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    Die SEL-Bilanz

    Die SEL-Bilanz

    Die Energiegesellschaft SEL hat das Geschäftsjahr 2014 mit einem Gewinn von 74 Millionen Euro abgeschlossen. Die Daten und Fakten.

    Der Präsident der SEL AG, Wolfram Sparber, hat am Mittwoch, 22. April, gemeinsam mit Generaldirektor Albert Stuflesser sowie Finanzdirektor Paolo Vanoni die positive Bilanz 2014 der SEL Gruppe in einer Pressekonferenz vorgestellt.

    Trotz eines weiterhin herausfordernden Marktumfelds schloss die Unternehmensgruppe das Geschäftsjahr 2014 mit einem Gewinn von 74 Millionen Euro, das entspricht einem Zuwachs von 20 Prozent im Vergleich zu 2013. Die Erträge aus Verkäufen und Leistungen liegen bei 672 Millionen Euro (+8 % zu 2013), das EBITDA bei 162 Millionen Euro (+9,5 %). Die Nettoverschuldung konnte weiter verringert werden, um rund vier Prozent auf 67,4 Millionen.

    Der nationale Durchschnittspreis für Energie (PUN) ist im vergangenen Jahr auf das tiefste Niveau seit zehn Jahren gesunken, dennoch, so betonte Generaldirektor Albert Stuflesser war in den Geschäftsfeldern Produktion, Verkauf und Verteilung der SEL Gruppe ein deutlicher Wachstumskurs erkennbar: Die Stromproduktion in den zur Unternehmensgruppe gehörenden Wasserkraftwerken ist um rund 15 Prozent angestiegen und lag bei 2,7 TWh, die entsprechenden Erträge lagen im Vergleich zu 2013 um rund 12 Prozent höher. Die Erträge im Verkauf von Strom und Erdgas lagen um rund 5 Prozent höher, jene des Bereichs Verteilung von Strom und Erdgas konnten um 7,5 Prozent gesteigert werden. Die Anzahl an Strom- und Erdgaskunden ist um rund 13 Prozent auf 54.000 angestiegen. Das gesamte Strom-Portfolio beläuft sich auf 5,7 TWh und weist damit eine Steigerung von 14 Prozent auf. Einzig die Fernwärme musste ein Minus hinnehmen, was hauptsächlich auf die milden Temperaturen im Jahr 2014 zurückzuführen ist.

    Mehrwert und Investitionen

    In der Bilanz 2014 der SEL Gruppe sticht insbesondere der für Südtirol erwirtschaftete Mehrwert von 141 Millionen Euro hervor. Dieser zeigt sich unter anderem in Form von Steuern, Personalkosten, Umweltgebühren, Aufträgen an lokale Firmen und der kostengünstigen Energie für Familien. Innerhalb von drei Jahren konnte SEL somit einen Mehrwert für das Territorium von rund 395 Millionen Euro generieren. Hinzu kommen die von der SEL Gruppe getätigten Investitionen, die sich im Jahr 2014 auf insgesamt 37 Millionen Euro belaufen. Damit wurden sowohl die Anlagen, Stromnetze und Erdgasleitungen modernisiert und erneuert als auch wichtige Instandhaltungsarbeiten durchgeführt. Ein großer Teil floss außerdem in den Bau von neuen Kleinwasserkraftwerken, die das Restwasser bereits bestehender Anlagen nutzen und in den Ausbau des Bozner Fernwärmenetzes. SEL-Präsident Wolfram Sparber verwies darauf, dass bereits seit einigen Jahren große Summen in die Infrastrukturen und die Kraftwerke der SEL Gruppe investiert werden, um eine sichere und effiziente Versorgung Südtirols mit nachhaltiger Energie gewährleisten zu können.

    Rückblick und Ausblick

    Anlässlich der Bestätigung des Verwaltungsrats der SEL AG durch die Landesregierung, gab SEL-Präsident Sparber in der heutigen Pressekonferenz auch einen kurzen Rückblick auf die vergangenen drei Jahre, in der die SEL Gruppe kontinuierlich gewachsen ist und ihre Position auf dem Markt ausbauen konnte. So konnten durch einen offenen Dialog und Kooperationen langjährige Konflikte mit den Stadtwerken Brixen, der Vinschgauer Energiekonsortium Genossenschaft sowie den Eisackwerken beigelegt werden. Die SEL Gruppe bemüht sich außerdem um Dialog mit der Bevölkerung und den Kunden, etwa durch Energieberatungen in den Gemeinden, durch die Öffnung der Anlagen für öffentliche Besichtigungen, oder durch eine klare Tarifstruktur und günstige Energiepreise. Eine Steigerung der Kundenanzahl von 118 Prozent innerhalb von vier Jahren zeigt, dass SEL mit dieser Strategie auf dem richtigen Weg ist.

    SEL-Finanzdirektor Paolo Vanoni sprach über die Entwicklung im laufenden Geschäftsjahr und die nächsten Etappen im Fusionsprozess zwischen SEL und AEW. Demnach könnte der Zusammenschluss der beiden Energieunternehmen Anfang Juli erfolgen. Dann stellt die neue Gesellschaft eine bedeutende wirtschaftliche Realität auf nationaler Eben dar und wäre italienweit eines der größten Energieunternehmens im Bereich

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    Kommentare (9)

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    • Puschtrabui

      Der Bilanzüberschuss wir der Sel wohl nicht reichen, wenn die Klage vom Finanzamt eintrudelt, die behauptet, Steuerbetrug bei den Fusionsmachenschaften getrickst zu haben

    • walter

      Da freut sich der Südtiroler Stromkunde wenn er der SEL zu einem schönen Gewinn verhelfen darf!!!!
      Auf günstigeren Strom oder mehr als 3KW können wir dann weitere 100 Jahre warten???

    • checker

      Den günstigen Strom wird es nicht geben, es sei denn man setzt endlich eine Dezentralisierung des Stromsystems in Südtirol durch. Auf Skonti zu hoffen ist dermassen naiv, dass dies nur vollkommene Laien einfordern können. Eine Firma hat schon gesetzlich gegenüber ihren Aktionären für steigende Gewinne zu sorgen und die erzielt man nicht durch tiefere Preise. Schon gar nicht wenn man die Monopolstellung hat. Und Investitionen sind von grossen Konzernen auch nur spärlich gekommen, siehe ENEL-Netzausbau.

      • dulio

        Perfekt analysiert! Genau so ist es.
        Die Gewinne der SEL gehen ans Land und viele Projekte welche vom Landestopf aus finanziert werden, werden genau mit diesem Geld finanziert.

        Fakt ist, dass ein niedriger STrompreis nur denen dient, welche sehr viel STrom verbrauchen.
        Für uns klein Kunden würde vielleicht mal 50-100 Euro im Jahr rausschauen.
        Ich für mich bin nicht bereit für 100 Euro Gewinn im Jahr großen Stromfressern ihre Gewinne zu maximieren!
        So schauts aus!

    • Arnold

      Warum werden die Gewinne nicht an die Kunden weitergegeben wenn es eine Landesgesellschaften ist?S..bande…..

    • Franz

      Die Gewinne durch die Fusion zwischen Hydropower und ENEL wurden bereits in Form von Umweltgelder an die Gemeinden weitergegeben, bzw. werden noch ausbezahlt ( 380 Millionen € )Und das mit der Strompreisreduzierung dürfte nicht so einfach sein.
      Da der Strompreis primär vom Netzbetreiber Terna-sprich Strombörse gestaltet wird..
      Und ein Unternehmen wie die SEL-AG kann sich wohl kaum leisten bei Strommangel den Strom von außerhalb Südtirols zu zukaufen um dann den Strom zu einen günstigeren Preis weiter zu geben.

    • bergbauer

      die Wasserkraft gehört uns allen,nicht dem land,nicht privaten sonern uns allen,auch die mit dem als öffentlich geltendem wasser gehören uns allen…..nicht der svp….

    • Franz

      bergbauer
      Und sollte Deiner Meinung nach, ein Bergbauer diese Wasserkraft verwalten.
      Und was würde der bergbauer machen , wenn einmal wegen Wassermangel ( wie z.B in Wintermonaten ) Strom von außerhlab Südtirol zu gekauft werden muss.
      Die Umweltgelder ( die 380 Millionen ) werden auch nicht nach Parteiangehörigkeit verteilt, wenn ich mich nicht ganz teusche.

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