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    Der Protest

    lvh-Vizepräsident Martin Haller, SAG-Präsident Manfred Huber, Obmann der Karosseriebauer Gregor Gross und Daniel Alfreider

    lvh-Vizepräsident Martin Haller, SAG-Präsident Manfred Huber, Obmann der Karosseriebauer Gregor Gross und Daniel Alfreider

    Auch die Südtiroler Karosseriebauer wehren sich gegen die „Konsumentenentmündigung“ – und haben eine Unterschriftenaktion gestartet.

    Nationale Protestaktionen sollen den Unmut der 14.000 italienischen Karosseriewerkstätten zum Ausdruck bringen: Auf keinen Fall wollen sie sich den Versicherungsgesellschaften unterwerfen und den Kunden die Wahl der Reparaturwerkstatt vorschreiben. Am Montag haben die Südtiroler Karosseriebauer eine Unterschriftenaktion vorgestellt.

    „Ich habe das Auto, das Modell, die Farbe, die Versicherung und den Mechaniker gewählt. Warum sollte ich nicht auch meinen Karosseriebauer wählen dürfen?“

    So lautet der Titel einer Protestinitiative und gleichzeitig Unterschriftenaktion, die die Südtiroler Karosseriebauer ins Leben gerufen haben. Damit wollen die Handwerksbetriebe auf einen Gesetzesentwurf aufmerksam machen, der den freien Wettbewerb der Reparaturwerkstätten in Gefahr bringt, vor allem aber den Kunden entmündigt.

    „Südtirol hat einen qualitativ hochwertigen und transparenten Markt. Durch diesen Gesetzestext würde dieser transparente Markt untergraben und die Karosseriewerkstätten müssten zu Konditionen arbeiten, die die Qualität und Sicherheit auf der Strecke bleiben lässt. Wir wollen uns keinesfalls dem Diktat der Versicherungsgesellschaften unterwerfen, die in den letzten Monaten immer wieder versucht haben, Verbrauchern und Handwerkern die Wahl der Reparaturwerkstatt sowie Konditionen und Preise der Reparaturtätigkeit vorzuschreiben. Der Verbraucher muss auch weiterhin die Freiheit haben, sich im Schadensfall an die Werkstatt seines Vertrauens wenden zu können und darf durch solche Gesetze nicht entmündigt werden“, betonte SAG-Präsident Manfred Huber im Rahmen der Pressekonferenz.

    Damit stünde nämlich die Existenz von zahlreichen Karosseriewerkstätten auf dem Spiel, nicht nur in Südtirol, sondern in ganz Italien.

    „Wir haben in Südtirol circa 130 Karosseriewerkstätten, der Großteil von ihnen beschäftigt zwischen zwei und vier Mitarbeiter. Wenn der aktuelle Gesetzesvorschlag umgesetzt wird, besteht die Gefahr, dass diese Betriebe Arbeitsplätze abbauen und vielleicht sogar zusperren müssen“, erklärte der Obmann der Karosseriebauer Gregor Gross.

    Kammerabgeordneter Daniel Alfreider bedauerte die Vorgehensweise der römischen Politik: „In Italien wird immer wieder versucht ein Problem mit einem neuen Gesetzestext zu lösen, der schlussendlich die Vorzeigebetriebe bestraft, nicht aber dem Problem auf den Grund geht. Gemeinsam mit dem lvh und der Confartigianato werden die Südtiroler Parlamentarier auch weiterhin versuchen, auf die Abänderung des Gesetzesentwurfes einzuwirken.“

    lvh-Vizepräsident Martin Haller stellte abschließend die Unterschriftenaktion vor.

    Bis Ende April 2015 werden die Südtiroler Karosseriewerkstätten Unterschriften bei ihren Kunden für die freie Wahl des Karosseriebauers einholen und diese anschließend an die römischen Politiker übergeben.

     

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    Kommentare (8)

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    • Frage?

      Wie wäre es, wenn die Standesvertreter einmal die EU-Richtlinien studieren würden und eine Beschwerde beim EU-Gerichtshof anstreben/Androhen würden?

      Ist dieses Gesetz nicht sicherlich EU-wirdrig?

      Was sagt der „Schönling“ in Brüsse?

      Ist er nur für „Sonntagsreden“ in Brüssel?

    • Mike

      die Vertragswerkstätte meiner Versicherung weist ein hohes Niveau auf, sowohl in technischer wie auch professioneller Ebene.
      Ich denke, die Versicherungen wollen sich nur gegen jene Schlaumeier schützen, die bei der kleinsten Beule das gesamte Fahrzeug restaurieren wollen.

    • Karin B.

      Die Politiker die solche Regeln einführen sind Versicherungslobbyisten. Die EU macht sich mit jeden Tag immer unbeliebter.

    • Andreas

      Laut meiner Versicherung darf ich hingehen wo ich will, wenn die Werkstatt aber nicht auf ihrer Liste ist, muss ich das Geld vorstrecken.
      Ich verstehe die Versicherungen, da Versicherungsbetrug Volkssport ist und man fast als armer Trottel hingestellt wird, wenn man sie nicht betrügen will.
      Laut Schätzungen sind ca. 30% der Versicherungsleistungen bei Autos Betrug.

      • Efficentix

        Versicherungsbetrug ist das grosse Problem. Aber dafür gibt es schon unterschiedliche Tarife zB. in Bozen um ein Vielfaches günstiger als in Neapel. Alle Versicherungen haben ein konfektioniertes Netz. Der Wettbewerb zwingt alle effizienter zu arbeiten, und da zähle ich auch die Südtiroler Karosserie Werkstätten dazu. Auch glaube ich, dass es immer noch zu viele Karosserie und Lack Betriebe in Italien, wie auch in Suedtirol gibt. Das nur zur Effizienz !

      • Maex

        „Laut Schätzungen sind ca. 30% der Versicherungsleistungen bei Autos Betrug.“

        Gibt es dazu auch eine Quelle?

        Übrigens, die Versicherungsgesellschaften kalkulieren alles in ihren Beitragsberechnungen für die entsprechende Prämien mit ein.
        Sollte dieser Entwurf durchgehen, wäre es dann interessant zu sehen, ob sich auch die Prämien entsprechend reduzieren. Realistisch betrachtet wohl nicht allzu wahrscheinlich.

    • Felix

      Die Versicherungen wollen die Werkstätten vorgeben, damit die Handwerker gezwungen sind, sich gegenseitig im Preis zu unterbieten, um an eine dann notwendige Konvention mit einer Versicherung zu kommen! Natürlich alles zum Nutzen der Verbraucher, so wie es bereits beim sogenannten „risarcimento diretto“ der Fall war. Sind die Prämien gesungen? Nein“ Sind die Gewinne der Konzerne gestiegen? Ja!
      Ich will mein Fahrzeug weiterhin in die Werkstatt MEINES Vertrauens bringen dürfen.

    • walter

      Typisch Italien!
      Teure Versicherungen und Bürokratie ohne Ende!!!

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