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Die Chiku-Expertise

Die Chiku-Expertise

Michele Capasso, renommierter Veterinärmediziner aus Neapel, wird den Ultner Savannah-Kater Chiku an diesem Wochenende begutachten.

von Karin Gamper

Als die TAGESZEITUNG Online Michele Capasso telefonisch erreicht, befindet sich dieser gerade in seiner Tierklinik am Stadtrand von Neapel. Der Veterinär ist auf Exoten spezialisiert und zurzeit auch in Südtiroler Mission unterwegs.

Im Auftrag des Bozner Staranwaltes Flavio Moccia wird der renommierte Veterinärmediziner an diesem Wochenende den Savannah-Kater Chiku untersuchen. Der Experte soll feststellen, ob Chiku ein Serval ist oder ob es sich bei dem Tier aus St. Pankraz um einen Hybriden – also um eine Kreuzung mit einer Hauskatze – handelt. In diesem Fall wäre es ein Savannah-Kater, wie bereits allenthalben gemutmaßt wird.

„Ich werde Chiku am Freitag oder am Samstag begutachten“, bestätigt Michele Capasso. Bei der Untersuchung soll ausgeschlossen werden, dass Chiku ein reinrassiger Serval ist. Servals gelten als Wildtiere. Sie sind potentiell gefährlich und vom Gesetz nicht zur Haltung in einem Haushalt zugelassen. „Nur Zoos, Zirkusse oder Labors erhalten Sondergenehmigungen“, erklärt Capasso die rechtliche Lage.

Aufgrund der bislang begutachteten Fotos geht Michele Capasso allerdings davon aus, dass es sich bei Chiku um einen Savannah-Kater handelt. „Von diesen Hybriden gibt es mehrere“, erklärt der Experte, „mit der Kreuzung zwischen Servals und Hauskatzen wurde in den 1960er Jahren in den USA begonnen“. Seither sei diese exotische Hauskatzenrasse domestiziert worden. „Diese Tiere fallen daher auch nicht unter das gesetzliche Verbot und können problemlos zu Hause gehalten werden“, so Capasso.

Die eindeutige Zuordnung Chikus könnte allerdings etwas länger dauern. Und sie könnte teuer werden. Denn Capasso wird neben einer äußeren Visite des Tieres weitere Untersuchungen vornehmen müssen, um einen lupenreinen Herkunftsbeweis zu erbringen. „Dafür sind neben einer ersten morpheologischen Visite auch genealogische Analysen nötig“, erklärt Capasso. Diese möchte er – sofern nötig und vom Gericht zugelassen – ebenfalls bald durchführen. Dafür muss Chiku Blut entnommen werden. Aber Capasso dämpft allzu hohe Erwartungen: „Das Ganze geht sicher nicht so schnell, auch weil es wenige Labors gibt, die solche Untersuchungen durchführen“.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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