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    Kurze Schmelzsaison

    Gletscherdetail im Bereich Großglockner (Foto: ÖAV/Freudenthaler)

    Gletscherdetail im Bereich Großglockner (Foto: ÖAV/Freudenthaler)

    Der Gletscherbericht des Österreichischen Alpenvereins zeigt eine geringere Abschmelzung als in den Vorjahren. Der durchschnittliche Längenverlust der Gletscher beträgt aktuell 10,3 Meter.

    Das Jahr 2014 verzeichnete zwar wenig, aber dennoch wieder Gletschervorstöße, die extremen Rückgänge blieben dieses Jahr unter der 100 Meter Marke.

    Insgesamt zeigt der Gletscherbericht des Österreichischen Alpenvereins (ÖAV) eine geringere Abschmelzung als in den Vorjahren, die Zahl der stationären Gletscher nahm weiter zu.

    Der durchschnittliche Längenverlust der Gletscher beträgt aktuell 10,3 Meter.

    Gletschermesstrupp auf dem Weg ins Messgebiet (Foto: ÖAV/A. Fischer)

    Gletschermesstrupp auf dem Weg ins Messgebiet (Foto: ÖAV/A. Fischer)

    Die Gletscher hatten Glück, auch wenn das Jahr 2014 sowohl global als auch in Österreich als wärmstes Jahr der Messgeschichte in die Annalen der Klimatologie eingeht.

    In der entscheidenden Phase im August, in der die schützende Schneedecke von den Gletschern abschmilzt, waren die Temperaturen nur unterdurchschnittlich. Dadurch konnten die in Summe leicht überdurchschnittlichen Temperaturen des Sommers den Eisriesen nicht allzu viel anhaben.

    Drei Gletscher waren zum Zeitpunkt der Messungen im Spätsommer und Herbst noch schneebedeckt.

    Die Gletscherzunge der Pasterze 2010 (Foto: ÖAV/Lieb)

    Die Gletscherzunge der Pasterze 2010 (Foto: ÖAV/Lieb)

    Grund dafür waren die extrem hohen Winterniederschläge im Süden, welche die Gletscher bis lange in den Sommer unter einer mächtigen Schneedecke verschwinden ließen. Somit war auch die Dauer der Schmelzsaison nur kurz.

    Nachdem im Vorjahr erstmals wieder vorstoßende Gletscher verzeichnet wurden, hat auch das aktuelle Jahr 2014 den Eisriesen gut getan. Von den 86 beobachteten Gletschern sind 86 % zurückgeschmolzen, 9 % stationär geblieben und 5 % (vier Gletscher) vorgestoßen.

    „Von einer Periode des Gletscherwachstums, wie etwa in den 1980er Jahren, sind wir allerdings noch weit entfernt. Damals sind mehr als die Hälfte der Gletscher gewachsen, auch das Mittel der Längenänderungen war deutlich positiv“, kommentiert Gletscherforscherin Andrea Fischer die Daten des Gletscherberichts des Alpenvereins.

    Besonders erwähnenswert ist der Eiskargletscher in den Karnischen Alpen, der bereits das siebente Jahr in Folge unter einer dicken Schneedecke begraben liegt.

    Die Einmessung der Gletscherzungen im Rofental mit differentiellem GPS (Foto: ÖAV/A. Fischer)

    Die Einmessung der Gletscherzungen im Rofental mit differentiellem GPS (Foto: ÖAV/A. Fischer)

    Jene Gletscher, die im Winter hohe Schneemengen verzeichneten (in den Karnischen Alpen, Ötztaler Alpen und in Teilen der Hohen Tauern), haben den Sommer praktisch verschlafen.

    In Gebieten mit geringeren Winterniederschlägen oder an sehr großen Gletschern mit tief ins Tal reichenden Zungen fällt die Bilanz nicht ganz so positiv aus. Diese sind früh ausgeapert und durch die hohen Temperaturen im Frühsommer auch wieder stark zurückgegangen.

    Dies betrifft Österreichs größten Gletscher, die Pasterze (-53,6), ebenso wie den diesjährigen Rekordhalter, den Gepatschferner (-91 Meter), dessen Zunge seit dem Vorjahr stark zerfällt.

    Die 10 stärkste Rückgänge (Längenverluste in Metern)

    Gepatschferner (Ötztaler Alpen)            -91,0

    Pasterze (Glocknergruppe)                     -53,6

    Viltragenkees (Venediger Gruppe)        -43,0

    Fernauferner (Stubaier Alpen)               -29,0

    Weißseeferner (Ötztaler Alpen)             -25,3

    Hochjochferner (Ötztaler Alpen)           -22,8

    Schalfferner (Ötztaler Alpen)                 -22,7

    Latschferner (Ötztaler Alpen)                -22,3

    Umbalkerner (Venediger Gruppe)        -22,0

    Wildgerloskees (Zillertaler Alpen)       -21,0

     

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