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    Die Steuerakte einer Hure

    Lady Pantera (Foto: roma.corriere.it)

    Lady Pantera (Foto: roma.corriere.it/123)

    In Zeiten der Krise steigt der Staat nun den Prostituierten in die Tasche. Die 1. Steuerkommission in Bozen fordert von einer transsexuellen Prostituierten über 60.000 Euro an Steuern ein.

    Es war an einem warmen Sommerabend im Jahr 2007, als Chris Molinari im Rahmen einer Razzia im Rotlichtmilieu in Bozen von der Polizei kontrolliert wurde.

    Der transsexuelle Brasilianer lebt seit 20 Jahren in Italien, arbeitete unter dem Künstlernamen Lady Pantera als Prostituierte in Bozen und Rom. Die Akte Lady Pantera landet bei der Finanzpolizei.

    Die Steuerfahnder staunten nicht schlecht, als sie die Vermögenssituation des Herrn Molinari alias Lady Pantera analysierten.

    Die Prostituierte fährt einen Mercedes der A-Klasse.

    Die Steuerfahnder stellen fest, dass Lady Pantera eine Luxuswohnung im römischen Stadtteil Eur besessen hat. Diese Wohnung hat die Prostituierte um 850.000 Euro verkauft. Sie finden einen Vorvertrag für den Kauf einer Wohnung. Kostenpunkt: Knapp 500.000 Euro.

    Die Geschäfte der Lady Pantera, so die Schlussfolgerung der Steuerfahnder, müssen verdammt gut laufen.

    Auf der Grundlage der Kontobewegungen und Immobilientransaktionen, die die Prostituierte in den vergangenen Jahren durchgeführt hatte, errechneten die Steuerfahnder ein hypothetisches Jahreseinkommen – und die fällige Steuer.

    Das Ergebnis: Allein für das „Geschäftsjahr“ 2013 forderte die Finanzpolizei von Lady Pantera Steuern (und Verwaltungsstrafen) in Höhe von 135.000 Euro ein.

    Über ihren Anwalt wandte sich die Prostituierte in der Folge an die Steuergerichtsbarkeit in Südtirol.

    Die Steuerkommission 1. Instanz unter dem Vorsitz von (Ex-Staatsanwalt) Christian Meyer entschied jetzt:

    Auch eine Prostituierte müsse – wie jeder andere Bürger auch – Steuern zahlen, auch wenn die Einnahmen aus ihrer Tätigkeit auf dem Strich herrührten. Zwar erließ die Steuerkommission 1. Instanz der Prostituierten mehrere Verwaltungs- und Nebenstrafen, weil es in Italien keine Bestimmungen gibt, die die Prostitution regeln.

    Dieses gesetzliche Vakuum, so hielten die Richter fest, ermögliche es Prostituierten nicht, Steuern zu zahlen, selbst wenn sie es wollten.

    Dennoch: Grundsätzlich hielt die Steuerkommission fest, auch Huren müssten ihr Einkommen versteuern. So wie jeder andere Bürger auch.

    LESEN SIE IN DER PRINT-AUSGABE:

    * Wie Lady Pantera auf das Urteil reagiert

    * Und: Was es mit dem Sprichwort der alten Römer „Der Fiskus errötet nicht“ auf sich hat.

      

     

    Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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    Kommentare (27)

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    • Pincopallino

      Die/der muss eine wirklich Gute Arbeit verrichten, dass Sie/Er sich eine A Klasse leisten kann!

    • Frölich

      Klassische Tageszeitung-Notiz.

    • Willi

      Interessant finde ich, dass man die Prostitution immer wieder stark bekämpft und sich weigert sie zu legalisieren. Wenn’s dann aber zum abkasieren kommt, dann sind alle gleich.

    • mabuse

      heutzutage muss man nur ein verbrecher sein oder eine hure – denn was passiert dir schon gross – als verbrecher bist du am naechsten tag wieder frei und als hure hast du wenn der richtige zu dir kommt (politiker) einen trumpf in der hand – bist du aber 1x besoffen mit dem auto unterwegs dann nehmen sie dir die existenz – wo herrscht da noch gerechtigkeit???

    • Bernd

      Dir Regierung in Rom sollte zuerst Ihre Hausaufgaben machen (legalisierte Rahmenbedingungen für dieses Gewerbe) und dann von den „Dienstleistern“ Steuern einfordern und nicht umgekehrt!!

    • Baumeister

      In Boazn hot sie gressere tunnel hintolossn als do BBT…….

    • andy

      ja bin ich denn blöd, arbeite seit 35 Jahren in einem größeren Betrieb und verdiene jährlich 29.000€, sollte ich vielleicht nur mehr halbtags arbeiten und die restliche Zeit Männer verwöhnen, dann könnte ich mir auch mehr leisten, die „Huren“ müssen auch keinen Sicherheitskurs machen, keine elektronischen Rechnungen verschicken, haben keine Buchhaltung zu machen, ach wie einfach ist doch dieses Leben, wenn einem die Arbeit auch noch gefällt…

      • anarchoseppl

        Lieber Andy,

        Ich denke das mit dem „blöd“ ist keine Frage, sondern eine Feststellung..
        Glaubst du wirklich, Du könntest Männer verwöhnen..? Hast Du Dir geile Brüste machen lassen? Liebst Du es, warmen „Koppenkas“ zu lutschen? Würdest Du bis 5 Uhr Früh arbeiten? …..

        andy, ich glaube es ist besser Du hörst auf dein bisschen Hirn zu aktivieren, sperrst Dich in Deinen goldenen Käfig Sihttirol ein und strampelst weiterhin dein Hamsterrad..

      • Max

        Nun, wo doch der Vergleich so eine eindeutige Sprache spricht, was hält dich davon ab?

    • SchwuleTunte

      „von einer transsexuellen Prostituierten“
      müsste aber heißen „von einem transsexuellen Prostituierten“
      jojo mit die Gschlechtlr in dr heintign Zeit isch des a wia a so a Soch, voliert sogor die Red. die Übersicht.

      https://www.youtube.com/watch?v=9g06R9gp3vM

    • checker

      Was heisst müssen Steuern zahlen? Nachdem der Beruf der Prostituierten nicht reglementiert ist, müssen sie auch keine Steuern zahlen, das Problem entsteht nur dann, wenn ich Käufe tätige, und nicht erklären kann woher das Geld kommt, oder wenn ich mit grösseren Beträgen Bargeld angehalten werde.
      Das scheint hier passiert zu sein.

    • Ainer von Fielen

      „Gesetzliches Vakuum“ ich hau mich weck…
      Eine traurige Zeit in der wir Leben, wo der Hausverstand nicht mehr zählt und nur noch Paragraphenreiterei und I-Tüpfelchen Auslegung Wertung haben.

      Sprich auch Drogen und Waffenhändler können im Nachhinein belangt werden Steuern zu bezahlen.
      Das würde nen netten Batzen Geld abwerfen. Ich bring dann mal meine Schäfchen ins trockene 😉

    • Pincopallino

      Wenn der Staat und bestimmte Eltpern wüssten wieviele Minderjâhrige ihr Taschengeld mit sexuelen Diensten aufbessern, dann würden sie dreinschauen!

    • Verwunderlich

      der mann ist eben dumm…. schwarz sagt er …. ist das loch…. aber hinein muss er doch… die frau weiß das eben…

    • Garuda

      Wo ist denn der Franz heute, wo er so gerne seine Homophobie von der Seele schreibt?

      Komisch, dass ein transsexueller Stricher anscheinend in Südtirol soviel Kohle macht.

      Liegt sicher daran, dass er von Männern aufgesucht wird, die auf das kleine Ding, was jener Stricher mehr hat, als eine Prostituierte, sehr anziehend wirkt auf Männlein, die im „normalen“ Leben vielleicht dann doch so homophob sind, wie unser lieber Franz hier?

      Vielleicht gehört der Franz ja zu seinen besten Kunden, wenn er soviel Kohle schäffelt der transsexuelle Mann auf dem Strich

      • martin

        Also, mein Franz ist sicher vom aneren Ufer. Garuda, ich würde es begrüßen, wenn du nicht so abwertend darüber reden würdest.

        • Garuda

          @Martin

          Ich rede absolut nicht abwertend über den transsexuellen Stricher, denn gerade in meinen Augen soll jeder nach seiner eigenen Fasson glücklich werden.

          Wer das von mir noch nicht weiß, kennt mich schlecht.

    • christian waschgler

      Prostituierte müssen Steuern zahlen. Was ist mit Dieben und Verbrechern ? Gestern zeigte ein Film die Befragung zweier Zigeunerinnen. Sie sagten wozu arbeiten – sie verdienen täglich 1.000 € mit stehlen

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