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    Skeptische Handwerker

    Thomas Pardeller

    Thomas Pardeller

    Der Verband für Handwerk und Dienstleister in Südtirol steht dem geplanten Freihandelsabkommen TTIP sehr skeptisch gegenüber.

    Kritisch sieht der Wirtschaftsverband für Handwerk und Dienstleister das geplante Freihandelsabkommen, das noch innerhalb 2015 zwischen den USA und der Europäischen Union (TTIP) abgeschlossen werden soll. Mit einer Unterschriftenaktion, die im Rahmen der Landesversammlung vorgestellt wurde, macht der Verband auf drei kritische Punkte aufmerksam.

    Täglich werden zwischen Europa und den USA Waren und Dienstleistungen im Wert von rund 2 Milliarden Euro ausgetauscht. Durch ein Transatlantisches Freihandelsabkommen (TTIP) sollen zahlreiche Handelshürden fallen und damit das Wirtschaftswachstum in den Teilnehmerstaaten belebt, die Arbeitslosigkeit gesenkt und das Durchschnittseinkommen der Arbeitnehmer erhöht werden.

    „Allerdings sollte auch klar sein, dass die durch das TTIP entstehenden Möglichkeiten nicht nur dem universellen Profit einiger weniger Megakonzerne dienen sollen, sondern vor allem das Wohl der Menschen und Konsumenten geschützt werden muss“, unterstrich lvh-Direktor Thomas Pardeller.

    Konkret machte er auf drei Punkte aufmerksam, die für die lokalen Kleinbetriebe negative Auswirkungen haben könnten. Dazu zählen der sogenannte Investitionsschutz, der eine unverhältnismäßige Bevorteilung ausländischer und großer Konzerne zur Folge hätte, die Absenkung der Standards, was z.B. im Bereich der Ausbildung große Einbußen bedeuten könnte, und die regulatorische Kooperation. Diese ermöglicht, dass Gesetzesvorhaben eng mit Lobbygruppen abgestimmt werden, ohne dass nationale Parlamente rechtzeitig einbezogen werden können und zwar aus dem Grund der Vermeidung von eventuellen Schiedsklagen.

    „Durch die einseitige Lockerung der Spielregeln dürfen nicht die lokalen Kreisläufe von Wirtschaft und Finanzwesen ausgehebelt und durch einen profitorientierten anonymen Globalplayer ersetzt werden. Also Fortschritt und Einwicklung ja, aber kein blindes Vertrauen ohne demokratische Kontrolle und Transparenz“, betonte Pardeller.
    Südtirols Wirtschaftstreibende drücken ihren Unmut gegen das Freihandelsabkommen mit einer Unterschriftenaktion aus, die im Rahmen der Landesversammlung vorgestellt wurde. Landesweit werden die Unterschriften der Handwerksbetriebe gesammelt und anschließend an die EU-Parlamentarier übergeben.

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    Kommentare (67)

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    • Vingscher

      Manche Aussagen Pardellers sind schlichtweg falsch und zeugen von seinem Unwissen.

      Im Folgenden werde ich versuchen, dies systematisch aufzuzeigen. Beginnen möchte ich dabei mit seinem Zitat:

      „Allerdings sollte auch klar sein, dass die durch das TTIP entstehenden Möglichkeiten nicht nur dem universellen Profit einiger weniger Megakonzerne dienen sollen, sondern vor allem das Wohl der Menschen und Konsumenten geschützt werden muss“

      Was Herr Pardeller suggeriert ist, dass es in erster Linie die Konsumenten sind, die negativ vom Freihandelsabkommen betroffen werden. Dies ist schlichtweg falsch, die Konsumenten werden insgesamt am meisten profitieren! Denn das Freihandelsabkommen verstärkt den Wettbewerb, welches wiederum die Macht der Konsumenten stärkt. Ein höherer Wettbewerb bedeutet, dass die Konsumenten im Durchschnitt zwischen mehreren Anbietern wählen können, was ihren Nutzen erhöht. Was passieren wird ist, dass der stärkere Wettbewerb die Macht der Unternehmen schwächt. Denn es wird zu einer Verschiebung der Macht weg von den Unternehmen und hin zu den Konsumenten kommen. Da die einheimischen Unternehmen den Wettbewerb fürchten, versuchen sie das Abkommen abzuwenden. Somit darf man Pardeller auch nichts Schlechtes vorwerfen, alles was er versucht ist gegen das Abkommen Stimmung zu machen und damit die Unternehmen zu schützen, die er vertritt. Und dafür ist er ja schließlich angestellt. Zynisch-genial finde ich, dass Pardeller gegen Lobbyismus wettert und schließlich erwähnt, dass er eine Unterschriftssammlung von Südtirols Wirtschaftstreibenden an die EU Parlamentarier überreichen wird mit dem einzigen Zweck diese zu seinen Gunsten zu beeinflussen. Einfach teuflisch dieser Pardeller 🙂

      Einen inhaltlichen Punkt möchte ich noch erwähnen, Herr Pardeller behauptet, dass der Investitionsschutz „eine unverhältnismäßige Bevorteilung ausländischer und großer Konzerne zur Folge hätte“. Wie soll denn das bitte funktionieren? Ich glaube Herr Pardeller hat nicht verstanden was Investitionsschutz im Sinn des TTIP überhaupt ist. Es handelt sich dabei um ein Abkommen zwischen Staaten, welches ausländische Investitionen vor Enteignung schützt. Da das Rechtssystem der europäischen Staaten jedoch bereits den Schutz von Eigentum vorsieht und europäische Staaten über Rechtssicherheit verfügen, spielt staatliche Enteignungen keine wirkliche Rolle. Die meisten volkswirtschaftlichen Studien haben auch gezeigt, dass der Investitionsschutz in „industrialisierten“ Staaten wenig bis keinen Effekt hat, im Gegensatz zu den sogenannten Entwicklungsländern. Der Passus zum Investitionsschutz wird vermutlich nur vollständigkeitshalber in das Abkommen mitaufgenommen, da dies anderen gegeben Standards entspricht. Wie der Investitionsschutz eine unverhältnismäßige Bevorteilung ausländischer und großer Konzerne mit sich bringt muss mir Herr Pardeller erst noch erklären, aber wahrscheinlich werden ich auf eine Erklärung wohl ewig warten.

      Weiterhin einen schönen Sonntag euch allen.

      • Hannes

        Meihnen sie das jetzt ernst ? Haben sie sich TTIP schon mal genau angeschaut ? So Demokratie ist ihnen schon ein Begriff ?

        • Vingscher

          Wie meinen Sie das? Ich kenne die Eckpunkte, welche das Abkommen enthalten soll, aber da über den genauen Text noch verhandelt wird und dieser somit weder fertiggestellt noch öffentlich zugänglich ist, kenne ich die Einzelheiten nicht. Wissen Sie etwa über den genauen Inhalt Bescheid?

          Und warum mir soll mir Demokratie kein Begriff sein? Halten Sie mich für undemokratisch? Oder halten Sie TTIP für undemokratisch?

          Weiterhin einen schönen Sonntag.

          • Anderer

            Sehr geehrter Herr Vinschger,
            wenn TTIP so ein Segen für die Verbraucher ist dann frage ich mich weshalb sich quer durch allen Schichten und sogar die Verbraucherschutzorganisationen Skepsis dagegen äussern. Wenn doch alles so super ist?

          • Andreas

            @Vinschger
            Jeder Konsument ist auch ein „Produzent“, es scheint als würden Sie hier etwas zu kurz denken.

            Der Investitionsschutz soll vor privaten Gerichten ohne Recht auf Einspruch oder Rekurs von Seiten des Staates bzw. darf dieser auch nicht klagen, durchgesetzt werden.
            Setzt der Staat ein Rauchverbot im z.B. Auto durch, kann die Tabakindustrie auf entgangene Gewinne klagen, das können Sie doch nicht ernsthaft befürworten.

            Die Staaten würden sich hüten innovative Gesetze zu verabschieden, da immer jemand schon Gewehr bei Fuß steht um zu klagen.
            Wenn es nichts geben würde, bilden sich schnell Unternehmen welche klagen.
            In den USA hat sich schon eine Industrie gebildet, deren einziges Geschäftsfeld das ist, nach dem Verabschieden des Abkommens gegen Europas Staaten zu klagen.

            Manche Regelungen sind in den USA sicher besser, doch in der Summe sehe ich mehr Vorteile als Nachteile.

            Nebenbei gibt es grundsätzliche Differenzen, welche kaum auszuräumen sind, in Europa wird ein Produkt getestet und zugelassen bevor es auf den Markt kommt, in den USA kann jeder ein Produkt auf den Markt bringen und bei Fehlfunktionen wird fleißig geklagt.

            • Vingscher

              @Andreas
              Vielleicht war ich in meinem obigen Text zu ungenau bzw. habe ein zu grossen volkswirtschaftliches Wissen vorausgesetzt. Deshalb zuerst eine grundsätzliche Unterscheidung. Es gibt Produzenten, also Individuen welche produzieren und Konsumenten, also Individuen welche konsumieren. Die Produzenten unterscheiden sich in Arbeitgeber also Unternehmer und Arbeitnehmer also Arbeiter und Angestellte. Unter der Annahme von Vollbeschäftigung ist Deine Aussage „Jeder Konsument ist auch ein Produzent“ also korrekt. Nur habe ich mich in meinem obigen Text auf die Unternehmer also Arbeitgeber bezogen und nicht die Produzenten im Allgemeinen angesprochen. Deshalb ist meine obige Argumentation weiterhin korrekt, denn der durch das Abkommen induzierte Wettbewerb verringert die Preise und damit den Unternehmensgewinn. Der Wettbewerber trifft somit in erster Linie das Einkommen des Unternehmers und nicht das Einkommen des Arbeiters. Die Konsumenten, egal ob Arbeitgeber oder Arbeitnehmer, profitieren von den niedrigeren Preisen, da sie sich, aufgrund der niedrigeren Preise, mehr oder bessere Produkte leisten können. Die Konsumenten, welche Unternehmer sind, erleiden zudem einen negativen Einkommensschock, da die Unternehmensgewinne sinken und die Arbeitgeber damit weniger Einkommen zur Verfügung haben. Ob der negative Einkommensschock den positiven Preisschock überwiegt ist unklar. Letztlich wird jedoch der Konsument vom Abkommen profitieren und nicht, wie Herr Pardeller behauptet, verlieren.

              Nun zum Investitionsschutz: Die Idee des Investitionsschutzes ist in erster Linie Investitionen zu schützen, historisch gesehen sollten Investitionen vor allem vor staatlicher Enteignung geschützt werden. Während dieser Schutz in manchen Ländern durchaus noch sinnvoll ist, ist der Investitionsschutz in Industriestaaten von weitaus subtilerer Natur. Stell Dir vor ein Südtiroler Unternehmer möchte seine Produkte (z.B. Speck) in den USA vertreiben. Da es nicht möglich oder zu teuer ist den Speck direkt in USA zu liefern, entscheidet sich das Unternehmen eine Produktionsstätte in den USA zu eröffnen. Nehmen wir nun an das Unternehmen investiert folglich 10 Millionen in eine neue Produktions- und Vertriebsstätte in den USA. Die Produktionsstätte wird zeitlich fertiggestellt und der Verkauf läuft an, soweit alles wie geplant. Jedoch ein Jahr nach der Eröffnung wird in den USA ein Gesetzt erlassen, welches den Verkauf von geräuchertem Fleisch aus gesundheitsgründen verbietet. Das Südtiroler Unternehmen muss seinen Vertrieb schliessen und seine Investitionen waren umsonst. Wäre nun eine Entschädigung für diesen Unternehmer angebracht? Ganz egal ob wir der Meinung wären eine Entschädigung wäre angebracht oder nicht, welches Gericht ist denn für diese Frage zuständig? Ein Amerikanisches oder vielleicht ein Europäisches? Oder ein übergeordnetes um einen Bias zu vermeiden?

              Ich sage damit nicht, dass ich für ein Gericht bin, welches die Momentan in den Medien diskutierte Form annimmt, sondern möchte mit dem Beispiel aufzeigen, dass wir selber darüber nachdenken sollten und nicht inhaltlich falschen Argumentationen von Interessensvertretern, wie z.B. jenen von Pardeller, folgen müssen.

        • Dana

          Immer mehr Svp – Funktionäre verwickeln sich in Widersprüche. Dorfmann ist für TTIP und einige andere sind jetzt vor den Wahlen dagegen.

      • Maex

        „Der Passus zum Investitionsschutz wird vermutlich nur vollständigkeitshalber in das Abkommen mitaufgenommen, da dies anderen gegeben Standards entspricht.“

        Sehr schlüssig, diese Annahme…

      • Maex

        Und die restlichen Ausführungen scheinen mir generell etwas arg verkürzt und vereinfachend zu sein.

        Ob und inwieweit die Modellrechnungen aufgehen, welche zu mehr oder weniger verheißungsvolle Wachstumsraten auf beiden Seiten kommen, ist nicht nur unter Berücksichtigung der Effekte anderer Freihandelsabkommen fraglich.
        Neuere Studien kommen gar zu negativen Szenarien (unter anderem dazu, dass es zu einem weiteren Transfer von Arbeits- zu Kapitaleinkommen kommen wird…), indem sie mehr handelsumleitende Effekte miteinbeziehen; was dann wiederum die Frage nach möglichen geopolitschen Folgen aufwirft, und auch Fragen grundsätzlicher Natur, ob z.B. jene, die sowieso schon am kürzeren Ende sitzen, generell immer in die Zuschauerrole verbannt werden müssen, und bestenfalls auf Brosamen hoffen dürfen?

        • Vingscher

          Deine Aussage „die restlichen Ausführungen scheinen mir generell etwas arg verkürzt und vereinfachend zu sein.“ ist richtig, falls Du meinen Beitrag als Beurteilung des TTIP als Ganzes betrachtest. Dies war allerdings nicht meine Absicht und soll auch nicht so verstanden werden. Mein primäres Ziel ist/war es aufzuzeigen, dass die Aussagen Pardellers falsch sind.

          • Maex

            Bei der Verfolgung deines primären Zieles hast du dich aber wiederum auf eine Reihe von Annahmen gestützt, die in einem apodiktischen Ton vorgetragen, jeder Grundlage entbehren.

            • Vingscher

              Mit dem „apodiktischen Ton“ bin ich einverstanden, dass ich mich auf eine Reihe von Annahmen stütze die sich „jeder Grundlage entbehren“ stimmt nicht, oder muss zumindest bewiesen werden.

            • Maex

              Klar, gemeint war, dass Aussagen in einem apodiktischen Ton vorgetragen ihrer Grundlage entbehren.

              „Die Konsumenten werden insgesamt am meisten profitieren!“

              Was wenn z.B. die Arbeitsplatzverluste größer sind, als die neu entstehenden Jobs?
              Was wenn eventuell entstehende Einkommensverluste fallende Preise nicht annähernd kompensieren?

              Ein solcher Satz ist meiner Ansicht nach schon grenzwertig, da niemand nur Konsument ist bzw. es gerade auf einem solchen komplexen und spekulativen Feld weder sinnvoll noch zielführend ist, jemanden alleine in diesem Lichte zu betrachten.

            • Vingscher

              Einverstanden, die Aussage basiert auf der Annahme, dass sich sowohl die Beschäftigung als auch die Löhne nicht verändern werden. Wie realistisch diese Annahme ist steht natürlich zur Debatte. Damit meine Aussage nicht stimmt muss es entweder zu Lohnsenkungen oder Beschäftigungsabbau kommen und die dadurch entstehenden negativen Einkommenseffekte die positiven Preiseffekte übersteigen.

              Zwar müsste man wahrscheinlich länger darüber nachdenken, aber was mir spontan dazu einfällt ist folgendes: Innerhalb der europäisch-amerikanischen Volkswirtschaft ist eine geografische Umverteilung von Arbeitsplätzen wahrscheinlich, damit wird es Regionen mit Beschäftigungsaufbau aber auch Regionen mit Beschäftigungsabbau geben, folglich wird es regionale Gewinner und Verlierer geben.

              Die wichtige Frage ist jedoch die Entwicklung der gesamtwirtschaftlichen Wohlfahrt. In unserem Fall also die Frage ob es gesamtvolkswirtschaftlich einen Abbau von Beschäftigten geben wird. Mir fallen dazu zwei Gründe ein warum ein Abbau von Beschäftigten theoretisch auch gesamtvolkswirtschaftlich möglich ist. Zum einen könnte es sein, dass die Verlagerung von Arbeitsplätzen schneller erfolgt, als Anpassungen auf dem Arbeitsmarkt, spricht die Arbeitsplatzmobilität ist zu gering um die Arbeitsplatzverlagerung simultan auszugleichen. Dieser Effekt dürfte jedoch eher temporärer Natur sein und die Beschäftigung langfristig nicht senken. Zum anderen denke ich, dass sich zwischen konkurrierenden Unternehmen innerhalb der europäisch-amerikanischen Volkswirtschaft, das produktivere Unternehmen letztlich durchsetzen wird und wir insgesamt einen Anstieg an Produktivität erleben werden, ceteris paribus sollte dies die Beschäftigung senken.
              Letztlich denke ich jedoch, dass die Beschäftigung insgesamt nicht ab- sondern zunehmen wird. Die positiven Terms-of-Trade Effekte, welche die Unternehmen innerhalb der europäisch-amerikanischen Volkwirtschaft relativ zum Rest der Welt erfahren dürften, sollte die Beschäftigung stärker steigen lassen als der Produktivitätsgewinn die Beschäftigung sinken lässt.

              Damit stehe ich weiterhin hinter meiner Aussage und behaupte weiterhin, dass die Aussagen von Herrn Pardeller falsch sind. Falls Du aber Argumente hast, warum meine Aussage nicht, und/oder die Aussage von Herrn Pardeller stimmen sollte , lasse ich mich gerne überzeugen.

            • Maex

              Ich habe den Artikel überflogen, und finde auch Pardellers Aussagen, so wie sie hier wiedergegeben sind, nur begrenzt schlüssig.
              Im Generellen scheint er die Sorge ansprechen zu wollen, dass Kleine leichter unter die Räder kommen könnten. Diese Sorge scheint nicht ganz unbegründet zu sein, und ist auch außerhalb eines wirtschaftstheoretischen Diskurses auf rein intuitiver Basis nachvollziehbar.

    • Dana

      Wenn die Menschen erst jetzt aufwachen, ist es reichlich spät.
      Wer will dieses TTIP? Jene Unternehmen, Konzerne, die es geheim verhandeln lassen und große Vorteile daraus ziehen können und wollen.

      Warum geheim? Weil sonst die Bürger sofort erkennen können wie die Allmacht der Wirtschaftskonzerne und Wirtschaftlobbyisten aussieht und wie auf Kosten der Steuerzahler Staatskassen geplündert werden können ohne, dass Gerichte etwas unternehmen können.

      Dieses TTIP soll am Schluss unantastbar bleiben und ein paar erwählte Schiedsrichter entscheiden zu Gunsten von Unternehmen. Die Justiz einzelner Staaten wird ausgehebelt.

    • Spaltpilz

      Investitionsschutz bedeutet, dass Staaten von Unternehmen, welche glauben ihnen seien Gewinne entgangen, haftbar gemacht werden können.
      Und zwar nicht vor einem ordentlichen Gericht, sondern von einem geheimen von Unternehmen geführten Schiedsgericht.
      Erlässt ein Parlament zum Beispiel ein Gesetz zum Konsumentenschutz und gewisse Produkte dürfen dadurch nicht mehr verkauft werden, muss der Staat die entgangen Gewinne aufkommen!
      Von wegen Schutz vor Enteignung!

      • Vingscher

        Das Schiedsgericht ist bzw. war ein kleiner Teil des Investitionsschutzes. Den Investitionsschutz auf diesen Passus zu reduzieren ist höchst oberflächlich. Das wichtitigste beim Investitionsschutz ist und bleibt der Schutz vor Enteignung. Übrigens haben sich bereits das deutsche Wirtschaftsministerium als auch der französische Senat gegen ein Schiedgericht ausgesprochen, deshalb denke ich, dass das Abkommen kein solches Gericht vorsehen wird.

        Warum der Investitionsschutz wie Pardeller behauptet „eine unverhältnismäßige Bevorteilung ausländischer und großer Konzerne zur Folge“ verstehe ich nach wie vor nicht!

    • Spaltpilz

      Wer einen Tipp-Fehler findet (oder zwei) darf ihn behalten.

    • HORST

      Ich beschäftige mich mit TTIP/TISA/CETA schon seit mehreren Jahren. Habe mir auch bereits die Mühe gemacht die ersten „ge-leakten“ Dokumente durchzulesen und die mediale Berichterstattung immer genauestens verfolgt. Bei TTIP und GANZ besonders TISA überwiegen laut Informationen die der Öffentlichkeit im Moment zugänglich sind meiner Meinung nach die Nachteile sehr.

      Siehe auch am Beispiel Freihandelsabkommen NAFTA (Mexiko-USA-Kanada)… nur die USA haben davon profitiert und Mexiko beispielsweise massive wirtschaftliche Einbrüche erlitten.

      Sollte TTIP/TISA wirklich in der jetztig bekannten Form verabschiedet werden, wird es Zeit auf die Straße zu gehen. Millionenfach.

    • THEMA

      Es ist immer dieselbe Leier. Als die Europäische Union gegründet wurde, gab es auch diese Leute die den Untergang des Abendlandes herbeiredeten. Dabei hat die Eu den beteiligten Staaten und ihren Bürgern einen unglaublichen Wirtschaftsaufschwung beschert. Was wäre heute bei uns los, wenn immer noch am Brenner, am Reschen u.s.w. in den Taschen gekramt, und jeder LKW einen Tag am Zollamt verbringen müsste um sich die, ach so wichtigen, Stempel zu besorgen.Das Angebot an Waren ist unglaublich erweitert worden, und die Preise sind, zum Entsetzen der Profiteure, stark gesunken.Viele Südtiroler leben von dem europäischen gemeinsamen Markt.Und solche Vorteile wird auch das Abkommen zwischen Usa und Eu bringen. Trotz den ewig Gestrigen, die nicht einmal wissen wovon sie reden, da bis jezt keine
      Details der Verhandlung bekannt sind. Waren wir ab welche Kompromisse gefunden werden und
      dann können wir eventuell kritisieren.

      • svp - 70 jahre käse

        Wer sich Griechenland ansieht und einige andere europäische Staaten der EU, der merkt deutlich, dass sich Reichtum auf wenige immer mehr konzentriert und viele Millionen Menschen in der EU stark unter Armut leiden.
        Den Amis sind andere Völker, andere Staaten egal, Hauptsache sie können Kasse machen.

      • HORST

        wenn keine details der verhandlungen bekannt sind, wie sie behaupten (http://www.ttip-leak.eu) warum sind sie sich dann der vorteile, die das abkommen scheinbar bringen wird so sicher?

        • THEMA

          Weil ich im Gegensatz zu Ihnen mich erinnere wie solche Leute wie Sie bei der
          Gründung der Eu das selbe behauptet haben ohne den geringsten Beweis, .nur weil Sie den anderen vormachen wollten wie intellgent sie sind. Hete sind sie der Lächerlichkeit preisgegeben, denn niemand der ein fuktionierendes Hirn hat, wird mehr behaupten die EU habe Europa geschadet.

      • Maex

        Ach ja, die Eu hat den beteiligten Staaten und ihren Bürgern einen unglaublichen Wirtschaftsaufschwung beschert und die Preise sind erheblich gesunken?
        Interessant!

        • THEMA

          Ja haben Sie in den vergangenen 40 Jahren auf dem Mond gelebt ? Oder ist Ihnen entgangen
          wie sich ihr Heimatdorf (etwas anderes kennen Sie ja wohl nicht ) entwickelt hat ?

          • Maex

            Sich generell im Ton zu vergreifen, zeugt allerdings von großem Weltbürgertum.
            Was ist mit den vergangenen 40 Jahren? Die europäische Union ist wesentlich jünger und der europäische Integrationsprozess hat wesentlich frùher begonnen.

            Nun, wo sie doch so bewandert sind, ist es für Sie bestimmt ein Leichtes, am Beispiel Italien, mit Zahlen, den unglaublichen der EU geschuldeten Wirtschaftsaufschwung der letzten Jahrzehnte zu illustrieren.

            • Dana

              Italien „glänzt“ mit bald 2.500 Milliarden Staatsschulden, liegt im wirtschaftlichen Abschwung.
              Mit 20 Prozent an Arbeitslosigkeit und viel Kriminalität, wollen viele von gelungenen EU – Erfolgen sprechen. Mahlzeit mit diesen negativen Aussichten.

      • Sepp Ranier

        Die EU hat einen Wirtschaftsaufschwung beschert??? Das mag punktuell und kurzfristig gedacht richtig sein, aber nie für alle mittel- oder gar langfristig. Die Vorteile liegen bei Transportunternehmen, klar. Aber was hatten Handwerker davon? Und die Talfahrt des Euros wird weiter gehen..
        Man sollte mal aufhören Erfolg an steigenden Aktienkursen zu messen, das ist idiotisch! Aktien spiegeln nicht das wahre Leben und dessen Standard wieder. Hier werden Kosten vergessen auf derer die Gewinne gemacht werden.

        • THEMA

          Grosser Gott, wieder einer der als Strauss lebt. Die Handwerker ? Die haben einen unglaublichen Aufschwng erlebt , oder sind Sie nie in einer Handwerkerzone gewesen.
          Sie können heute in ganz Europa arbeiten. Die Tafahrt des Euro ist das Beste was für die
          Unternehmen passiern kann. die Importe werden teurer und die Exporte billiger.
          Haben Se überhaupt Ahnung von Wirtschaft oder plappern Sie nur nach was Sie irgendwo gelesen haben ?

          • Karl August Sulzenbacher

            @THEMA
            „Die Talfahrt des Euro ist das Beste….“
            Wenn das Geld den Wert verliert ist also gut?
            Halleluja! 🙂

            • THEMA

              Wenn man wie Sie keine Ahnung von globaler Wirtschaft dann schreibt man eben solchen Käse. Die Scweizer haben es gerade erlebt Der Franken wurde aufgewertet und die ganze Schweiz hat Schwierigikeiten ihre Produkte zu
              verkaiufen. Haben Sie das verschlafen ?

          • Arnold

            Blödsinn.mit dem Lohn eines Handwerksgesellen kann man in Südtirol kaum noch leben.
            Das ist die Realität.in den 90ern konnte ein solcher noch eine Wohnung kaufen und sich was leisten.
            Das ist die Realität sie Student

      • goggi

        Durch die Rosabrille gesehen kannst du von unglaublichen Aufschwung sprechen.
        Da schau dir einmal das südliche Europa an.Von Aufschwung ist da wohl nichts zu spüren.

        • THEMA

          Und ? Haben sich die Leute angestrengt um in Europa mitzuhalten und zu gewinnen oder haben sie es vorgezogen solange es geht von der Hand in Mund zu leben und in der Sonne
          zu sitzen ?

    • Saltpilz

      TIPP dient Monsanto, Microsoft, Google, Apple, Ge, usw. dazu, demokratisch gewählten Regierungen ihren Willen aufzuzwingen.

      • Dana

        TTIP – und SVP Dorfmann sind verbrüdert?

        • svp - 70 jahre käse

          Svp – Dorfi Schwärmt von IPhons und ähnlichem. Dorfi wurde bereits von Lobbyisten „eingesackt“.

        • Karl August Sulzenbacher

          Dorfmann ist für Sanktionen gegen Russland. Sanktionen sind Kriegshandlungen! Dorfmann handelt verantwortungslos!

          • Dana

            Putin wird diesen Herrn in Erinnerung behalten.

            • svp - 70 jahre käse

              Kommen deswegen viel weniger Russen nach Südtirol um Urlaub und Geschäfte abzuschließen weil SVP – Dorfmann dagegen ist?

            • Gebi Mai

              Bis zum heutigen Tag hat Dorfmann der Südtiroler Wirtschaft mehr geschadet.

              Herr Kiem, Herr Konsul, setzen Sie sich bitte für eine Normalisierung der Beziehungen und Handelsbeziehungen mit Russland ein.
              Ich halte die Sanktionen für schlecht. Die Sanktionen verstehe ich als eine Art von „Gefälligkeit“ europäischer Politiker den USA gegenüber.

      • THEMA

        In Südtirol, hinter den Bergen, bei den sieben Zwergen, könne Sie sich solche Kommentare sparen udn sie kompetenteren Leuten überlassen.

        • Andreas

          Unabhängig wo er die Aussage macht, Saltpilz hat recht.
          Natürlich profitieren große internationale Unternehmen mehr als der Dorfmetzger.
          Und Staaten müssen effektiv Rücksicht auf die Empfindlichkeit der Unternehmen nehmen um nicht vor einem geheimen privaten Gericht verklagt zu ween und das Urteil nicht mal anfechten kònnen.

          Ich würde mich wegen „kompetente Leute“ etwas zurückhalten, denn das was Sie hier geschrieben haben ist größtenteil, gelinde gesagt, recht zweifelhaft.

    • Dana

      Südtirol wird von SvpPd – „Schneewittchen“ und sieben Zwergen regiert.

    • Freak

      “Globalisierung ist nur ein anderes Wort für US-Herrschaft.”

      • Dana

        Der Artikel gibt einiges wieder was ich schon in anderen Artikeln gelesen habe.
        Viele Abgeordnete der EU und viele Kommissare wenden sich gegen Mehrheiten von EU – Wählern und Bevölkerungen.
        Die EU, das EU Parlament, der EU Ministerrat, die Eu Kommission, werden in der Wählergunst mehrheitlich noch sehr tief abstürzen, wenn sie diese Begünstigungen der Banken und Konzerne aufrecht erhalten. Die haben viele Tausend Milliarden von Steuergeldern innerhalb weniger Jahren den Banken und Konzernen in die Hände gespielt.

        • THEMA

          Ja da sind wir wieder beim Untergang des Abendlandes. Die ewigen Wahrsager dessen
          was niemals eintrifft. Die heute schon wissen was die Wähler in Zukunft wählen werden.
          Die alles gauben was irgendwer irgendwo postet,wenn es nur irgendwie in ihr verbogenes
          Weltbild passt.Ich wunder mich immer wie dieses Völkchen ihre Jahre in Zukunftsangst
          und Katastrophenstimmung verbringen können. Das muss doch grausam sein. Immer
          alles negativ zu sehen, und dann noch alle missionieren zu wollen, und schlussendlich
          feststellen zu müssen dass es dem Rest der Welt vollkommen egal ist was man selbst denkt. Ein schlimmes Schicksal, Mein Beileid.

    • HORST

      man sieht, dieses thema erregt mittlerweile viel aufmerksamkeit. was gut so ist. es muss über solch tiefgreifenden entscheidungen offen und viel diskutiert werden um zum schluss auf einen gemeinsamen nenner zu kommen. gestern war ein beitrag über die europäische union auf arte, welcher sehenswert ist, da er die verschiedenen blickwinkel auf EU gut beleuchtet.

      die europäische union ist schlussendlich auch ein gewaltiges friedensprojekt was es mit allen mitteln zu erhalten gibt. ich bin jedenfalls froh europäer zu sein. deshalb werde ich mich auch für ein richtiges freihandelskommen einsetzen aber nicht wie es in der jetzigen form besteht.

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