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    Legitime Kritik

    Die Staatsanwaltschaft Bozen hat die Einstellung des Strafverfahrens gegen Armin Mutschlechner, den die Band Frei.Wild wegen Rufschädigung verklagt hatte, beantragt. Die Anwälte von Frei.Wild stellen sich dagegen.

    Von Thomas Vikoler

    Für Armin Mutschlechner, der in der Klage der Kanzlei Brandstätter als „selbsternannter Rechtsextremismus-Experte“ bezeichnet wird, ist es zweifellos ein Erfolg. Seine Lektionen über das Phänomen, die er Ende 2013/Anfang 2014 in mehreren Südtiroler Oberschulen gehalten hat, waren rechtlich in Ordnung. Jedenfalls das, was er darin über die Südtiroler Erfolgsband Frei.Wild gesagt hat.

    Denn die Staatsanwaltschaft Bozen hat nun die Einstellung eines Verfahrens zum Verdacht der Rufschädigung, das die Eisacktaler Band 2014 mit einer Strafanzeige angestoßen hatte, beantragt.

    Also: Keine Straftat.

    Zuallererst heißt es in dem Archivierungsantrag, dass Mutschlechner die Band, die am heutigen Samstag in der Bozner Stadthalle auftritt, nicht vorsätzlich verleumden wollen. Er habe Material zum ideologischen Umfeld der Band vorgestellt und einige ihrer Textes analysiert, um dies anschaulich zu machen.

    Dies alles mit der Absicht, damit bei den Schülern „eine Diskussion anzustoßen“, wie es im Archivierungsantrag der Staatsanwaltschaft heißt.

    Grundlage für die Ermittlung, die über ein Jahr gedauert hat und zu der auch eine Einvernahme des Angezeigten gehörte, war der Tonband-Mitschnitt einer Schülern eines Brunecker Gymnasiums, welche einen Vortrag Muschlechners am 16. November 2013 aufgezeichnet hatte.

    Der Referent brachte dabei Frei.Wild mit dem rechtsextremen Netzwerk Blood and Honour in Verbindung. „Damit wird zumindest bei einer neutralen Zuhörerschaft der Anschein erweckt, dass eine Verbindung zwischen Blood and Honour und Frei.Wild bestehe“, beanstandete die Band in einem Schreiben an Schuldirektoren.

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    Kommentare (15)

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    • Miau

      Frei.wild hat in den letzten Jahren gezeigt was sie Imstande sind. Zig ausverkaufte Hallen, 4 Echonominierungen, Goldene Schalplatten, ein eigenes Festival und und und. Alle Versuche die Band bzw. deren Songs zu verbieten sind gescheitert. Sowohl die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien als auch der eigens gegründete Echobeirat haben bestätigt, dass die Texte von FW unbedenklich sind. Frei.wild sind Initiatoren des Wohltätigkeitsprojekt Wilde Flamme, bei welchem sie mit international bekannten Musikern wie z.B. Matthias Röhr, Alex Wesselsky, Mr.President, Martin Kessici, Norbert Rier, Peter Maffay etc. zusammenarbeiten. Der letztjährige Ertrag ging an einen Einwanderer aus dem Senegal. Frei.wild und deren Fanclub organisierten eine Demo gegen die NPD und haben eine Aktion namens „Frei.Wild gegen Rassismus und Extremismus“ ins Leben gerufen. Bei Live-Auftritten werden Zuschauer mit NS-Symbolen vom Konzert ausgeschlossen. Beim letztjährigen „Alpen Flair“ hat FW in Zusammenarbeit mit der OEW und der Einwandererzeitschrift „Zebra“ eine Delegation Jugendlicher mit Migrationshintergrund aufs Festival eingeladen, damit diese sich selbst ein Bild machen konnten. In einer Vielzahl von Songs äusern sie sich negativ gegen Politischen Extremismus („Rot und Braun, keinem darfst du traun“;“Wir hassen Faschisten, Nationalsozialisten“;“Verschweigt den Menschen, dass wir Nazis hassen“). Im Gegensatz zu den ständigen Behauptungen singt FW nicht ständig von Heimatliebe, lediglich 5 Songs bei einem Gesamtwerk von ca.250 Songs beschäftigen sich mit Heimat(-liebe). Im Jahr 2013 machten sie ein Projekt namens „Grenzenlos“ bei welchem sie durch ganz Europa getourt sind und einen Song in 5 Sprachen aufgenommen haben. Besonders im neuen Album(aber auch schon vorher) spricht Frei.wild von friedlichem Zusammenleben zwischen verschiedenen Sprachgruppen, Nationalitäten und Kulturen, auch fordern sie in einem Song Verständnis für Einwanderer(„Ich bin neu, ich fange an“). Das alles ist ein eindeutiger Beweis dafür, dass Frei.Wild sicherlich nicht im politisch rechten Spektrum zu finden ist!

      • Sarah

        Ja, bei so viel Engagement gegen Rechts kann man auch mal ein Zitat des NS-Ideologen Goebbels in ein Lied einfließen lassen, die Burschen sind ja über jeden Zweifel, Rechts zu sein, erhaben.
        Sich dann als Opfer und als zu unrecht in die rechte Ecke gedrängte Band zu inszenieren ist ist ganz schön billig, aber genau darauf beruht ihr Erfolg. Nur sollten sich Band und Fans dann icht wundern, wenn dieses infantile Gehabe nicht bei allen gut ankommt. die Band der Vollidioten spielt also in Bozen, im Land der Vollidioten, wird bestimmt ein Fest für Vollidioten, na dann, viel Spaß, Miau

    • Garuda

      Also Herr Mutschlechner, da sind Sie ja fein heraußen.

      Das ändert nichts an der Tatsache, dass Sie als bekennender Linker es verabsäumen, den Rechtextremismus gleichermaßen anzuprangern, wie den Linksextremismus.

      Auge um Auge, Zahn um Zahn.

      Aber ich weiß, dass politisch linksorientierte Personen lieber Marx zitieren als die Bibel.

      • MichiH

        Linksexrtemismus ist kein Problem in unserm Land, ansonsten nenne mal Zahlen!!!

        • Thomas

          Zitat von http://www.die-linke.de/politik/aktionen/blockupy-2015/: „Die LINKE beteiligt sich in Zusammenarbeit mit Linksjugend [’solid] und der Europäischen Linken aktiv an den geplanten Protesten rund um die EZB-Eröffnung am 18. März 2015 und mobilisiert ihre Mitglieder zu der Bündnisdemonstration in Frankfurt am Main.“
          Ich denke mal MichiH, dass du weißt, was in Frankfurt passiert ist. So viel zu dem Thema linksextremismud ist keine Gefahr in diesem Land

      • schnellermichl

        Er war immer herraussrn. Nur die anzeige war ungerechtfertigt.

      • helmut

        Bitte greift den Experten Mutschlechner nicht so unqualifiziert an!

        Wenn Niemand den Leuten sagt, wie sie die Dinge sehen sollen, kann es passieren, dass die Leute gedankliche Irrwege gehen..

        Man muss sich damit abfinden, dass viele Leute selbst nicht erkennen können, was richtig und falsch ist. Daher braucht es berufene Wegweiser!

        Und damit kann man gar nicht früh genug anfangen, man muss schon in den Schulen anfangen, das Richtige zu predigen.

        Gerade Jugendliche sind ja sehr gefährdet, sich eine unkorrekte Sichtweise auf die Welt anzueignen.

        Davor schützen Gott sei Dank Experten! Seien wir dankbar!

        • T-Joe

          Deinen Kommentar entnehme ich, daß Links das Gute verkörpert und Rechts das Böse.
          Was für ein Schwachsinn!
          Einen Linken, als Experten und Wegweiser für unsere Jugend zu bezeichnen, finde ich schon mehr, als gewagt.
          Denn, weder links noch rechts ist gut für unsere Gesellschaft, sondern in den allermeisten Fällen, die Mitte.

          • helmut

            Lieber T-Joe

            Das war von mir sarkastisch gemeint. Im Gegensatz zu einem Herrn Mutschlechner glaube ich nicht, dass die Bevölkerung durch ideologische Kindermädchen belehrt werden muss.

        • Klaus

          Helmut. Meiner Meinung arbeiten Experten professioneller und vor allem vor Jugendlichen muss alles bestens durchdacht sein. Egal ob Links oder rechts oder unten und oben. Ein Experte MUSS neutral und objektiv bleiben und nicht seine eigene Meinung bzw. Senf dazugeben. Sonst haben die selbsternannten Experten nichts in Schulen verloren!!!!!

    • schnellermichl

      Bravo mutschlechner.

    • Günter Dürr

      Frei.Wild fällt unter die Rubrik „Freie Künstler“, ist somit nicht angreifbar. Was soll der ganze Unfug? Steht doch so im Grundgesetz, oder? Lasst die Jungs in Ruhe rocken, und das können sie ziemlich gut.
      Mein Tagestipp ist allerdings nicht in Südtirol angesiedelt, also diesmal nicht, ich bitte um Vergebung. Ist dafür aber im Dialekt, na ja, Schwyzer:-Lach https://www.youtube.com/watch?v=yqbVnYqD1VQ&index=9&list=RDbx9LvHV75jI
      Durchklicken ist sehr aufschlussreich und lustig.
      Bitte alle leben lassen, Schönes Wochenende!

    • Woll. Pertinger

      Der Mutschlechner ist eigentlich eher ein bescheidener Komiker und daher nicht Ernst zu nehmen. Ich würde verstehen, wenn man ihn im Fasching für ein Unterhaltungsprogramm eingeladen hätte, nicht aber als „Experten“ für was auch immer. Dass dies geschehen ist, finde ich unabhängig von dem, was er gesagt hat, als ein Armutszeugnis unserer Schule.

    • Ainer von Fielen

      Burger und Mutschlechner sind beides arrogante, eingebildete und selbstverliebte Vollidioten.
      Würden beide in die selbe Richtung schlagen wären sie wohl die besten Freunde…

      Keiner von den zwei gehört in eine Schule, da keiner von ihnen ein Vorbild verkörpert.

      • helmut

        Burger übt einen ordentlichen Beruf als Musiker aus und bildet sich nicht ein, den Mitbürgern erklären zu müssen, wie sie die Welt zu sehen haben.

        Belehrer wie Mutschlechner zeigen uns die „linke“ Version von „Am deutschen Wesen muss die Welt genesen!“.

        Diese Version ist auch nicht viel heiterer als die „rechte“ deutschpatriotische Fassung.

        Ziemlich unerträglich für Bürger, die sich als selbständig denkende Menschen empfinden und keine tägliche Seelenwäsche durch solche Oberlehrer brauchen.

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