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    „Rare Arbeitsplätze“

    „Rare Arbeitsplätze“

    Bislang galt Altrei immer als Paradebeispiel für eine abwanderungsgefährdete Gemeinde. Die Zeiten haben sich aber geändert: Bürgermeister Hartwig Lochmann über die magische Zahl 400 – und wie man versucht, junge Leute im Dorf zu halten.

     

    Tageszeitung: Herr Lochmann, Altrei galt immer als eine der Gemeinden Südtirols, die am meisten von der Abwanderung bedroht sind…

     

    Hartwig Lochmann: In den letzten Jahrzehnten hat die Einwohnerzahl immer ein wenig geschwankt. Mittlerweile zählen wir wieder 400 Einwohner. Das ist so eine magische Zahl für uns: Wenn man diese erreicht hat, ist das schon bemerkenswert. Unser Ziel ist es natürlich, diese Anzahl zu halten – und im Moment sieht das sehr gut aus.

    In den letzten Jahren sind auch immer mehr als fünf Kinder zur Welt gekommen – das ist für Altrei schon ein guter Schnitt. Und wenn vielleicht im Winter noch ein paar Mal der Strom ausfällt, kommen noch stärkere Jahrgänge nach (lacht).

     

    Was hat man gegen die Abwanderung unternommen?

     

    Wir haben versucht, die Lebensqualität zu steigern. Dazu gehören viele verschiedene Dinge: Wir haben beispielsweise neue Strukturen geschaffen, denken wir nur an den Kindergarten, die Schule, Spielplätze, Vereinslokale, aber auch Wohnungen, von denen wir genug hätten. Wir haben auch erst eine Wohnbauzone ausgewiesen.

    Wir haben auch einmal darüber nachgedacht, ein Altersheim in Altrei zu errichten, denn einen schöneren Ort kann man kaum finden. Dieser Vorschlag ist auf Landesebene aber auf taube Ohren gestoßen.

     

    Wie steht es um die Arbeitsstellen?

     

    Arbeitsstellen in einer Gemeinde wie Altrei sind natürlich rar. Die meisten unserer Bürger arbeiten aber in der Provinz Bozen. Nach Trient geht kaum jemand, weil dort die Arbeitsplätze knapp sind – die Leute von dort kommen eher in unserer Richtung, wenn sie einen Job suchen. Die neue Handwerkerzone in San Lugano bringt natürlich weitere Arbeitsplätze: Viele Arbeiter haben die Firmen aber selbst mitgebracht – und nur einige von unseren werden dort angestellt.

    Die Jugendlichen in unserer Gemeinde zu halten, wird immer eine unserer Hauptsorgen sein, denn gute und spezialisierte Arbeitsplätze wird es in direkter Nähe nicht so schnell geben.

     

    Interview: Karin Köhl

     

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