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    Achterbahn der Gefühle

    Bildschirmfoto 2015-04-30 um 14.36.06Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt – in Südtirol leiden 4.000 Menschen unter einer bipolaren Störung und leben in Extremen.

    Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt – entweder sie sind extrem gut drauf oder die Welt droht unterzugehen: Menschen mit bipolarer Störung leben in Extremen.

    Die Dienststelle für Selbsthilfegruppen macht auf eine neue Initiative aufmerksam.

    Robert war 30 Jahre alt, als sein Leben eine seltsame Wendung nahm. Entweder der Bozner war extrem gut drauf, oder die Welt drohte unterzugehen.

    Phasenweise fühlte er sich so, als könne er Bäume ausreißen, zum Mond fliegen und ohne Fallschirm zurückkommen. Dann wiederum verfiel er in übertriebene Angstzustände, glaubte er würde vergiftet oder abgehört. Daraufhin strotzte er wieder vor Energie, war enorm selbstbewusst, unternehmungslustig, plante großspurige, völlig unrealistische Projekte. Er fühlte sich unbesiegbar.

    „In solchen Phasen habe ich manchen Blödsinn aufgeführt“, erzählt er schmunzelnd.

    Ihm war aber rasch klar, dass etwas nicht stimmte, dass diese enormen Stimmungsschwankungen nicht normal waren.

    Der Arzt stellte schließlich eine bipolare Störung fest.

    Die bipolare Erkrankung ist kein Phänomen unserer Zeit, sondern wurde bereits in der Antike von Hippokrates, Aristoteles und Platon beschrieben.

    Fachleute sprechen aktuell von 4000 Betroffenen in Südtirol. Ihr Gemütszustand schwankt zwischen Euphorie und Schwermut. Sie sind jedoch nicht etwa launisch, sondern ernsthaft krank.

    Auch Berühmtheiten wie der Maler Vincent van Gogh, Marilyn Monroe, Hollywood-Schauspielerin Catherine Zeta-Jones und der britische Pop-Star Robbie Williams leiden oder litten darunter. Ihnen, sowie vielen weiteren hochbegabten und kreativen Persönlichkeiten war, bzw. ist die „Berg-und-Tal-Fahrt“ der bipolaren Erkrankung vertraut: Phasen extremer Hochstimmungen mit großem Leistungsvermögen und Phasen extremer Traurigkeit und Verzweiflung wechseln einander ab.

    „Eine Bipolare Störung hat meistens massive Auswirkungen auf die Lebensqualität der Menschen. Die Stimmungsschwankungen werden oft von der Umwelt nicht verstanden und führen zu Problemen in Partnerschaften, in den Familien, am Arbeitsplatz und im sonstigen sozialen Umfeld,“ weiß Robert aus eigener Erfahrung. Inzwischen ist der Bozner über 40 und hat gelernt mit der Krankheit umzugehen.

    Seine Freunde und Familie sind sein soziales Netz, das ihn auffängt und ihm hilft.

    In einer Selbsthilfegruppe möchte er sich nun mit anderen Betroffenen zum gemeinsamen Erfahrungsaustausch zusammenfinden.

    Das Gründungstreffen der Selbsthilfegruppe „Achterbahn der Gefühle“ findet am 6. Mai um 18 Uhr im Zentrum von Bozen statt.

    Informationen gibt es unter der E-Mail bipolar.bozen@gmail.com oder bei der Dienststelle für Selbsthilfegruppen, Dr.-Streiter-Gasse 4, Bozen, Tel. 0471 312424, www.selbsthilfe.bz.it.

     

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    Kommentare (31)

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    • Alexa

      🙂 Der Song zum Artikel:

      Green Day — Basket Case

      http://m.youtube.com/#/watch?v=NUTGr5t3MoY

      🙂

    • dana

      Leiden viele Regierungspolitiker in Italien und Südtirol auch unter dieser Störung oder täuschen diese eine solche Störung andauernd nur vor?

    • Alexa

      @Dana 🙂 🙂 🙂

      Der war gut!
      Stimmt, so ein bipolarer BLUFF kann mitunter viele Türen öffnen …

      Die Liste derer, die sich dieses Tricks bedienen und sich bedient haben, wäre lang.

    • Andreas

      @Dana + Alexa
      Sollten Eure Kommentare lustig sein?

    • Verwunderlich

      jedem geht es gleich….

    • Peter.g

      Mir scheint das hier einige unter dem alten Krankheitsnamen „manisch-depressiv“ besser informiert sind. Auch deshalb weil bei Vielen psychische Krankheiten immer noch als solche wahrgenommen werden und die Betroffenen immer noch als Spinner oder Depperte abgestempelt werden und so aus der Gesellschaft ausgeschlossen werden.

      • Alexa

        @Peter.g

        Guter Kommentar.

        Fakt ist, dass die Bezeichnungen für so genannte psy. Erkrankungen im Wandel sind. Das ist aber nicht nur eine sinnleere Wortklauberei, sondern liegt daran, dass die Ursache der Erkrankungen und vor allem die individuelle Wirkung von „bitteren“ Pillen bislang nicht zur Geñüge erforscht bzw. geklärt worden sind.
        Es gibt derzeit keinen wissenschaftlich ernstzunehmenden Konsens in der Sache. Aber es tut sich was.

        • Andreas

          Die nach Deinen Worten „sinnleere Wortklauberei“ dient dazu, dass es in Zukunft weniger bescheuerte Kommentare wie Deine zu einer ernsthaften Krankheit gibt.
          Warum manche Medikamente bei Einem wirken und beim Anderen nicht, ist nicht ganz klar, trotzdem machen sie Sinn, das wirst Du aber nicht kapieren, was aber egal ist, solange Du Dir Deine erbärmlichen Kommentare sparst.

          Schreib bei Themen wo Du Ahnung hast, phsychische Krankheiten und Journalismus sind es anscheinend nicht.

          • Alexa

            Auweia.

            Da fühlt sich wohl einer auf frischer Tat ertappt.

            Das Multitalent Andreas, das überall mitreden kann. Meinen Segen hast du.
            Ich könnt dich mit ein paar Links auf Kurs bringen, aber dafür bin ich jetzt zu faul für. Echt jetzt! 🙂
            Hab was Besseres zu tun. Essen bei Messner & Co… 🙂

            • Andreas

              „Ich könnte Dich mit ein paar Links auf Kurs bringen….“

              Sorry, aber ich hab selten etwas deppaters gelesen.

              Du hast keine Ahnung von der Krankheit, schreibst irgendeinen Blödsinn, welcher lustig sein soll und nimmst an mit „ein paar Links“ und essen bei Messner & Co., wer immer Messner & Co. sind, mich zu beeindrucken? 🙂
              Schätzchen, vielleicht mit Argumenten, doch sicher nicht mit solchem sinnfreien Gelaber.

            • Alexa

              Schätzchen ist gut 🙂 Zwinker

              Nimm mich nicht ernst. Bin nur eine kleine Provokateurin. Like you – wie du.
              Die Yeticonnection ist Tribus, Messner, Durnwalder und so weiter. Weißt eh… 🙂 Damit will ich niemanden beeindrucken, das gestrige Abendessen hab ich nur vorgetäuscht grins.
              Wenn du dich mit dem wichtigen Thema psy. Erkrankungen auskennst, dann lass uns an deinem Wissen teilhaben uñd hör mit dem Geblödle auf!

          • Peter.g

            Andreas wenn du gute Adressen brauchst, habe ich durch die jahrelangen Behandlungen meiner Frau. Die reichen von Vorarlberg über das halbe Österreich, da sind die paar Psychiater in Südtirol nur als Randnotiz zu betrachten.
            Ich liebe meine Frau trotz der Krankheit, auch wenn deren Verwandtschaft mit dem Verlauf der wiederkehrenden Stimmungsschwankungen zum Teil den Kontakt mit ihr vermeiden bzw. abgebrochen haben.

            • Alexa

              Peter.g

              Das ist ein schönes Statement, welches Hoffnung macht.

            • Andreas

              @Peter.g
              Es zählt nicht wo, sondern wer die Behandlung durchführt. Und es gibt auch in Südtirol ausgezeichnete Psychiater und Psychotherapeuthen, auch wenn der Prophet im eigenen Lande anscheinend nicht zãhlt. Eine Lösung haben nicht Ärzte in Österreich oder Deutschland gefunden, trotz mehrmaliger Versuche bei verschiedenen, sondern Dr. Pycha.

          • Peter.g

            Ach komm Andreas ich brauche dir sicher nicht sagen wie bei uns Primariate vergeben werden.
            Auch ein Pycha in Bruneck wird schnell entlarft wenn man nur an den richtigen Stellen sprich Patienten nachfragt.
            Ein weiteres Beispiel dafür bin ich selbst. Leide an MS. Werde z.Z. von einem Primar in einem südtiroler Krankenhaus behandelt. Die Behandlung erfolgt ausschliesslich durch ihn weil er bestimmt welche Medikamente genommen werden müssen. Warum wohl? Wer denken kann ist im Vorteil.

            • Andreas

              Da in diesem Bereich Vertrauen zum behandelnden Arzt und seinen Behandlungsmethoden eine primäre Voraussetzung ist und dies öfters auch eine Frage der Sympathie ist, wùrde ich Aussage von Patienten mit Vorsicht geniesen.
              Ich habe die Behandlung von außen gesehen, da nicht ich betroffen bin, und es hätte wenige gegeben, welche unter diesen Umständen sich getraut hätten, eine solche Therapie einzusetzen, welche am Ende als einzige langfristig erfolgreich war.
              Ich teile nicht alle Ansichten von Dr. Pycha, doch in schwierigen bzw. fast aussichtslosen Situationen war er der EInzige der sich auch traute unkonventionellere Methoden vorzuschlagen und ev. auch anzuwenden.
              Keine Ahnung ob Du Kontakt mit ihm hattest, denke eher nicht, aber so wie ich es einschätze ist er, wenn man ihm vertraut, die letzte Hoffnung bei schweren Fällen und dort findet er meistens Wege.

            • Alexa

              Peter.g kann denken!

              Danke, Andreas für deine Offenheit. Tut gut.

            • Andreas

              @Alexa
              Dr. Pycha mit solchen nichtssagenden Kommentaren in Frage zu stellen zeugt nicht gerade von übermäßigem Denken, aber vielleicht täusche ich mich.

    • Yannis

      @Peter_g,

      nicht nur wirklich Betroffene, werden als „Spinner oder Depperte“ sondern auch oftmals auch
      ganz normale Menschen hingestellt, wenn sie als unbequemer „Mitwisser“ von Gesunden deren
      Machenschaften aufzudecken drohen. Siehe den Fall „Mollat“

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