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    Die Dolmetscher der Engel

    Brixner Initiative und ihr Förderer: „Es wird uns nie fad“ (Foto: Oskar Zingele)

    Brixner Initiative und ihr Förderer: „Es wird uns nie fad“ (Foto: Oskar Zingele)

    Das Brixner Symposion wagt sich an ein Thema heran, das von der aufgeklärten Moderne und von der Kirche nur mit Kneifzangen angefasst wird: „Engel, Propheten, Medien, Mystiker – Wie real ist der Himmel?“

    Von Heinrich Schwazer

    Ein schöneres Kompliment hätte der scheidende Brixner Bürgermeister Albert Pürgstaller der Initiative Musik und Kirche nicht machen können: „Es wird uns nie fad“. In der Tat: Der Grat zwischen Finesse und Fadesse ist schmal im Musikleben, aber nicht in Brixen. Dafür sorgt, neben dem exquisiten Konzertprogramm, das alljährliche Symposion, das der künstlerischer Leiter Josef Lanz organisiert.

    Heuer ist es einem Thema gewidmet, das viele bewegt, von der Kirche aber, weil gefährlich nahe an der Esoterik, mit Kneifzangen angefasst wird: . „Engel, Propheten, Medien, Mystiker – Wie real ist der Himmel?“ Es ist, so sieht es auch der Dekan des Brixner Doms, Ulrich Fistill, „ein Grenzthema“. Die „Bürokraten Gottes“ wie Giorgio Agamben die Engel nennt, werden kindlich geliebt, verkitscht, ins Reich vormodernen Aberglaubens verbannt, aber als Bote dringend gebraucht, um die unüberbrückbare Distanz zwischen Himmel und Menschenwelt erträglicher zu machen.

    Wie man sich dem Hofstaat Gottes auf zeitgenössische Weise nähern könnte, erprobt das Brixner Symposium in zahlreichen Vorträgen. So spricht der Redemptorist Andreas Resch, Vatikan-Beauftragter für Fragen wissenschaftlicher Grenzgebiete wie Parapsychologie und Nahtodforschung über: „Wie real ist der Himmel? Der mystische Pfad der heiligen Teresa von Avila“ (vor 500 Jahren geboren).

    Der Berliner Sterbeforscher Bernard Jakoby setzt sich mit dem Thema „Nahtoderfahrung – das reale Tor zum Himmel“ auseinander. August Thalhamer spricht über „Wie kompatibel sind Christentum und Schamanische Praxis?“

    Der an der Universität Innsbruck lehrende Jesuit Boris Repschinski befasst sich in seinem Referat „Christliche Urgemeinde im Verkehr mit der guten Geisterwelt Gottes“ mit der Frage nach der Beziehung des Menschen zu einer Welt, die außerhalb ihrer Erfahrung liegt. Schließlich tritt im Eröffnungsreferat die prominente deutsche „Dolmetscherin der Engel“, Alexa Kriele, mit dem Thema „Mit den Engeln auf neuen Wegen zu Gott“ auf.

    Passend zum Thema des Symposion ist ein Kunstprojekt mit dem Titel „Alles ist vergeben“ von Annemarie Laner zu sehen, sowie die Uraufführung des Oratoriums „Klangdom der Heiligen Hildegard“ für Chor, große Orgel, Schlagwerk, Akkordeon, Gesangssolistin, Sprecher, Sphärenorgel von Peter Jan Marthé am Samstag, 3. Oktober im Dom zu Brixen. Am Tag vorher singt und spielt das Cosmedin Ensemble in der Kirche des Priesterseminars Musik von Hildegard von Bingen.

    Den Schlusspunkt des Symposions bildet der Gottesdienst am Sonntag um 10 Uhr im Dom mit Domdekan Ulrich Fistil und dem Domchor Brixen unter der Leitung von Heinrich Walder.

     

     

    Konzerte

    31. März im Dom von Brixen: Estonian Philharmonic Chamber Choir unter der Leitung von Kaspars Putni?š: „Dopo la vittoria” von Arvo Pärt und „Das große Abend- und Morgenlob“ von Sergej Rachmaninoff.

    8. Mai Freinademetzkirche von Milland: VocalArt Brixen und das Marini Consort, Kantaten, Motetten sowie das Himmelfahrtsoratorium von Johann Sebastian Bach.

    31. Mai Kirche des Priesterseminars: Gambe di Legno Consort, „Il Lutto dell’Universo 14. Juli Brixner Dom: Ensemble Gherdëina und Ensemble Zefiro, Missa Sancti Hieronymi

    25. Juli, Brixner Dom: Chanticleer, Geistliche Musik aus dem Goldenen Zeitalter Spaniens

    8. August, Brixner Dom: Solisten, Chor und Orchester der Musikakademie der Studienstiftung, „Warum ist das Licht gegeben?“ von Johannes Brahms, die Sinfonie Nr. 9 in d-Moll und das Te Deum für Chor und Orchester von Anton Bruckner

    14. August, Brixner Dom: KlangDom – Die lange Nacht der Kathedrale 18. August, Pfarrkirche Sterzing: Kölner Akademie, Jupiter-Symphonie von W. A. Mozart und der Missa in Angustiis (genannt „Nelson-Messe“ von Joseph Haydn)

    1. September, Pfarrkirche von Niederolang: Venice Monteverdi Academy und Ensemble Lorenzo da Ponte, Selva Morale e Spirituale von Claudio Monteverdi 17. Oktober, Brixner Dom: Collegium Musicum Bruneck und die Streicherakademie Bozen, c-Moll Messe von Mozart in der Fassung von Robert D. Levin

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    Kommentare (1)

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    • Hanns

      Wieviel Gelder kassiert der Verein jährlich von Land, Gemeinde und Region? Wieviel kostet uns Steuerzahlern dieser elitär-kirchliche Verein, der im Grunde nur einige wenige interessiert?

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