen. Er muss wegen Bauens ohne Baukonzession eine Strafe von 26.782 Euro zahlen, die nun vom Verwaltungsgericht bestätigt wurde.

    von Thomas Vikoler

    Die Beamten des Urbanistikamtes der Gemeinde Bozen staunten nicht schlecht.

    Als sie am 23. Jänner 2012 auf einer Baustelle in der Mühlgasse eine Inspektion vornahmen, mussten sie feststellen, dass der Rohbau für eine Dachsanierung bereits fertiggestellt war.

    Ein Bauprojekt, für das Stadträtin Chiara Pasquali just an jenem Tag eine Baukonzession ausgestellt hatte (Nr. 4/12).

    Der Bauherr hatte es offenbar eilig und der Bauherr hieß Christoph Engl, damals (noch) Direktor der Landesgesellschaft SMG. Im Mai 2013 wechselte er in die Privatwirtschaft.

    Das Feststellungsprotokoll über den abgeschlossenen Rohbau ist das entscheidende „Beweisstück“ in einem Rechtsstreit vor dem Verwaltungsgericht Bozen, den Engl selbst angestrengt hat. Die Gemeinde Bozen hat gegen ihn am 21. Mai 2012 nämlich eine Geldbuße in Höhe von 26.782 Euro verhängt – wegen widerrechtlich errichteter Baukubatur im Rahmen eines Projekts mit Kubaturbonus.

    Eine happige Strafe, die Engl so nicht hinnehmen wollte. Über seine Anwälte Karin Mussner und Gerhard Brandstätter focht er mehrere Verwaltungsakte der Gemeinde an, insbesondere zwei Berechnungen des zusätzlichen Bauvolumens. Der frühere SMG-Direktor wandte ein, dass die Gemeinde in ihrer Strafberechnung nicht die abgebrochene Bestandskubatur von 146,33 Kubikmetern berücksichtigt habe. Folglich sei allein eine Neukubatur von 84,2 Kubikmetern dazugekommen, wofür allenfalls eine Geldbuße von 7.199 Euro geschuldet sei.

    Stimmt nicht, entschied nun das Verwaltungsgericht Bozen (Urteilsverfasser: Peter Michaeler), das die 26.782 Strafe gegen Engl umfänglich bestätigte.

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    Kommentare (18)

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    • Gunti

      Anstatt einer Geldstrafe an Engel, sollte man den Rückbau vordern und die Geldstrafe sollte man an die Stadträtin Pasquali vordern…..

    • Franz

      Würde mich stark interessieren wieviel Pension od Abfindung geflossen ist,als der Arbeitsplatz gewechselt wurde

    • schnellermichl

      Es geht holt immer alles schief

    • Luis

      Herr Richter so ist es

    • barfusler

      klingt nach viel Geld, aber ein Herr Engel holt sich das im nächsten Monat wieder rein. Da tut sich ein kleiner mit ein paar hundert Euro Strafe schon sehr viel schwerer. Zudem ist das gar keine Strafe sondern er zahlt für eine unrechtmäßig erworbene Sache, die er jetzt behalten darf.Mein Nachbar baut übrigens auch für seinen neuen Traktoren, weil er den alten Stadel für die Gäste braucht, hat er mir erklärt 😉 Hoffentlich geht ihm keiner auf den Sack. ;)))

    • Andreas

      Ist Pasquali nicht die, welche ihr Pferd in einem Stall in BZ eingestellt hat und dieser Verein schuldet seit Jahren der Gemeinde die Miete und es wird so gut wie gar nichts dagegen unternommen?
      Es handelt sich um einige 100.000 Euro.

      Engl hat etwas nicht unübliches gemacht und sich erwischen lassen, dumm gelaufen für ihn. Er soll zahlen und gut ist, dafür sind Strafen ja da.

    • x19

      Der arme Engel, vielleicht kann er diese Summe in Raten abstodern.

    • Luis

      Die Englstrompete blüht besser auf einer Dachterrasse als im smg Keller.

    • svp - 70 jahre käse

      Bei Personen die der svp nahe stehen, werden Straftaten als Süden abgetan und die Absolution dazu ist diesen Leuten gewiss.

    • Puschtrabui

      Tageszeitung vom 27.06.2013 : „Der Arbeitsvertrag von SMG-Direktor Christoph Engl war zehn Jahre lang wie ein Staatsgeheimnis gehütet worden – der TAGESZEITUNG liegt dieses Dokument nun exklusiv vor. Der SMG-Chef genoss unglaubliche Privilegien – und wird irgendwann 300.000 Euro an Rente pro Jahr beziehen.“

      Die Strafe ist nur Kleingeld für den Engel, das nennt man respekt- und rücksichtslos und Show must go on…. gottseidank ist er Engel jetzt in Deutschland 😉

    • Puschtrabui

      Zitiere einfach weiter von der Tageszeitung, die spricht für sich….

      Der TAGESZEITUNG liegt der Arbeitsvertrag des SMG-Chefs nun exklusiv vor.

      Es ist ein goldener Vertrag! Es ist ein skandalöser Vertrag!

      Christoph Engl genoss Privilegien, von denen andere Südtiroler Spitzenmanager nur träumen können – und die kein Normalverdiener nachvollziehen kann.

      Die SMG hat dem Direktor nicht nur die Arbeitgeber-Beiträge für drei (!) Zusatzrentenfonds und für eine Unfall- und Lebensversicherung bezahlt, sondern auch noch den Arbeitnehmeranteil übernommen.

      Christoph Engl – der scheinheilige Dagobert Duck.

      Sogar die Vollkasko-Versicherung für Christoph Engls Privatauto hat die SMG (mit Steuergeldern) bezahlt.

      Die Fakten: Christoph Engl ist mit 1. Mai 2001 zum Direktor der Südtirol Marketing Gesellschaft ernannt worden. Die erste Anomalie im Arbeitsvertrag: Engl wurde – wie es im Vertrag heißt – „auf unbestimmte Zeit und ohne Probezeit“ angestellt.

      usw. usw. usw….

    • walter

      Der größere Skandal ist der Vertrag zwischen SMG und Engl!!!
      den haben viele schon vergessen?

      http://www.tageszeitung.it/2013/06/27/der-skandal-vertrag/

    • Frage?

      Ist es nicht besser schnell ohne Genehmigung zu bauen und dafür gerademal lächerliche 27.000.- Euro zu blechen, als bei der üblichen langen Verfahrensdauer 10 Jahre zuzuwarten und das doppelte an Baukosten aufzureissen?
      Geht der Mehrpreis dabei nicht öfters in die Hundertausende?

    • Gebi Mai

      SVP Engel dürfen alles. Bei denen gibt es keine Sünden.

    • Hirsch

      Also wenn man des do lest und woaß wie viel do Engl vodient/ hot (http://www.tageszeitung.it/2013/06/27/der-skandal-vertrag/) donn sein de 29.000 jo lei Peanuts für ihn… des zohlt der aus do Portokasse

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