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    Hände weg von der Denkmalpflege!

    Obmann Helmut Rizzolli: Ein sprechendes Beispiel für die uneingeschränkte Macht der Baulobby!

    Obmann Helmut Rizzolli: Ein sprechendes Beispiel für die uneingeschränkte Macht der Baulobby!

    Mit größter Bestürzung nimmt der Heimatschutzverein Bozen Südtirol zur Kenntnis, dass die Denkmalpflege als eigenständige Abteilung aufgelöst wird. Damit werde der Schutz und die Erhaltung unserer Kulturgüter gezielt geschwächt, schreibt der Obmann Helmut Rizzolli.

    Bereits nach den letzten Landtagswahlen wurde unverständlicherweise die Denkmalpflege nicht zur Kultur, sondern zum Bereich des Straßenbaus und der Mobilität geschlagen: Ein sprechendes Beispiel für die uneingeschränkte Macht der Baulobby!

    Damit wird eine der wichtigsten Säulen unserer Kultur und Identität leichtfertig auf dem Altar kurzfristiger Gewinne geopfert. Rücksichtsloser Individualismus zerstört den oft gepriesenen Tiroler Gemeinsinn. Die Bau- und Kunstdenkmalpflege von der Bodendenkmalpflege zu trennen kommt einer fachlicher Katastrophe gleich. Denn in fast jeder Baustelle ist die praktische Notwendigkeit zur Zusammenarbeit dieser beiden Bereiche eine Voraussetzung. Keine andere Verwaltung im In- und Ausland hat eine solche Spaltung auch nur angedacht.

    Was wäre Südtirol ohne seine ortstypischen Bauernhöfe, Altstadtkerne, Burgen, Ansitze und Kirchen. Für die Einheimischen sind sie identitätsstiftend, für die Gäste eine Attraktion und für ganz Südtirol eine nachhaltige wirtschaftliche Einnahmequelle. Schließlich stellen wir uns die Frage, ob dies die viel gepriesene und von der Landesregierung versprochene Neuerung ist? Wer an der Kultur spart, dem wertvollsten Gut unserer Heimat, spart am falschen Ort.

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    Kommentare (2)

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      Zusperren, jawohl. So wird viel gespart.

    • Johann

      Denkmalpflege sollte eigentlich im Interesse aller sein. der landesrat mussner ist gescheitert, aber deshalb alles zerstören zu müssen halte ich für übertrieben… ich glaube landesrat theiner hat zu wenig durchsetzungsvermögen um die wogen zu glätten… die vorgeschlagene Losung der Landesregierung kann weder im Interesse der Denkmalpflege noch im Interesse der Besitzer einer denkmalgeschützten Immobilie sein… wenn man es genau betrachtet geht es um einen zwist zwischen mussner und kofler engl, aber muss man deshalb alles bisher geleistete opfern und aufs spiel setzen?? meiner Ansicht nach ist dies ein weiteres armutszeugnis dieser Landesregierung. das muss gesagt werden, denn schließlich macht man sich ja gedanken um die zukunft unseres landes

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