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    Böse Überraschung

    Mitte April hat die Landesregierung neue, strengere Kriterien zur Wohnbauförderung erlassen. Diese gelten bereits ab dem 1. Mai. Viele Familien, die fest mit einen Landesbeitrag gerechnet haben, fallen plötzlich durch den Rost.

    von Heinrich Schwarz

    Im zuständigen Landesamt scheint man über die Vorgangsweise der Landesregierung nicht erfreut zu sein. „Es wird zu Problemen kommen“, sagt Martin Zelger, Direktor im Amt für den geförderten Wohnbau.

    Was ist passiert?

    Die Landesregierung hat am 14. April, zusätzliche Kriterien für die Genehmigung der Gesuche um Wohnbauförderungen beschlossen. Es betrifft die Landesförderungen beim Kauf oder Neubau einer Erstwohnung.

    Im Grunde sind die Anpassungen durchaus nachvollziehbar. Aber: Die Landesregierung hat keine Übergangszeit vorgesehen. Die neuen Kriterien gelten bereits ab dem 1. Mai 2015.

    Für viele Häuslebauer ist dies ein regelrechter Schock. Denn wer den Landesbeitrag in seiner Kostenrechnung für die Erstwohnung bereits eingeplant hat, nun aber die neuen Kriterien nicht mehr erfüllt, fällt plötzlich durch den Rost.

    Die Landesregierung hat drei konkrete Kriterien hinzugefügt:

    Erstens: Wird ein hypothekarisches Darlehen aufgenommen, muss die Familie ein Nettoeinkommen vorweisen, das über dem Lebensminimum liegt – auch wenn ein Bürge vorhanden ist. Zweitens: Wer seinen Eltern eine Wohnung abkauft, erhält ebenfalls keine Förderung mehr. Und drittens: Für die Gewährung eines Landesbeitrages sind mindestens 20 Punkte bei Kauf und 23 Punkte bei Neubau einer Wohnung erforderlich.

    Großes Unverständnis über die kurzfristige Einführung dieser Kriterien herrscht etwa in Lana. In der Burggräfler Gemeinde wurden in den letzten fünf Jahren fünf Wohnbauzonen ausgeschrieben. Die letzte im April 2014. An der Ausschreibung haben sich Familien beteiligt, die sich einer Förderung des Landes gewiss waren.

    Im März 2015 erfolgte dann die Zuteilung der Wohnungen. Gleichzeitig unterschrieben – wie üblich – alle Familien einen Vertrag mit dem Architekten. Sie gingen damit eine erste finanzielle Verpflichtung ein.

    Wenige Wochen später erfuhren die Familien, dass sie nun keinen Beitrag mehr erhalten. Der Grund: Die Landesregierung hat die Mindestanzahl von 23 Punkten für den Bau einer Erstwohnung eingeführt. Vier der 19 Familien liegen knapp unter diesem Wert. Bisher war keine Mindestpunkteanzahl nötig. Die Punkte waren lediglich ausschlaggebend für die Höhe des Beitrages, nicht aber für die grundsätzliche Gewährung einer Förderung.

    „Wir hätten uns vielleicht anders entschieden, wenn wir gewusst hätten, dass wir keinen Beitrag erhalten“, heißt es von einer der vier betroffenen Familien.

    Weil die neuen Kriterien bereits am 1. Mai in Kraft treten, geht sich die Gesuchstellung beim Amt für Wohnbauförderung nicht mehr aus. Denn offiziell um den Landesbeitrag ansuchen können die Häuslebauer erst, nachdem die Baukommission der Gemeinde das Ausführungsprojekt gutgeheißen hat. Vor dem Juni wird dies für die betroffene Wohnbauzone in Lana aber nicht der Fall sein. Zu spät also, um noch in die alte Regelung zu fallen.

    Sieht man sich den vorab errechneten Landesbeitrag der vier betroffenen Familien an, versteht man deren Ärger. Es geht um Beträge von 30.000 bis 50.000 Euro. Während die Landesregierung stets auf die eigene Planungssicherheit pocht, lässt sie viele Bürger nun im Regen stehen.

    Olav Lutz, zuständiger Gemeinderat für sozialen und geförderten Wohnbau in Lana, kümmert sich um die neue Wohnbauzone und die Bau-Interessenten. Er sagt: „Die vier betroffenen Familien haben nach jetzigem Stand keine Chance mehr, die notwendigen 23 Punkte zu erreichen.“ Und falls sie nun aussteigen, würden sie die Anzahlung an den Architekten verlieren.

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    Kommentare (48)

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    • linalu

      Sauerei!zuerst jeden furz fördern, und jetzt den mittelstand im regen stehen lassen!

      • Rick

        Ein Mittelstand, der sich als solcher bezeichnen will, muss imstande sein auf eigene Füße zu stehen, sonst muss er sich herabstufen lassen.

        • dana

          Südtirols Regierungspolitiker machen die Menschen mit hohen Auflagen abhängig.
          Dass die Bürger ohne diese Art von Politikern besser und billiger zurecht kommen würden ist unbestritten.

        • Nur eine Name

          Dafür müsste man die oberen 10.000 mit einer Steuerlast von 75% auf Einkommen und einer saftigen Abgabe auf Immobilienbesitz auf den „Mittelstand“ herunterstufen.
          Erst dann gibt es wieder einen „Mittelstand“ der ihre Forderung nach 100% Eigenfinazierung erfüllen kann…

        • Christine

          Wer bitte bezahlt die meisten Steuern? Der Mittelstand, bei dem ist am Meisten zu holen, und ausserdem faellt er ueberall durch den Raster. Wenn es so weitergeht wird es bald keinen Mittelstand mehr geben.

      • walter

        Siamo in Italia!!! Planungssicherheit ist ein Fremdwort!!!
        im AltoAdige brauchst das richtige Parteikarterl und Beziehungen damit was läuft, dann kannst du auch im Grünen bauen!! 🙂

      • iPinktl

        Leute die auf solche Beiträge angewiesen sind gehören sicher nicht zum Mittelstand. Mach dir nichts vor.

      • dulio

        @linalu, bitte definiere für uns in Zahlen Mittelstand, wo fängti dieser an und wo hört dieser auf.
        Dann diskutieren wir weiter.
        Fakt ist, wer sich die Wohnung nicht leisten kann, der soll und darf nicht in die Schuldenfalle getrieben werden, der soll in Miete gehen und den MIetbeitrag erhalten!
        Ist doch richtig so!

    • martin

      Rechtssicherheit nur für Pahl und Co.

    • goggi

      Man kann doch nicht in so kurzer Zeit diese Kriterien ändern.
      Ich kenne viele Junge Leute,die für dieses Jahr einen Neubau einer Wohnung
      gelant haben.
      Hier sieht man wieder,dass am Volk vorbeiregiert wird.
      Träume Junger Leute,die,die eigernen vier Wände geplant haben,in den Wind geschlagen werden.
      Dafür würde ich mich als sogenannte VOLKSPARTEI schämam.
      20 Punkte für den Kauf einer Wohnung ist massgeschneidertes Gesetz für Bauunternehmer und
      Immobilienmakler,die Ihre,zu Zeit unveräuserbaren,Wohnungen los werden wollen.
      Lobbyismus lässt grüssen.
      Leute, es kommen Wahlen,lasst es dieser Partei spüren wer hier das sagen hat.

    • Franz

      Dafür hlift man lieber Immigranten beim Sozialen Wohnbau.welche ja Punkte mäßig gegenüber einheimischern Familien meist im Vorteil sind ( überfüllte Wohnung mit 5 Kindern usw. ) da sich einheimische Familien die 5 Kinder ncht leisten können, haben sie meist das Nachsehen. bei der ertsen Einkommenstufe zu einer Sozialwohnung zu kommen.
      Dafür dürfen Einwanderer in Sozialwohnungn vom WOBI – Gemeinde mit einer O MIete wohnen und bekommen dafür 900 € bei der Steuererklärung rückerstattet.
      Während Mieter ( Rentner mit einer Mindestrente z.B ) von Privatwohnungen durch den Kamin schauen.

    • Diego V.

      Sämtliche Förderungen gehören gestrichen, nicht nur bei der Wohnbauförderung. Was nützen einem 30.000€ wenn die Wohnung dann auch 30.000€ mehr kostet und man den Spruch hört „Ihr bekommt ja eh ne Förderung“. Wichtiger wäre eine Reduktion der der Baukosten.

      • Markus

        Bin deiner Meinung was die Reduzierung der Baukosten betrifft. Natürlich sind die höheren Immobilien- und Grundstückspreise eine direkte Folge der großzügigen Förderungen.
        Deshalb müssen die Kriterien kurz über lang überarbeitet werden, damit man an einen Punkt kommt, dass nur mehr jene, die die Förderung nötig haben sie auch bekommen.

        Die Bauwirtschaft muss man ja nicht über diesen Umweg untertützen.

        Ob jetzt die 23 Punkte-Regelung, so kurzfristig umgesetzt, Sinn macht, lasse ich mal dahingestellt. Die anderen 2 Änderungen gehen meiner Meinung nach vollkommen in Ordnung.

    • Ungerechte Welt

      eine Förderung wenn man den Eltern eine Wohnung abkauft???

      Somit umgeht man doch zusätzlich auch noch die Erbschaftssteuer, oder?

    • lois

      Die rolle von olav lutz, der für die gemeine wohnbauberatung macht und gleichzeitig im dienste der raika steht wäre auch mal zu hinterfragen…

    • dana

      Wenn den Bürgern ausgewiesene Bauplätze zur Verfügung gestellt würden, dann gebe es diese Probleme in dieser Form nicht. Solange Bauträger „Narrenfreiheit“ genießen wird sich an den überteuerten und spekulativen Wohnungsmarkt nichts ändern.
      Theiner und die Raumplaner sind restriktiv, führen die Bevölkerung an der „Nase“ herum und verteuern den Wohnungsmarkt.
      Warum sind die Wohnungspreise, Baukosten,… z.B. in Österreich erheblich billiger?

    • Paul Nössing

      Diese Regierung gehört abgeschafft! Sie schafft immer mehr Probleme!

    • Gebi Mai

      Versuchten zum wiederholten Male, Angehörige der Landesregierung einen schlecht kopierten Schnellschuss gegen die eigene Bevölkerung? In Österreich kopiert und auf italienische Verhältnisse umlegen, scheitert öfters als es die Landesregierung wahrhaben will.

    • Inge

      Die Landesregierung bevormundet die Bürger und betreibt eine Hochpreispolitik nicht nur mit Wohnungen und Bauland.

    • Ignaz

      Der Mittelstand (mit Mercedes) hebt die Hand auf wie die gerade Eingewanderten.

    • martin

      Das Problem ist, dass vorher einfach JEDER einen Beitrag bekommen hat!
      Irgendwann und irgendwo muss man anfangen zu sparen. Dass es den Leuten jetzt nicht gefällt ist logisch.

    • Susi

      Südtirol baut und baut…..

    • Verwunderlich

      das man steuergelder bekommt… um den eigenen eltern…. die wohnung abzukaufen… die man so und anders erben würde.. grenzt doch tatsächlich an meinen Verstand…

    • guggu

      man könnte auch sparen, würden die bauern für den bau eines geschlossenen hofes samt urlaub auf dem bauernhof, hofladen usw. die erschließungskosten in der höhe von zirka 150.000 euro, je nach größe des gebäudes zahlen, so wie jeder private häuslbauer diese abgaben zahlen muss.
      aber nein ….. dem bauer der mit dem haus ja arbeitet und geld vedient wird dies alles geschenkt.

    • Inge

      Sieht so aus, dass Durnwalder der bessere Manager war, als die gesamte jetzige Landesregierung zusammen.

    • Gunti

      Als ich 1996 gebaut habe, damals war ich 25 Jahre alt, hatte ich Rennereien ohne Ende, alles musste ich angeben und abgeben und bis 1999 bin ich in das Amt gerannt….zum Ende habe ich keinen einzige Lira bekommen….es ging auch so, etwas habe ich daraus aber gelernt….Kein Beitrag ist auch ein Beitrag

    • hubert

      Ich frage mich ob Ihr alle auf den Kopf gefallen seid. Mittelstand gibt es ja fast nicht mehr. Das Problem sind nicht die Förderungen die eh nichts taugen, das Problem ist die Doppel- und Dreifachabzocke der Landesregierung und des Staates: Mwst. Erhöhung, Erhöhung der Steuern und Abgaben für den Arbeiter, Erhöhung der Gebühren. Da ist die Kompatschertruppe noch erfinderischer als die Luistruppe. Genauso ist es beim Bürokratieaufbau. Wenn das so weitergeht, dann brauchen sich die Herren bald nicht mehr zu wundern, wenn die sich nur mehr mit Polizeischutz auf die Staße gehen erlauben dürfen. Rechtssicherheit schaffen die Politiker der SVP nur für sich, da ist der Herr Renzler keine Ausnahme. Die Gelegenheit bei deren Spechstunden anwesend zu sein werde ich nutzen und das empfehle ich auch anderen Bürgern.

    • Klaus

      Wenn jemand aussteigt vom Bau einer geförderten Wohnung, übernimmt der der was einsteigt normalerweise die getätigten Spesen, also auch die Anzahlung an den Architekten……….außer es waren alles Sonderwünsche, die die einsteigende Familie nicht betrifft.

    • Peter

      Ich habe die letzten 20 Jahren 2 Wohnungen gekauft, hatte nie einen Beitrag nötig.
      Die Häuslebauer müssen jung anfangen zu sparen, warum soll denen eigentlich die Provinz
      einen Beitrag geben, dass diese dann eine Küche um 30.000 Euro kaufen ?

      • dana

        Dann dürfen sie auch GIS bezahlen.

      • Stephan Mair

        Schön für dich. Bleibt die Frage woher du deine Mittel hattest.
        „Reiche Eltern“, eventuell Bauern, oder kommst du vieleicht aus einer IPEA-Wohnungs-Familie raus, die wenig Miete zahlen mussten, aber dafür ordentlich Schwarz-Arbeiten waren.
        Hattest du geerbt, einen Gewinn im Lotto gemacht oder hast du einen gut dotierten Provinz-Job.
        Woher hattest du dein Startkapital…. sicher hast du es nicht mit, nennen wir es mal, einen normalen Arbeitergehalt geschafft.
        Es sei den du hattest eben zusätzlich eine der obige Bedingungen und brauchtest keinen Cent zum Leben.

        neugierige und durchaus auch neidische Grüße
        Stephan Mair

        • iPinktl

          Vielleicht hat Klaus ja auch nur gespart und viel gearbeitet?

          Soll auch Leute geben die sich dafür extra die Qual antun mehr als einem Job nachzugehen z.B. am Wochenende.

          Und ja, mit einem einfachen 8 Stunden Job und nebenher noch lauter unnützem Luxus konnte sich Klaus die beiden Wohnungen vermutlich nicht finanzieren. Das hast du sehr richtig erkannt.
          Ich würde deswegen aber nicht von vornherein ausgehen das jemand in irgend einer Weise begünstigt war.

      • iPinktl

        Viele Leute verpulvern ihren Lohn wortwörtlich.
        Manchmal täte es auch das etwas günstigere Smartphone, Auto, Kleidung, Sportartikel, Urlaub…….

        Und eine Wohnung wäre dann auch noch schön.

    • Herbert

      Diese Landesregierung lässt kein Fettnäpfchen aus und tritt überall hinein.
      Ist diese Landesregierung so „blöd“ oder tut sie nur so?

    • moogli

      Wenn in unserer Provinz die Wohnungspreise so hochgeschossen sind, ist dies auch die Schuld der großzügigen
      Unterstützungen seitens unserer Landesämter. Überall soll gespart werden, dann soll man endlich mal anfangen
      konkret zu werden!

    • dulio

      An den Kommentaren merke ich hier, dass sich 99% nicht mit der Thematik auseinander gesetzt haben!

      Oberflächlichkeit pur sonst nix!
      Traurig diese Besserwisser Gesellschaft!

    • peter

      Liebe Leute, macht Euch mal Gedanken, wo es den eine staatliche Förderung für Häuslebauer gibt ?
      Frage….. beantwortet nirgends….Möchte niemanden zu nahe treten, aber die jungen Menschen bei uns,
      verzichten auf NICHTS,muss schmunzeln, sobald ich Einträge auf Facebook sehe .. wo die leiben Leute überall waren, in der Zwischenzeit sollten die “ Alten“ die Raten bezahlen…. muss auch lachen, wenn ich eine Frau sehe/beobachte..mit den Wissen was diese Arbeit ausführt… mit einer Louis Button – Tasche zu 1200,00 Euro, ja sicher
      bin bis heute mit beiden Füssen am Boden geblieben… diese Häuslebauer verstehe ich trotzdem nicht.
      Würde keinen einen 1 Euro als Beitrag überwiesen die sollen am Boden bleiben….

    • Zahlender

      Das Problem ist ja nicht, das man hiermit die Förderungen eingestellt hat. Ganz im Gegenteil, es wird mehr den je gefördert, egal ob Wohnbau, Sozialbonus, Renzibonus, Kinderbonus, usw. – wieso sollten die Immobilien also günstiger werden? Das Problem ist einmal mehr, dass man in Sozialstaaten jedem Tunixgut alles in den Arsch schiebt. Als alleinstehender 1.600-netto-Verdiener in diesem Land ist man das Arschloch schlechthin, denn man zahlt für jeden ohne je etwas davon zu bekommen. Und dieses Punktesystem ist einmal mehr der Beweis dafür!

    • peter

      Nochmals…. vielleicht zum letzten Mal.
      In meiner Nachbarschaft wohnt eine Familie
      fahren drei “ 3 “ Nobelkarossen,der Sohn studiert
      bitte erklärt mir mal wie das eigentlich geht, sind
      wird denn alle BLÖD…… welche Beträge erhalten
      den diese Menschen ….? Wie geht das ?

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