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    Hexenjagd

    Swintha Gersthofer und Markus Hering: Die eigene Haut retten, indem man andere denunziert (Foto Fritz Novopacky)

    Swintha Gersthofer und Markus Hering: Die eigene Haut retten, indem man andere denunziert (Foto Fritz Novopacky)

    Das Niederösterreichische Landestheater ist mit Arthur Millers Drama „Hexenjagd“ über religiösen Wahn und politischen Missbrauch in Bozen und Meran zu Gast.
    Die eigene Haut retten, indem man andere denunziert: Die Mädchen von Salem treiben ein teuflisches Spiel mit Gut und Böse. Doch auch wer erkennt, geblendet worden zu sein, verliert nur ungern sein Gesicht.

    In dem amerikanischen Städtchen Salem geht die Angst vor Hexerei um. Einige Mädchen, die bei einem okkulten Ritual überrascht wurden, weisen unerklärliche Krankheitssymptome auf. Der zu Hilfe gerufene Pastor soll diesem Phänomen auf den Grund gehen. Die Mädchen merken schnell, dass sie sich vor Strafe retten können, wenn sie andere beschuldigen, sie zu ihrem Handeln getrieben zu haben. Zuerst nennen sie wahllos Namen von Gemeindemitgliedern, die mit dem Teufel im Bund stehen sollen. Dann setzen sie ihre Anschuldigungen gezielt ein, um sich an unliebsamen Personen zu rächen. Nur der Bauer John Proctor könnte vor Gericht beweisen, dass die Mädchen lügen. Doch dafür müsste er seinen Ehebruch gestehen. In der Rolle des John Proctor ist Burg-Schauspieler Markus Hering zu sehen, der als Gast im Ensemble des Niederösterreichischen Landestheaters mitwirkt.

    Arthur Millers Stück basiert auf historischen Ereignissen des Jahres 1692. Beinahe 200 Personen wurden auf die Falschaussagen der Mädchen hin verhaftet, 30 davon zum Tode verurteilt. „Hexenjagd“ ist nicht nur ein Stück über religiösen Wahn, sondern wendet sich gegen den Missbrauch politischer Macht, Massenwahn und Denunziation. Arthur Miller, der 1949 den Pulitzer-Preis gewann, rückte in seinen gesellschaftskritischen Werken stets die ethische Verpflichtung des einzelnen in den Vordergrund.

    Die Gastspiele „Hexenjagd“ des Landestheaters Niederösterreich finden am 8. April im Waltherhaus in Bozen und am 9. April im Stadttheater Meran statt. Beginn jeweils 20 Uhr.

    Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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