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    Italienische Brigitte

    Italienische Brigitte

    Im Landtag wurde am Donnerstag über den Autonomiekonvent diskutiert. Warum Brigitte Foppa mit ihrer Wortmeldung für Aufsehen gesorgt hat.

    Dieter Steger (SVP) und Roberto Bizzo (PD) haben dem Landtag einen Gesetzentwurf zur Einsetzung eines Konvents für die Überarbeitung des Autonomiestatuts vorgelegt. Die Entwicklung in Italien und Südtirol sowie die italienische Verfassungsreform von 2001 machte eine Anpassung des Statuts notwendig, wie Steger ausführte.

    Der Konvent sei als Hilfsorgan des Landtags gedacht, solle aus 32 Mitgliedern bestehen, und zwar aus Vertretern von Politik und Bürgerschaft sowie aus Experten, und dann dem Landtag einen detaillierten Vorschlag vorlegen. Die Sitzungen und Anhörungen des Konvents sollten öffentlich sein.

    Die Grünen haben einen Gesetzentwurf zum selben Thema eingereicht, eine gemeinsame Behandlung der beiden Entwürfe wurde aber von den Einbringern des ersten Entwurfs abgelehnt.

    Andreas Pöder (BürgerUnion) sprach von einem „Gedankengefängnis“, da nicht über die Autonomie hinaus gedacht werde. Ideal wäre ein „Freiheits-Konvent“ mit dem Ziel einer Loslösung von Italien. Natürlich seien die Absicherung und der Ausbau der Autonomie auch zu unterstützen, und dies strebe die Landesregierung ja an. Er räume auch ein, dass innerhalb der jüngsten Verfassungsreform mit der Schutzklausel ein gewisses Sicherheitsnetz für die Autonomie gespannt wurde. Es handle sich aber um eine Übergangsklausel, die verfalle, sobald das Statut an die Verfassung angepasst sei. Zentralistische Staaten würden nirgends funktionieren, und die Verfassungsreform sei zentralistisch ausgerichtet.

    Bei Streitfragen werde das Verfassungsgericht bereits im Geiste der neuen zentralistischen Verfassung urteilen, noch bevor das Statut angepasst sei. Pöder lobte, dass man die Bürger in die Reform des Statuts einbeziehe, kritisierte aber, dass der Expertenkommission, die sich mit der Frage der autonomen Zuständigkeiten befasse, kein Vertreter des Landtags angehöre – in der Trentiner Kommission seien Landtagsabgeordnete dabei. Südtirol sollte sich nicht auf die reine Verteidigung beschränken, man sollte weit über die Autonomie hinaus denken.

    Brigitte Foppa (Grüne), sorgte für Aufsehen.

    Sie wandte sich in ihrer Zweitsprache an die Abgeordneten, weil diese – so Foppa – im Landtag zu wenig gesprochen werde.

    Sie bezeichnete die Autonomie als ermüdet: immer dieselben Mechanismen, um mehr zu holen, immer derselbe römische Feind. Stattdessen sollte man sich mehr um interne Demokratie bemühen und das Zusammenleben stärken – die Bevölkerung sei hier schon weiter.

    Auch bei der Erstellung dieses Gesetzentwurfs habe man nicht die Beteiligung anderer gesucht, auch nicht im Landtag. Der Gesetzentwurf der Grünen, der Monate vorher eingereicht worden sei, wäre auch in der Methode offener; man versuche nun, den Entwurf der Mehrheit mit Änderungsanträgen offener zu gestalten. Ein Teil davon betreffe geschlechtergerechte Formulierungen, andere zielten auf klarere Zielvorgaben ab. Die Zivilgesellschaft sollte im Konvent mindestens doppelt so stark vertreten sein, deren Beteiligung sollte auch durch Online-Zugang erleichtert werden.

    Sven Knoll (Süd-Tiroler Freiheit) mahnte mehr Präsenz der Landesregierung im Saal an, schließlich gehe es um das derzeit wichtigste Gesetz für Südtirol.

    Er kritisierte auch die Begründung, mit der sich Foppa entschieden habe, sich auf Italienisch an der Debatte zu beteiligen. Dies sei eine bedenkliche Entwicklung, auch die Kolleginnen und Kollegen der Mehrheit hätten das Gespür für die Muttersprache verloren.

    Damit halte eine sprachliche Minderheit sich selber nicht mehr für schützenswert – Südtirol werde so enden wie Aosta. Bedenklich sei es auch, wenn Mehrheitsvertreter von einem Wandel von der Minderheitenautonomie zu einer Territorialautonomie sprächen. Vor diesem Hintergrund müsse man sich fragen, ob der geforderte Autonomieausbau mehr Minderheitenschutz oder mehr Anpassung an den italienischen Staat bedeute.

    Die Mehrheit habe auch akzeptiert, dass die finanzielle Säule der Autonomie von neun auf acht Zehntel der Steuereinnahmen reduziert wurde. Und nun schwärze sie den Weg der Selbstbestimmung, ein Menschenrecht, als Gefahr für das Land an. Der Autonomiekonvent müsse ergebnisoffen sein, und daran werde man die Mehrheit auch messen. Knoll kritisierte schließlich, dass im Konvent keine Vertretung der Jugend vorgesehen sei.

    Brigitte Foppa nahm in eigener Sache Stellung und verteidigte ihre italienische Rede, es sei die Sprache ihrer Oma, ihres Gatten und eine ihrer Kinder. Sie habe ihre Muttersprache deswegen nicht vergessen.

    LH Arno Kompatscher verwahrte sich gegen den Vorwurf wegen der Abwesenheit. Es sei nicht sein Gesetzentwurf, außerdem seien seine beiden Stellvertreter dauernd im Saal. Er werde auch in Zukunft so oft es gehe im Saal sein, weil ihm die Arbeit des Landtags ein Anliegen sei. Er stellte fest, dass es um ein Prozedurgesetz gehe, die Inhalte seien offen – daher könne man jetzt noch nicht kritisieren, dass dieser oder jener inhaltliche Aspekt fehle.?Sven Knoll erinnerte an die Abmachung, dass die Landesregierung nicht während der Landtagssitzung institutionelle Termine ansetzen bzw. wahrnehmen solle. Landtagspräsident Thomas Widmann verwies auf die anstehende Aula-Regelung, in der auch dies angesprochen werde, man sollte aber auch für die vielfältigen Aufgaben der Landesregierung Verständnis aufbringen.

     

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    Kommentare (45)

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    • svp - 70 jahre käse

      Südtirol eine italienische Provinz. „Konvent ist Ergebnis offen“.
      Die Täuschungsmanöver der SVP werden bereits vor der Einberufung eines „Konvents“ erkannt.

    • Klaus

      Oh Frau Foppa….. Und ich glaubte sie sind noch zu haben. Sie haben Gatten und Kinder…….Oma . Oh ohh ohhh

    • Inge

      Ab jetzt bekommt Frau Foppa bestimmt einen Kosenamen.

    • Sarah

      Komplimente an die Abgeordnete Frau Foppa! Evviva! Grande! Meine volle Unterstützung!

      • Sarah

        Ja meine auch, ich würde es aber selber schreiben, wenn ich dies mitteilen möchte. Ich habe zwar kein Patent auf den Namen, wäre aber nett wenn du dir einen anderen Namen suchen würdest, gibt ja genug davon. Danke

      • bodenständig

        Los von lächerlichen Visionen.

        • Hannes Inntaler

          Sie armer Tropf, Sie können sich also keine bessere Zukunft für sich und ihre Kinder vorstellen?
          Wie wärs mit folgendem Zitat: „Seien wir realistisch, wagen wir das Unmögliche!“ Mit Ihrer Einstellung, würden wir heute noch auf den Bäumen hocken.

          • bodenständig

            Ah der Inntoler, der Fanatikus, mit seinen wahnwitzigen Visionen, haha, Pussa via! Abzwitschern, heißt das.

            • Hannes Inntaler

              Die Grenzen deiner Gedanken, sind die Grenzen deiner Welt. Und so weit kommt es noch, dass du jemanden das „abzwitschern“ nahelegst. Vorher gehst noch du, versprochen.

            • bodenständig

              Hosch in Vorderloder schun gschmirbt, ober sel werd dir a nicht helfen, von deiner mentalen Sackgasse außer zu kemmen, schun gor net mit de Manieren. Arrivederci Hons.

          • Lia

            @ H.I. Deiner Wortwahl nach, scheinst du eher in einer Höhle zu hausen.

            • Hannes Inntaler

              Ich wüsste nicht, dass ich mit Ihnen per Du bin! Belassen wir es dabei.

            • Lia

              Respekt muss man sich erst mal erarbeiten und verdienen und hat mit dem siezen herzlich wenig zu tun, aber wenn ich so deine Wort-Lieferungen auf dieser Seite durchsehe, bist du noch weit entfernt davon. Bildung nennt sich der Weg dorthin. Mach dich auf den Weg!

    • anonym

      foppa poppa pedretti

      e allora ditelo

      standa, un piacere di regalare in piú

    • roadrunner

      Mutig Frau Foppa. Der gebührt Ihnen Respekt!

      • Hannes Inntaler

        Sie zollen nur demjenigen Respekt, der der italianita das Wort redet. Aber echte Tiroler, mein lieber roadrunner, sind aus einem härteren Holz geschnitzt. Wir lassen uns nicht foppen!

        • Alter Egon

          richtige Tiroler, von denen wohl A. Hofer einer war, hatten kein Problem mit Italienisch. Anzi.

        • Daniel

          Wär ja noch schöner, wir leben in Bella Italia und lieben dieses tolerante Land. Wir konversieren mit den italienischsprachigen Südtirolern, mit unseren Mitbürgern und Gästen aus dem Inland in gepflegtem Italienisch, wir legen Wert auf ein gehobenes Standartdeutsch und gebrauchen den lokalgebundenen Dialekt im familiären Bereich. Englisch, Französisch und Spanisch gehören mehr oder weniger zum üblichen Vokabular des fortschrittlichen Südtirolers. Wir sind praktizierende Europäer.
          Ein paar schwarze Schafe aus dem rechts-populistischen Lager können diese Tatsache nicht weg schreien. Komplimente an Frau Abgeordnete Brigitte Foppa!

          • Hannes Inntaler

            Daniela, Sie glauben wohl selber nicht was Sie da schreiben? Falls doch, sollten Sie dringend einen Arzt aufsuchen. Eine Persönlichkeitsstörung – wie Sie bei Ihnen ganz offensichtlich zu Tage tritt – ist eine sehr ernste Sache. Nach erfolgreicher Therapie können Sie ruhig wieder aus dem Büro von LAbg. Foppa Stimmung für die unsinnigen Grünen machen. Bis es allerdings wieder soweit ist, nehmen Sie sich die Zeit, die Sie brauchen, um wieder vollkommen Gesund zu werden.

            • Daniel

              Idealismus gepaart mit Dummheit erzeugt Fanatismus. Ein solch frustierender Gemütszustand prägt mit der Zeit die Person sogar körperlich und laut Physiognomie kann man das speziell an den Gesichtszügen erkennen und ablesen. Aufpassen!
              http://de.wikipedia.org/wiki/Physiognomie, http://it.wikipedia.org/wiki/Fisiognomica

            • Hannes Inntaler

              @Daniela, na dann erschreckens mir halt nicht, beim morgendlichen Blick in den Spiegel. Und, bravo, Sie können sogar zweisprachige Wikipedia-Artikel verlinken. Wenns jetzt Ihr profundes Fachwissen auch aus dieser Quelle beziehen, dann wundert mich bei Ihnen gar nichts mehr.

            • Bärig

              Ja, Inntoler, do bisch iatz net ganz fein außerkem. Bisch a wia schwoch.

            • Hannes Inntaler

              @Bärig, Sie sind so dermaßen armselig, mit Ihren Mehrfachnicks! Sie sind wirklich zu bedauern, wenn Sie glauben, Sie könnten als Alter Egon, bodenständig, Daniel, Lia etc. die öffentliche Meinung in diesem Thread manipulieren und die Leut‘ würden das nicht bemerken. Halten Sie die Leser wirklich für so blöd? Aber machen Sie nur weiter so, die Zeit arbeitet gegen Sie und Ihr System. Nach dem Hochmut kommt der Fall.

            • Alter Egon

              die Unterstellung, dass ich unter anderen Namen poste, ist infam. Antworte mal lieber, auf meinen obigen Kommentar. Erkläre dabei bitte auch, dass wir am Rande des deutschsprachigen Raumes Leben, und das seit Menschengedenken, und das italienisch zu sprechen eigentlich erst und nur für Nationalisten (die uns dann 2 WK’s beschert haben) ein Problem ist.

            • Bärig

              Zuerst grod ungebildet und frech, nor kriegt er a poor afn Deckel, nor leidet er glei an Verfolgungswahn. Haha, du gfallsch mir, bisch schun a armer Patriot.

        • schnellermichl

          Richtige Tiroler. Sel Skandal. Rentenvorschuesse. Alles richtige Tiroler. Arschkriecher und hinterfotzig.

    • Hubert

      ist der „Einsatz“ von Foppa wirklich noch zu kommentieren?

    • epolus

      Sehr geehrte Frau Foppa: Sie haben einen Mann??

    • Inge

      Erscheint die Zeitschrift „Brigitte“ auch auf Italienisch?

    • Garuda

      Frau Foppa findet, dass im Landtag ohnehin zuwenig die Zweitsprache gesprochen wird?

      Frau Foppa, Herr Heiss und Herr dello Sbarba: Wie oft finden denn Wortmeldungen auf Ladinisch bzw. Rätoromanisch statt (vielleicht von Herrn Pöder, der ja angeblich die ladinische Wählerschaft vertreten sollte? oder gar von Herrn Mussner als ladinischer Abgeordneter innerhalb der SVP)?

      Schämen Sie sich bitte für eine solche Vorgehensweise, denn das Recht auf den Gebrauch der Muttersprache haben unsere Väter und Mütter hart erkämpft im faschistischen und postfaschistischen Italien.

      Dass dies gerade die Grünen mit Füßen treten, ist schon bezeichnend genug, dass sie aber auch noch faschistisches Unrecht bezüglich Gebrauch der Muttersprache noch verharmlosen, ist in meinen Augen schlimm genug.

    • georg möderli

      Brigitte – dies finde ich ganz richtig…
      wir sind eine mehrsprachiger Regionen und daher sollen auch die Politiker entsprechend handeln…
      ich finde es ganz toll – gratuliere, und weiter so…

      • Garuda

        @georg möderli

        Mehrsprachige Region bedeutet aber nichts anderes, dass Frau Foppa morgen im Landtag gefälligst ladinisch und übermorgen pakistanisch, arabisch usw. zu reden hat.

        Nicht mehr und nicht weniger

        • Alter Egon

          Pakistanisch? nie gehört. Meinst du Urdu? aber klugscheiß beiseite: wir waren sind, und werden immer eine mehrsprachige Region bleiben. Wenn sich auch die Staatsform ändern sollte, sind wir doch immer noch an der Grenze zwischen deutschem und italienischem Sprachraum.
          Da kann man schon mal darauf hinweisen dürfen.

    • Franza

      Die Grenzen sein ja offen, I woas net was de do ummerplearn, in de es do net passt. Oder lassen enk die österreichischen Gendarmen net einwandern?

    • Frieda

      Frau Foppa ist eine der Abgeordneten, die Respekt verdient. Chapeau!
      Ich wollte bei den kommenden Gemeindewahlen nicht wählen, aber jetzt werde ich das doch tun und natürlich GRÜN !!

    • Daniel

      Wär ja noch schöner, wir leben in Bella Italia und lieben dieses tolerante Land. Wir konversieren mit den italienischsprachigen Südtirolern, mit unseren Mitbürgern und Gästen aus dem Inland in gepflegtem Italienisch, wir legen Wert auf ein gehobenes Standartdeutsch und gebrauchen den lokalgebundenen Dialekt im familiären Bereich. Englisch, Französisch und Spanisch gehören mehr oder weniger zum üblichen Vokabular des fortschrittlichen Südtirolers. Wir sind praktizierende Europäer.
      Ein paar schwarze Schafe aus dem rechts-populistischen Lager können diese Tatsache nicht weg schreien. Komplimente an Frau Abgeordnete Brigitte Foppa!

      • Garuda

        @Daniel

        Ja, ganz richtig Daniel. Deshalb gibt es im Europa-Parlament das recht für alle Abgeordneten in der Muttersprache das Wort zu ergreifen und dafür sind hunderte DolmetscherInnen angestellt.

        Südtirol ist eurpäischer als das EU-Parlament. Südtirol ist gar päpstlicher als der Papst.

        Schöne Perspektiven für so ein wundervolles Land wie Südtirol. Ihr seid in allem leuchtendes Vorbild.

    • Gebi Mai

      Ob Foppa Italienisch, Englisch, Chinesisch, Ladinisch, Deutsch redet, interessiert sehr wenig Leute.
      Wichtig ist, dass Foppa sich für die Südtiroler Bevölkerung einsetzt. Wenn Foppa das tut, dann bekommt sie ein Dankeschön von mir zu hören.

    • Dana

      Foppa soll endlich Grüne Themen ansprechen. Die Grünen erscheinen als italienische Linkspartei, aber vertreten nicht kompetent Grüne Themen.

      • Wilma

        Die Grünen sehe ich als eine ausgewogene sozialdemokratische Bewegung, wo beide herrschenden Sprachgruppen im Lande gleichermaßen vertreten sind und die natürlich auch für alle anders sprechenden fortschrittlichen Menschen offen ist. Insofern sind sie der wohltuende hoffnungsvolle Gegenpool zur Einigelungspolitik der konservativen und rechten Parteien, die in ihrer Vorstellung von Zukunft im Rückwärtsgang Richtung Stillstand bzw. Abgrund zusteuern.

        • Dana

          Ich empfinde die Grünen nicht als ausgewogen. Grüne Themen sind kaum vorhanden. Der PD übernimmt immer mehr die Rolle von Berlusconis Partei, dann sind die Grünen eher links einzuordnen.
          Renzi gilt als Berlusconis „Freund“ und kürzlich hat Renzi das Wirtschaftssystem der USA als erstrebenswert bezeichnet.

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