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    Das WLAN-Moratorium

    Verbraucherzentrale, Bürgerwelle und Dachverband für Natur und Umweltschutz verlangen ein Moratorium für WLAN in öffentlichen Räumen.

    Die Anhörung zum Thema Mobilfunk im Südtiroler Landtag vor wenigen Tagen habe noch einmal kräftig untermauert, wie wichtig und dringend die Anwendung des Vorsorgeprinzips angesichts der aktuellen Datenlage geworden ist. Im Landtag haben 14 Experten aus dem In- und Ausland die Landtagsabgeordneten über 4 wichtige Aspekte der drahtlosen Kommunikation informiert: den technischen, den gesundheitlichen, den pädagogischen sowie den juridischen Aspekt.

    Eine komplette Video- und Tonaufnahme aller Referate ist als Podcast auf der Homepage des Südtiroler Landtages abrufbar.

    Verbraucherzentrale, Bürgerwelle sowie Dachverband für Natur- und Umweltschutz sehen sich nach dieser Anhörung in der Pflicht, die sofortige Anwendung des Vorsorgeprinzips und ein Moratorium zur Einführung und zum Betrieb von bestehenden WLAN-Anlagen in den Räumen von Schulhäusern, Landeseinrichtungen, Krankenhäusern und Altersheimen zu fordern.

    In einer Aussendung heißt es:

    „Wie Prof. Kundi (Medizinische Universität Wien) und Dr. Marinelli (CNR Bologna) vorgetragen haben, besteht in der Wissenschaft auch eine bedeutende Evidenz für Krebsgefahr durch die Nutzung von Smartphones, Tablets und WLAN.

    Die Pressekonferenz

    Die Pressekonferenz

    Die öffentliche Hand muss dies in ihrer Verantwortung für den Gesundheitsschutz in Südtirol beachten und sich nicht nur neutral verhalten, sondern auch aktiv für diesen Schutz intervenieren – wie übrigens RA Dr. Bertone (Kanzlei Ambrosio & Commodo Turin) untermauert hat.

    Bisher wurde vor allem an Schulen die WLAN-Vernetzung vorangetrieben, in der Überzeugung, dass es sich um eine didaktische Notwendigkeit handele. Peter Hensinger (Verbraucherorganisation Diagnose Funk) konnte jedoch auch diesbezüglich in Anlehnung an die wissenschaftlichen Arbeiten von den Neurobiologen Prof. Spitzer und Dr. Lembke argumentieren, dass die Schule vor allem für eine Erziehung zur Medienmündigkeit antreten sollte.

    Wo es Sinn macht, kann die Arbeit mit digitalen Medien mittels verkabelten Geräten oder aber über innovative Technologien ermöglicht werden, wie die VLC (visible light communication). Diese ist bereits in Süddeutschland bei Projekten in Anwendung, die sehr gute Ergebnisse geliefert haben.

    Auch an Krankenhäusern bestehen (z.B. in der Geburtenabteilung in Meran) WLAN-Netze, meist für die Unterhaltung der Patienten. Im Rahmen des Moratoriums und vor dem Hintergrund des Vorsorgeprinzips sind solche Anwendungen nicht weiter zu tolerieren.

    Die Landesregierung wird ersucht, mit Verbraucherzentrale, Bürgerwelle und Dachverband enger zusammenzuarbeiten und gefährliche Kommunikationstechnologien nicht anzuwenden, bzw. nicht weiter zu forcieren, bis die Beweise deren Ungefährlichkeit nicht erbracht wird.

    Harmlose, effiziente Alternativen sind da und müssen beachtet werden.“

    Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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    Kommentare (18)

    Lesen Sie die Nutzerbedingungen

    • Alfons Zanardi

      Ja: und alle müssen dicke Wollpullover und Holzpatschen tragen.

    • xy

      Und ihr Smartphones in den Socken verstecken!!

    • drago

      Den genannten Organisationen ist sicher klar, dass mittels epidemiologischer Studien niemals ein Nullbeweis geführt werden kann; d.h. die Ungefährlichkeit könnte nur dann nachgewiesen werden, wenn der Einflussmechanismus von elektromagnetischen Strahlen auf lebende Organismen theoretisch nachvollziehbar ist. Bisher sind aber nur die thermischen Auswirkungen geklärt (und vor diesen schützen die gegenwärtigen Grenzwerte ausreichend); für alle anderen möglichen Einflussarten ist eine eventuelle Gefährdung nur mittels statistischer Studien von größeren Menschengruppen, also epidemiologische Studien, „nachweisbar “ und somit eine Ungefährlichkeit niemals belegbar. Mit anderen Worten am besten gar keine WLan’s und darüberhinaus auch keine Elektrizität (auch der „normale“ Strom erzeugt niederfrequente Strahlung, deren Ungefährlichkeit aus obigem Grund nicht nachgewiesen werden kann).

    • sogeatsnet

      Zitat: „…nicht anzuwenden, bzw. nicht weiter zu forcieren, bis die Beweise deren Ungefährlichkeit nicht erbracht wird.“

      Na dann sollte es doch kein Problem sein… 😉
      Außer der „Übersetzungsteufel“ hat etwas dagegen…

    • Spaltpilz

      Nichts gegen die Verbraucherzentrale, aber einen leichten Esoterik – Drall scheint es in diesem Verein dann doch zu geben.

      • xy

        @ Spaltpilz
        Ja auch mit Esoterik lässt sich gutes Geld verdienen.
        Dumm sind nur die, die auf diese Schiene aufspringen, und sich so einen Heini nach Hause holen,der garantiert eine Strhlung findet, um so ein unnūtzes Gerät sūndhaft teuer zu verkaufen.
        Es hat sicherlich eine Wirkung, der Geldbeutel wird halt leichter, und die Silberfäden in den GELDSCHEINEN strahlen in seiner Brieftasche.

    • Spaltpilz

      Seit ich mir im Lebensmittelgeschäft eine Plakette gegen Handystrahlung für 25@ gekauft habe, fühle ich mich richtig gut. Schade nur, dass die Wünschelrute nicht mehr funktioniert.

    • Besorgter Bürger

      Abgesehen von dem exoterischen Beigeschmack dieser ganzen Presseaussendung erschließt sich mir der Nutzen von WLAN in Schulen nicht. Jeder Schüler hat in der Schule offline zu sein. Jeder Lehrer, der mir den pädagogischen Wert von Arbeiten mit Tablets oder Laptops erklären will, beißt bei mir auf Granit. Man weiß ja, wie es damals in der Schule war. Herr Professor, gehen wir in den Computerraum?!???!? Das gehört in die Kategorie von „Herr Professor gehen wir ein Eis essen!!“. Zeitverschwendung und sonst nichts ist das!

      Jedenfalls ist WLAN in der Schule hinausgeworfenes Geld. Denn wenn es nicht die Schüler nutzen (dürfen), wer dann. Für die Lehrer brauchen wir bestimmt kein WLAN. Damit die Noten innerhalb von Sekunden im digitalen Klassenregister landen und die neugierige Helikoptermama sofort im Internet nachschauen kann, was der Nachwuchs für ein Häufchen gemacht hat? Schöne neue Welt. Die Schule bleibt gescheiter offline. Und wenn das bedeutet, dass man die Schule als Bunker bauen muss, um den Handyempfang zu erschweren, dann ist das halt so. Ganz unabhängig von Kernlefressern und Birkenstock.

    • ITler

      Sperrt die straßen (vor allem die autobahn) komplett denn die abgase steigt die krebsgefahr!

    • Meister

      In leschter Zeit mischt sich der Dochverbond decht in Themen in, wos net sein Metier sei und a die Verbraucherzentrale verlosst ihre eigentlich unabhängige Position. Dei solln beade des rian für wos sie do sein und sich net vorn Korren von verschiedenste Interessen sponnen lossen.

    • Luis

      Kommt Zeit kommt Rat.
      Sobald nachgewiesen werden kann, dass die Strahlungen zu Krankheiten führen werden sich die Verantwortlichen Politiker mit Ausreden versorgen.
      Die Gesellschaft vollzieht jahrelange Praxis Tests. Es sind viele bedenkliche Produkte im Handel.

    • Frage?

      Ich bin für Rauchzeichen……

    • Christina

      Wer sich zu den Gefahren des Mobilfunks ernsthaft informieren will, der kann sich auf dem Portal der Weltgesundheitsorganisation WHO oder unter http://www.mobilfunkstudien.de zum aktuellen Stand der nachgewiesenen Gesundheitsrisiken einen objektiven Einblick verschaffen.

    • Christina

      Wie bereits geschrieben, sind die Studien zu den Risiken des Mobilfunks im emf-Portal der Weltgesundheitsorganisation genauso zu finden, sollte jemand diese Studien in der Forschungsdatenbank auf einer Seite einer Verbraucherschutzorganisation als „keine objektive Quelle“ erachten.

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