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    Der Lichtblick

    lanz pan geldDie Zuversicht im verarbeitenden Gewerbe ist deutlich angestiegen und hat wieder das Vorkrisenniveau erreicht. 84 Prozent der Unternehmen erwarten für 2015 zufriedenstellende Erträge.

    Die Zuversicht im verarbeitenden Gewerbe ist deutlich angestiegen und hat wieder das Vorkrisenniveau erreicht. Die Konjunkturerhebung des WIFO – Institut für Wirtschaftsforschung der Handelskammer Bozen zeigt, dass 84 Prozent der Unternehmen im verarbeitenden Gewerbe für 2015 zufriedenstellende Erträge erwarten. Das ist der höchste Wert seit 2007.

    Die Frühjahrsausgabe des Wirtschaftsbarometers zeigt eine beachtliche Verbesserung des Vertrauens im verarbeitenden Gewerbe. Im laufenden Jahr erwarten sogar 84 Prozent der Unternehmen eine positive Ertragslage. Das Geschäftsklima hat somit wieder das Niveau vor der Wirtschaftskrise erreicht. Die Veränderung zum Vorjahr ist deutlich: Die Ertragslage im Jahr 2014 war nur für 76 Prozent der Unternehmen zufriedenstellend.

    HK-Präsident Michl Ebner

    HK-Präsident Michl Ebner

    Die Unternehmer/innen erwarten heuer eine positive Umsatzentwicklung, vor allem was das Auslandsgeschäft betrifft. Aus den Einschätzungen geht hervor, dass sich sowohl die betriebliche Wettbewerbssituation, als auch der Kreditzugang und die Investitionen stabil bleiben dürften. Die Anzahl der Unternehmen und die Beschäftigung haben schon im vergangenen Jahr wieder zugenommen. Nur die Zahlungsmoral der Kund/innen wird weiterhin bemängelt.

    Die Besserung der Ertragserwartungen betrifft fast alle Branchen des verarbeitenden Gewerbes. Besonders positiv ist das Geschäftsklima im Maschinen- und Anlagenbau und in der Nahrungsmittelproduktion, wo die Quote der Unternehmen mit positiven Erwartungen über 90 Prozent liegt. Weiterhin große Schwierigkeiten gibt es hingegen im Druckereisektor.

    Der Präsident der Handelskammer Bozen, Michl Ebner, freut sich über den wiedergefundenen Optimismus und unterstreicht die Wichtigkeit dieses Sektors: „Handwerk und Industrie werden für den Wirtschaftsaufschwung entscheidend sein. Deshalb sollten die Grundsätze des europäischen ‚Small Business Act‘ voll verwirklicht werden. Insbesondere braucht es bessere Rahmenbedingungen, damit die KMUs leichter an öffentlichen Ausschreibungen teilnehmen und stärker von den Möglichkeiten des europäischen Binnenmarktes profitieren können.“

    Das verarbeitende Gewerbe umfasst alle Tätigkeiten, welche mit der Herstellung von Waren verbunden sind, wie zum Beispiel die Produktion von Nahrungsmitteln, Textilien und Bekleidung, Holzgegenständen und Möbeln, chemischen und pharmazeutischen Erzeugnissen, Kunststoffwaren, Metallerzeugnissen, Maschinen, Geräten, Fahrzeugen usw.

    In Südtirol beschäftigt dieser Sektor circa. 36.000 Personen.

    Und so kommentieren die Vertreter der Wirtschaftsverbände die Daten :

    Claudio Corrarati, Präsident CNA-SHV 

    „Das Vertrauensklima entspricht dem Wunsch der Unternehmen auf Neustart. Wesentliche Kernpunkte wie der Steuerdruck und die bürokratische Vereinfachung bleiben aber ungelöst. Diese werden durch Optimismus nicht geändert.

    Gert Lanz, lvh-Präsident

    „Die wirtschaftliche Lage hat sich in einigen Sektoren erholt, andere kämpfen noch mit den Nachwehen der Krise. Nichtsdestotrotz dürfen wir mit Stolz sagen, dass sich das Handwerk als relativ krisenfest erwiesen hat. Wir mussten kaum Mitarbeiter/innen entlassen und konnten auch weiterhin Jugendliche ausbilden. Zu verdanken ist dies dem Einsatz der Unternehmer/innen, die langfristig planen und dabei auf ihre Stärken setzen: Ausbildung, Qualitätsbewusstsein, Innovation, Effizienz.“

    Stefan Pan, Präsident des Unternehmerverbandes Südtirol

    „Die Anstrengungen der letzten Monate haben sich gelohnt. Die Arbeitsmarkt- und die Steuerreformen auf nationaler und lokaler Ebene haben dazu beigetragen, das Vertrauen von Familien und Unternehmen wieder zu stärken und die Qualität der Beschäftigung durch die Umwandlung von prekären in unbefristete Arbeitsverträge zu verbessern. Nun gilt es, diesen Aufwind gemeinsam bestmöglich zu nutzen: die Politik, indem sie weiter an den Reformen arbeitet, die Unternehmen, indem sie weiter neue Märkte anpeilen und Arbeitsplätze schaffen, die Banken, indem sie die Betriebe in ihrem Wachstum unterstützen, und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, indem sie weiterhin unseren Unternehmen eine hohe Produktivität gewährleisten.“

     

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