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    Sonnige Risiken

    Im Projekt Solar Bankability analysiert ein von der EURAC koordiniertes europäisches Forscherteam die Wertschöpfungskette der Stromgewinnung aus Photovoltaik.

    Die fortlaufenden gesetzlichen Änderungen im Photovoltaiksektor sind einer der Gründe, die Investoren davon abhalten, in den Sektor zu investieren.

    Diese und weitere Investitionsrisiken, die zum Beispiel auch mit möglichen technischen Problematiken der Anlagen zusammenhängen, untersuchen Experten im europäischen Projekt „Solar Bankability“, das von der EURAC koordiniert wird. So erarbeiten die Forscher in den kommenden zwei Jahren konkrete Geschäftsmodelle für Investoren sowie Richtlinien, die dabei helfen die Risiken besser abzuwägen.

    Photovoltaikanlagen sind in Europa ein attraktives Geschäft für Großinvestoren wie Banken und Investmentfonds. Diese bauen die Anlagen, betreiben sie und erwirtschaften gute Profite angesichts der produzierten Energie. „Das Interesse dieser Investoren ist durchwegs positiv zu bewerten, weil sie die saubere Energie vorantreiben. Damit dieser Sektor allerdings wachsen kann, braucht es langfristige Investitionen.

    Das bedeutet, dass Risiken sehr achtsam abgewägt werden müssen. Darüber hinaus dauert es in diesem Business sehr lange, bis die Investitionskosten amortisiert sind“, erklärt David Moser, der die Forschungsgruppe Photovoltaik des EURAC-Instituts für Erneuerbare Energien leitet.

    Im Projekt Solar Bankability analysiert ein von der EURAC koordiniertes europäisches Forscherteam die Wertschöpfungskette der Stromgewinnung aus Photovoltaik. In Interviews mit den Investoren ermitteln die Forscher, welche Anforderungen diese haben. Gleichzeitig stellen sie diese den Angaben von Herstellern, Installateuren und Stromvertreibern gegenüber.

    Auf diese Weise können sie Schwachpunkte besser erfassen und Verbesserungsmöglichkeiten ableiten. Die Ergebnisse werden in Form von konkreten Richtlinien und Geschäftsmodellen veröffentlicht, die helfen sollen sich im – bislang für manche undurchsichtigen – Photovoltaiksektor besser zurechtzufinden.

    Die Partner, die unter der Leitung der EURAC am Projekt mitarbeiten, sind die Abteilung Forschung und Entwicklung des Prüfunternehmens TÜV Rheinland, der Europäische Photovoltaik-Industrieverband und die zwei Beratungsagenturen 3E und ACCELIOS.

    Zum offiziellen Projektstart hat sich die Projektgruppe vor wenigen Tagen in Brüssel getroffen.

    Das Budget von knapp eineinhalb Millionen Euro stammt aus dem neuen europäischen Forschungsförderungsprogramm „Horizon 2020“. Das insgesamt rund 80 Milliarden schwere Finanzierungsprogramm unterstützt in den kommenden sieben Jahren Forschungsprojekte in Europa, die das nachhaltige, intelligente und solidarische Wachstum im Sinne der EU-Zukunftsstrategie „Europa 2020“ vorantreiben.

    In Südtirol ist Solar Bankability das erste Forschungsprojekt, für das die Finanzierung durch dieses Programm bestätigt worden ist.

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    Kommentare (3)

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    • pulti

      wohl eher 80 Millionen. mit 80 Mrd. könnten wir ganz andere Sachen finanzieren, nicht 7 Forschungsprojekte. Das wären ca. 5% des Italienischen BIP

    • Roberto

      Die Herstellung der aktuellen Photovoltaik Elemente sind sehr kostspielig, da diese nur mit hohem energetischen Aufwand bewerkstelligt werden können. Damit ein ordentlicher Fortschritt in der Photovoltaik gemacht wird brauchen wir keine Studien und Forschungen wie man diese Energie durch gezielte Subventionen besser verkaufen kann, sondern wir brauchen neue Qualitäten der Photovoltaik Elemente, neue energiesparende Produktionsverfahren sowie kürzere Transportwege.
      Vor allen würde ich den teuer subventionierten Forschergruppen zum Thema Energie den Begriff NEGA Watt nahelegen, d.h. die NICHT gebrauchte Energien in den Mittelpunkt stellen, anstatt alte Wege zu beschreiten um aus Energie wieder mehr „KOHLE“ für einige Schlaumeier zu machen.

    • Karin B.

      EURAC ein Hort von Italienern. Die sollen schaffen Wissen?

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