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    Brücken für den Frieden

    Christian Tommasini, Arno Kompatscher, Philipp Achammer und Florian Mussner: Weg vom Konzept der Nationalstaaten hin zu einem europäischen Projekt des Friedens (Foto: LPA)

    Christian Tommasini, Arno Kompatscher, Philipp Achammer und Florian Mussner: Weg vom Konzept der Nationalstaaten hin zu einem europäischen Projekt des Friedens (Foto: LPA)

    Landeshauptmann Arno Kompatscher und die Kulturlandesräte Philipp Achammer, Christian Tommasini und Florian Mussner haben die zahlreichen Initiativen zu „100 Jahre Erster Weltkrieg“ vorgestellt. 

    „Die Erinnerung an diese Urkatastrophe, wie die Historiker den Ersten Weltkrieg bezeichnen, wollen wir dazu nutzen, die verschiedenen Sichtweisen, die unterschiedlichen Erinnerungskulturen, die es auch in Südtirol gibt, zusammenzuführen um die gemeinsame Aufarbeitung zu fördern“, erklärte Landeshauptmann Arno Kompatscher bei der Vorstellung der Gedenkinitiativen zu „100 Jahre Erster Weltkrieg“. Weg vom Konzept der Nationalstaaten hin zu einem europäischen Projekt des Friedens, dies, so der Landeshauptmann, müsse im Vordergrund stehen. „Wir werfen den Blick zurück als Europaregion, versuchen zu verstehen und zu lernen und richten gleichzeitig den Blick nach Vorne“, den Blick in eine friedliche Zukunft.
    Kulturlandesrat Philipp Achammer verwies auf das gemeinsame Landesgedenken am 23. Mai in Innsbruck, das unter dem Motto „Brücken setzen für den Frieden“ steht und auf die Vorstellung der neuen Publikation von Oswald Überegger vom Kompetenzzentrum für Regionalgeschichte und des italienischen Historikers Nicola Labanca „Krieg in den Alpen“, die am 9. Juni vorgestellt wird.
    www.14-18.europregion.info/ ist die Plattform im Internet, umgesetzt und betreut vom Euregio-Büro, auf der die verschiedenen Initiativen zusammengeführt werden, erklärte Landesrat Achammer. Neben den Initiativen im Kulturbereich sollen gerade die zahlreichen Initiativen im Bildungs- und Schulbereich der Jugend die Geschichte vermitteln und durch das Erinnern an diesen blutigen Konflikt des 20. Jahrhunderts das Bewusstsein stärken für die Notwendigkeit an einer friedlichen Zukunft zu bauen, so Achammer.
    Kultur- und Bildungslandesrat Christian Tommasini verwies ebenso auf die Wichtigkeit an die Gräuel des Ersten Weltkrieges zu erinnern und damit bei der Jugend das kritische Bewusstsein zu fördern. Eine der Hauptveranstaltungen der Italienischen Kulturabteilung zum Gedenken an „100 Jahre Erster Weltkrieg“ ist die Kunstausstellung „Nel cerchio dell’arte – Conflitto“ im Kulturzentrum Trevi in Bozen. „Die Geschichte kennenlernen und daraus lernen“, unterstrich Landesrat Tommasini, sei das Um und Auf und verwies auf die Pflicht der nachkommenden Generationen der Opfer des Ersten Weltkrieges zu gedenken.
    Florian Mussner, Landesrat für die ladinische Schule und Kultur erinnerte an die Situation während des Ersten Weltkrieges in den Dolomitentälern. Der Krieg veränderte das Leben der ladinischen Bevölkerung völlig. Waren es zunächst die Soldaten, die sich mit ihrer Einberufung in den Kriegsdienst abfinden mussten, wurde mit der Verlagerung der Kriegsschauplätze in die Dolomitentäler das Leben der gesamten Zivilbevölkerung vollkommen verändert. „Das war für uns Anlass auch über die Rolle der Frau nachzudenken, die in dieser Zeit oftmals alleine für Familie und Kinder und für die Arbeit am Hof oder im Betrieb zuständig war“, erklärte Landesrat Mussner. Wie im deutschen und italienischen Bildungsressort werden auch im ladinischen Bildungsressort zahlreiche Initiativen gefördert, die der Jugend die Geschichte des Ersten Weltkrieges, der die Welt, Europa und das historische Tirol verändert hat, näherbringen soll.

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    Kommentare (7)

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    • helmut

      Der LH sagt, man müsse weg vom Konzept der Nationalstaaten hin zu einem europäischen Projekt des Friedens gelangen.

      Sehr richtig!

      Daher sollte er vorschlagen, dass auf diesem Friedensweg Italien das geraubte südliche Tirol wieder zurückgeben möge oder es zumindest seinen Bewohnern freistellen möge, durch eine Volksabstimmung zu entscheiden, unter welcher staatlichen Verwaltung man als „Europaregion“ leben wolle.

      Es sollte nicht bei geschwätzigen Sonntagsreden bleiben. Daher, mutiger LH, frisch und fromm frei ans Werk!

    • bergbauer

      ja,wir wollen unser land zurück das durch kuhhandel mit England im 1.weltkrieg geraubt wurde…dann ist frieden…

    • Batman

      Strobe Talbot:

      „Im nächsten Jahrhundert werden Nationen wie wir sie kennen obsolet sein. Alle Staaten werden eine einzige globale Autorität anerkennen. Nationale Souveränität war keine besonders gute Idee.“
      (Time Magazine, 20. Juli 1992) 

      Quelle:
      http://killuminati-tv.blogspot.it/2013_06_01_archive.html?m=1

      • helmut

        Die einzige globale Autorität, der sich nach dieser Wunschvorstellung alle ihrer Identität beraubten Nationen als willenlose Menschenmasse zu unterwerfen haben, wird der internationale Raubtierkapitalismus sein, der in New York und London seine Hauptstützpunkte besitzt.

        Das Verrückte daran ist, dass auch die Anführer der heutigen Sozialdemokratie als Erfüllungsgehilfen gerne mitmachen – wie man aus den Teilnehmerlisten der „Bilderberger“-Treffen und anderer Veranstaltung von sogenannten anglo-amerikanischen „think tanks“ erfährt.

        Statt „think tanks“ sollte es wohl besser „corruption tanks“ heißen!

    • Gourmet

      blickt nach vorne und nicht hundert Jahre zurück. Von solchen Nostalgikern haben wir schon zur Genüge.

    • Garuda

      Meines Wissens alle vier Männer im Bild ausgewiesene Historiker.

      Na dann, auf zum Gedenkjahr!

      • helmut

        Nein, das sind keine Historiker!

        Es sind aber brave Gefolgsleute der Europäischen Volkspartei (EVP), die auch im EU-Parlament ohne Einschränkung das US-Konzept der Auflösung gewachsener kultureller Gemeinschaften zugunsten der Entstehung einer gesichts- und konturlosen Menschenmasse in Europa vertritt, die der internationalen Finanzwelt ausgeliefert ist.

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